Wichtigste Fakten
OpenAI rollt Computer History in der ChatGPT-Desktop-App für Mac weltweit aus.
Die Funktion protokolliert Nutzeraktivitäten über Apps und Websites hinweg, um künftige ChatGPT-Antworten zu personalisieren.
Der Zugang ist zunächst für Pro-, Business- und Enterprise-Kunden verfügbar; EWR, Vereinigtes Königreich und Schweiz folgen.
Computer History baut auf der Forschungs-Vorschau „Chronicle“ auf, benötigt weniger Tokens und bietet zusätzliche Datenschutzoptionen.
Nutzende können sämtliche Daten oder einzelne Zeiträume löschen oder die Funktion gezielt in den Integrationen der Einstellungen aktivieren.
OpenAI hat in der ChatGPT-Desktop-App für Mac die neue Funktion Computer History eingeführt. Sie verschafft dem Modell Einblick in die Aktivitäten eines Nutzers über verschiedene Apps und Websites hinweg, um künftige Unterhaltungen individueller zuzuschneiden.
Der Rollout startete am 13. August und läuft weltweit für Pro-, Business- und Enterprise-Abonnenten. Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), im Vereinigten Königreich und in der Schweiz sollen „in den kommenden Wochen“ folgen.
OpenAI bestätigte den Start in mehreren Posts auf X. Dort beschreibt das Unternehmen Computer History als Weiterentwicklung der Forschungs-Vorschau „Chronicle“. Die neue Version arbeitet laut OpenAI mit geringerem Token-Verbrauch und erweitertem Datenschutz im Vergleich zur ursprünglichen Preview.
Funktionsweise von Computer History
Computer History ist direkt in die ChatGPT-Mac-App integriert und läuft im Hintergrund. Die Funktion erfasst, welche Apps und Websites ein Nutzer verwendet, und erstellt daraus eine chronologische Aktivitätsübersicht. Künftige ChatGPT-Sitzungen können auf diese Historie zugreifen, sodass weniger Kontext manuell eingegeben werden muss.
OpenAI zufolge erlaubt die Timeline-Ansicht, frühere Arbeiten nachzuvollziehen und wiederkehrende Aufgaben zu erkennen. Aus der Timeline oder über die Menüleiste lassen sich entweder sämtliche Einträge oder bestimmte Zeitabschnitte löschen. Voraussetzung ist ein aktives Opt-in in den Einstellungen unter „Integrations“. Ohne Opt-in findet keine Datenerfassung statt.
Das Unternehmen positioniert Computer History als Werkzeug, das aus wiederkehrenden Tätigkeiten „Fähigkeiten“ aufbaut – nicht nur als bloßen Speicher vergangener ChatGPT-Konversationen.
ChatGPT erweitert Gedächtnis, Europa wartet noch
OpenAI treibt 2026 den Ausbau persistenter Speicherfunktionen über das gesamte Produktportfolio voran. Die Chronicle-Vorschau, die nun durch Computer History ersetzt und erweitert wird, hatte Desktop-Nutzern bereits ein erstes Cross-Session-Context-Modell gebracht.
Die neue Version senkt die Rechenkosten für diese Form von Kontextspeicherung. Parallel dazu hat OpenAI in dieser Woche den Modus GPT-5.6 Ultrafast vorgestellt, der auf Cerebras-Hardware basiert und für API-Kunden bis zu 750 Tokens pro Sekunde generiert. Diese Ankündigung erfolgte nur wenige Stunden vor dem Start von Computer History – ein dicht gepackter Produkt-Tag für das Unternehmen.
Datenschutzbedenken rund um persistente Speicherfunktionen bleiben insbesondere in der EU und im Vereinigten Königreich ein Kernthema. Die verzögerte Einführung in EWR, UK und Schweiz deutet darauf hin, dass OpenAI zunächst regulatorische Anforderungen adressieren will, bevor der Zugang ausgeweitet wird.
Wer die Funktion grundsätzlich nicht nutzen will, kann einfach auf das Opt-in verzichten. OpenAI betont, dass der Integrationsbereich in den Einstellungen jederzeit transparent anzeigen soll, ob Computer History aktiv ist oder nicht.
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