OpenAI plant als erstes Konsumentenprodukt einen donutförmigen Smart Speaker, der laut einem Bericht von Bloomberg vom Donnerstag mehr als 300 Dollar kosten und 2027 erscheinen soll.
Zentrale Punkte:
- Das Gerät ist ein bildschirmloser, akkubetriebener Lautsprecher etwa in Puck-Größe, gestaltet von Apples Design-Ikone Jony Ive und für den mobilen Einsatz in der Hand gedacht.
- In internen Gesprächen wurde ein Preisband zwischen 300 und 400 Dollar diskutiert – oberhalb der meisten konkurrierenden Smart Speaker.
- Eine Klage wegen Geschäftsgeheimnissen und ein Antrag auf einstweilige Verfügung von Apple könnten den geplanten Start 2027 gefährden.
Design und Preissetzung des OpenAI-Lautsprechers
Personen mit Einblick in das Projekt haben das Produkt als einen Smart Speaker ohne Display beschrieben, donutförmig und ungefähr so groß wie ein Hockey-Puck.
Berichtet wurde dies hier.
Die Idee: Nutzerinnen und Nutzer sollen den Lautsprecher mit einer Hand aufnehmen und im Haus mit sich tragen können. Intern wird ein Preis zwischen 300 und 400 Dollar diskutiert. Positioniert werden soll das Gerät nicht als herkömmlicher Sprachassistent, sondern als „AI-first“-Computer.
Teile des kreisrunden Gehäuses bewegen sich eigenständig und signalisieren, dass das Gerät reagiert, während Leuchten anzeigen, wann es zuhört. Ein Kamerasystem und weitere Sensoren liefern Umgebungsdaten aus dem Raum an das zugrunde liegende Modell. Ein Akku erlaubt den Betrieb in der Hand, auf dem Nachttisch oder auf der Küchenarbeitsplatte.
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Apple-Klage bedroht den Marktstart
Apple hat OpenAI im Juli verklagt und dem Unternehmen sowie zwei ehemaligen Apple-Mitarbeitern vorgeworfen, sich über Bewerbungsgespräche und Lieferantenkontakte Geschäftsgeheimnisse verschafft zu haben. OpenAI hat am Mittwoch ein Bundesgericht gebeten, die Klage abzuweisen. Die Anwälte des KI-Konzerns argumentieren, Apples eigene Praxis, Mitarbeitern die Nutzung privater iCloud-Accounts für berufliche Zwecke zu erlauben, habe erst den Zugriff ermöglicht, der nun als Diebstahl dargestellt werde.
In der Eingabe bezeichnet OpenAI die Klage als unbegründet und vorgeschoben und wirft Apple vor, damit eigene Probleme bei der Mitarbeiterbindung zu kaschieren. In der Beschwerde von Apple heißt es, mehr als 400 ehemalige Apple-Beschäftigte arbeiteten inzwischen für OpenAI.
Apple hat in derselben Woche bei demselben Richter eine einstweilige Verfügung beantragt, die OpenAI die Nutzung der strittigen Materialien während des laufenden Verfahrens untersagen soll, verbunden mit einem beschleunigten Beweisverfahren gegenüber namentlich genannten Beschäftigten. Eine solche Anordnung könnte den Produktstart erheblich erschweren. OpenAI muss bis zum 17. August Stellung nehmen; der Richter hat für den 1. Oktober eine Anhörung im kalifornischen San Jose angesetzt.
Jony Ives Hardware-Offensive
Der Lautsprecher entsteht in Zusammenarbeit mit LoveFrom, dem Designstudio, das Jony Ive nach seinem Abschied von Apple gegründet hat, und setzt auf hochwertige Materialien wie Premium-Metall. Die Preisspanne von 300 bis 400 Dollar liegt über vielen Konkurrenzprodukten von Amazon und Alphabet-Tochter Google, aber noch unter dem Preis eines Standard-iPhones.
OpenAI ist im vergangenen Jahr mit der Übernahme von io, einem von Ive mitgegründeten Geräte-Startup, in das Hardwaregeschäft eingestiegen – der Deal wurde mit rund 6,5 Milliarden Dollar bewertet.
Frühere Berichte beschrieben bereits einen bildschirmlosen KI-Begleiter mit Sprachfokus. Das Unternehmen hat erklärt, langfristig eine ganze Produktfamilie zu planen – mit dem Fernziel, irgendwann sogar das Smartphone zu ersetzen.
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