Apple hat ein US-Bundesgericht angerufen, um OpenAI die Nutzung mutmaßlicher Geschäftsgeheimnisse zu untersagen. Anlass ist eine interne Untersuchung, in deren Verlauf der iPhone-Konzern 11 weitere ehemalige Beschäftigte identifiziert hat, die möglicherweise über relevantes Wissen verfügen.
Zentrale Punkte:
- Apple drängt auf ein beschleunigtes Beweisverfahren gegen OpenAI, io sowie mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken.
- Laut Apple deuten neue Erkenntnisse darauf hin, dass die Vorfälle deutlich über die zwei in der ursprünglichen Klage genannten Ex-Mitarbeiter hinausgehen.
- OpenAI weist zurück, im Besitz von Apple-Geschäftsgeheimnissen zu sein oder diese anstreben zu wollen.
Apples Antrag auf einstweilige Verfügung
Einer von TechCrunch zitierten Gerichtseingabe zufolge soll die Beweisaufnahme unter anderem den Senior Systems Engineer Chang Liu, den Hardwarechef Tang Yew Tan, OpenAI, dessen Stiftung sowie io umfassen. Apple drängt auf zeitnahe Zeugenaussagen und eine beschleunigte Vorlage von Unterlagen.
Die laufende interne Prüfung habe 11 weitere frühere Apple-Beschäftigte identifiziert, die das angebliche Fehlverhalten beobachtet oder daran mitgewirkt haben könnten – darunter die heutige OpenAI-Mitarbeiterin Yu-Ting Peng. Apple zufolge soll ein Ex-Angestellter vor Pengs Bewerbungsgespräch vertrauliche Details zu nicht angekündigten Produkten weitergegeben haben, ein weiterer habe Screenshots interner Dokumente angefertigt, bevor er sich bei OpenAI vorstellte. Mehrere ehemalige Mitarbeiter hätten sich nach Einreichung der Klage bei Apple gemeldet, um firmeneigene Geräte zurückzugeben.
Apple argumentiert, dieses Verhaltensmuster sei hinreichender Grund, eine beschleunigte Beweisaufnahme zu genehmigen, solange der Antrag auf eine einstweilige Verfügung noch beim Gericht anhängig ist.
Auch interessant: Coldcard warnt Nutzer zum Bitcoin-Umzug, Verluste nähern sich 130 Mio. Dollar
Reaktion von OpenAI
OpenAI wies die Vorwürfe in einer öffentlichen Stellungnahme zurück und bezeichnete die beantragte einstweilige Verfügung als „auf falschen Informationen basierend“ und unnötig, da das Unternehmen weder im Besitz von Apple-Geschäftsgeheimnissen sei noch diese anstrebe. Zudem widersprach OpenAI Apples Darstellung vorangegangener Gespräche.
Demnach hätten Apples Anwälte zunächst die falsche Person kontaktiert, weil sie sich bei ähnlich klingenden Nachnamen vertan hätten; auch Aussagen zu Austausch mit dem Justiziar des Unternehmens stellte OpenAI infrage.
Zugleich argumentierte OpenAI, ehemalige Apple-Mitarbeiter hätten nur deshalb noch „Restzugriff“ auf bestimmte Systeme gehabt, weil Apple Zugriffsrechte nicht korrekt entzogen habe – und lenkte damit die Aufmerksamkeit auf die internen Sicherheitsprozesse des iPhone-Herstellers. Apple hat diese Erklärung bislang nicht akzeptiert.
Die beantragte Verfügung könnte direkte Auswirkungen auf OpenAIs Arbeiten an einem KI-Gerät und weiteren Hardwareprojekten in Zusammenarbeit mit io haben – jenem Unternehmen, das Jony Ive nach seinem Weggang von Apple mitgegründet hat.
Der Fall reicht damit über die Frage individuellen Mitarbeiterverhaltens hinaus und berührt den Wettbewerb um künftige Consumer-Geräte.
Apple hatte seine ursprüngliche Klage im Juli eingereicht und wirft OpenAI sowie früheren Angestellten vor, Geschäftsgeheimnisse für eine neue Hardware-Offensive zweckentfremdet zu haben. OpenAI weist jedwedes Fehlverhalten zurück.
Als Nächstes lesen: iPhone 18 Pro Max-Leaks deuten auf größeren Akku und höheren Preis hin






