OpenAI steuert zunehmend auf einen Börsengang im Jahr 2027 zu. Vorstandschef Sam Altman beharrt auf einer Bewertung von 1 Billion US‑Dollar – und riskiert damit, dass Rivalin Anthropic zuerst an die Börse geht.
Zentrale Punkte:
- OpenAI hat im Juni einen vertraulichen IPO-Prospekt bei der US‑Börsenaufsicht SEC eingereicht, jedoch keinen Termin genannt und betont, dass daraus kein kurzfristiges Listing abzuleiten sei.
- Auf der Plattform Kalshi sehen Trader die Wahrscheinlichkeit für eine IPO-Ankündigung bis 1. März 2027 bei 59 %.
- Anthropic, zuletzt privat mit 965 Milliarden Dollar bewertet, peilt Insidern zufolge einen Börsengang im Oktober an.
Warum sich der OpenAI-Börsengang verzögert
Der ChatGPT-Entwickler hat im Juni vertraulich einen Entwurf des Wertpapierprospekts bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht – und Investoren unmittelbar darauf gewarnt, dies sei kein Signal für einen unmittelbar bevorstehenden Marktstart. Laut mit den internen Gesprächen vertrauten Personen skizzierten Berater zwei Optionen: Bis 2027 warten, um eine Bewertung von 1 Billion Dollar zu untermauern – oder früher an den Markt gehen und eine niedrigere Bewertung akzeptieren. Altman hat die günstigere Variante abgelehnt.
Die Zurückhaltung folgt auf einen turbulenten Börsengang von SpaceX im Juni: Die Aktien schossen zunächst auf eine Marktkapitalisierung von über 2 Billionen Dollar, verloren dann aber binnen weniger Wochen rund 25 bis 30 % gegenüber ihrem Hoch. Die Papiere von SoftBank, Goldman Sachs und Morgan Stanley, die alle finanziell an der Transaktion beteiligt sind, gaben nach, als erste Gerüchte über eine mögliche Verschiebung die Handelsräume erreichten.
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Anthropic im Rennen – und die Kalshi-Wetten
Wer zuerst listet, setzt den Maßstab.
Banker haben beiden Unternehmen signalisiert: Das erste börsennotierte Frontier-Lab definiert künftig die Vergleichsunternehmen, Kennzahlen und Bewertungsmultiplikatoren, an denen sich die gesamte Branche orientiert. Anthropic hat seinen vertraulichen Prospekt bereits am 1. Juni eingereicht und kurz zuvor im Mai eine private Bewertung von 965 Milliarden Dollar erreicht – noch vor der Finanzierungsrunde, die OpenAI im März zu 852 Milliarden Dollar taxierte. Der Claude-Entwickler strebt dem Vernehmen nach ein Debüt im Oktober an der Nasdaq an.
Die Prognosemärkte reagieren entsprechend. Auf Kalshi taxieren Trader die Wahrscheinlichkeit, dass OpenAI bis zum 1. März 2027 formell einen Börsengang ankündigt, auf 59 %. Bis Juni des kommenden Jahres liegt die Quote sogar bei 73 %, während nur rund jeder Dritte mit einer Ankündigung noch vor dem
- Januar rechnet.
Der Zeitplan hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach verschoben. Erste Pläne für ein Listing mit einer Bewertung von bis zu 1 Billion Dollar kursierten Ende 2025. Spätestens im Januar begannen Banker dann, eine Erstnotiz im vierten Quartal 2026 vorzubereiten.
Die Zahlen erklären die Vorsicht: Analysten erwarten für das laufende Jahr einen Verlust von 14 Milliarden Dollar. Der testierte Nettoverlust war bereits von 5 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 39 Milliarden Dollar 2025 angeschwollen.
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