Apple-Klage: OpenAI soll 6,5-Milliarden-Dollar-Hardwarewette auf gestohlenen Geschäftsgeheimnissen aufgebaut haben

Apple-Klage: OpenAI soll 6,5-Milliarden-Dollar-Hardwarewette auf gestohlenen Geschäftsgeheimnissen aufgebaut haben

Apple hat OpenAI am Freitag vor einem US-Bundesgericht verklagt. Der KI-Spezialist und zwei Ex-Apple-Mitarbeiter sollen Geschäftsgeheimnisse entwendet haben, um eine milliardenschwere Hardware-Offensive auf Basis des 6,5‑Milliarden‑Dollar-Deals für io voranzutreiben.

Wichtigste Punkte:

  • Beklagte sind OpenAI, io Products, Hardwarechef Tang Tan und Ingenieur Chang Liu.
  • Laut Klageschrift arbeiten inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI.
  • OpenAI weist alle Vorwürfe zurück und betont, kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen zu haben.

Apple wirft OpenAI koordinierten Geheimnisdiebstahl vor

Die Klage, die beim US-Bezirksgericht für den Northern District of California eingereicht wurde, richtet sich gegen OpenAI und dessen Gerätesparte io Products. Namentlich genannt werden zudem Chief Hardware Officer Tang Tan und Ingenieur Chang Liu. Tan war 24 Jahre für Apple tätig, zuletzt als Vice President Product Design für iPhone und Apple Watch.

Apple wirft Tan vor, bei der Abwerbung von Fachkräften interne Projektnamen verwendet zu haben, Bewerber aufgefordert zu haben, echte Hardware – darunter Batterien und Logikplatinen – zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen, und ausscheidende Mitarbeiter darin geschult zu haben, Ausreise- und Kontrollprozesse zu umgehen. Laut Klageschrift hielt er ein internes, mit „Need to Know“ gekennzeichnetes Dokument mit Details zu Exit-Prozeduren zurück, das unter Neueinstellungen kursiert sein soll, bevor diese bei Apple kündigten.

Liu, acht Jahre lang Senior Systems Electrical Engineer bei Apple, soll nach seinem Wechsel zu OpenAI im Januar einen Firmenlaptop behalten und darauf Dutzende vertrauliche Dateien zu noch unveröffentlichten Produkten heruntergeladen haben. Zudem habe er mindestens einen Kollegen darauf vorbereitet, wie er sich fachlich optimal auf ein Vorstellungsgespräch bei OpenAI einstellen solle. Apple hatte OpenAI im Februar in einem Schreiben auf die Vorwürfe hingewiesen – und nach eigenen Angaben nie eine Antwort erhalten.

Auch interessant: Verlässt Charles Hoskinson Cardano? Er nennt den Vorwurf eine komplette Lüge

OpenAI weist Vorwürfe zurück – kurz vor Gerätestart

OpenAI reagierte innerhalb weniger Stunden auf die Klage.

„Wir haben kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen“, erklärte das Unternehmen öffentlich. Apple verlangt vom Gericht, OpenAI jede Nutzung oder Weitergabe der mutmaßlich entwendeten Informationen zu untersagen, die Rückgabe vertraulicher Unterlagen anzuordnen, Beweise zu sichern und Schadenersatz zuzusprechen. Der Rechtsstreit fällt in eine Phase, in der OpenAI laut Medienberichten sein erstes Endkundengerät zur Markteinführung vorbereitet und auf einen mit Spannung erwarteten Börsengang zusteuert.

In der Klageschrift heißt es weiter, mehr als 400 ehemalige Apple-Beschäftigte seien inzwischen zu OpenAI gewechselt, einige hätten sich beim Abschied vertrauliche Daten an private E‑Mail-Adressen geschickt. Apple behauptet außerdem, das Startup habe einen Fertigungspartner in die Irre geführt, um sich eine proprietäre Technik zur Metallveredelung demonstrieren zu lassen – unter dem falschen Eindruck, hierfür liege eine Genehmigung vor.

Die Klage markiert den vorläufigen Tiefpunkt einer zweijährigen Entfremdung zwischen Konzernen, die 2024 noch eine viel beachtete Partnerschaft angekündigt hatten, als ChatGPT tief in Apples Betriebssysteme integriert wurde.

Das Verhältnis kühlte deutlich ab, nachdem OpenAI im vergangenen Jahr 6,5 Milliarden Dollar für io zahlte, ein Hardware-Startup, das vom früheren Apple-Designchef Jony Ive mitgegründet worden war – Ive selbst wird in der Klage nicht als Beklagter geführt. Zuletzt soll Apple sich Medienberichten zufolge entschieden haben, Googles Gemini als KI-Basis für die neu gestaltete Siri einzusetzen; frühere Berichte hatten bereits nahegelegt, dass OpenAI seinerseits rechtliche Schritte wegen der Partnerschaft geprüft habe.

Lesen Sie als Nächstes: Palantir streicht 50 Ingenieure und ein Viertel seines Börsenwerts: Was ist schiefgelaufen?

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Apple-Klage: OpenAI soll 6,5-Milliarden-Dollar-Hardwarewette auf gestohlenen Geschäftsgeheimnissen aufgebaut haben | Yellow.com