Schwab steigt in Prognosemärkte mit Ja-oder-Nein-Wetten auf den S&P 500 ein

Schwab steigt in Prognosemärkte mit Ja-oder-Nein-Wetten auf den S&P 500 ein

Charles Schwab plant, in das Geschäft mit Prognosemärkten einzusteigen – mit Ja-oder-Nein-Optionskontrakten, die an den S&P 500 gekoppelt sind, in Partnerschaft mit Cboe Global Markets.

Wichtige Punkte:

  • Schwab wird binäre Optionen anbieten, mit denen Kundinnen und Kunden darauf wetten können, ob der S&P 500 über oder unter einem festgelegten Niveau schließt.
  • Das Produkt kommt in den nächsten Monaten auf den Markt und unterscheidet sich von den Future-ähnlichen Kontrakten auf Kalshi und Polymarket.
  • Der Broker verwaltet Kundengelder in Höhe von 11,8 Billionen US‑Dollar und hat kürzlich den Handel mit Spot-Bitcoin und -Ether eingeführt.

Schwab visiert Wetten auf den S&P 500 an

Die Nachricht über den Plan wurde bekannt am 19. Juni; mit der Einführung wird laut mit der Angelegenheit Vertrauten in den kommenden Monaten über Cboe gerechnet. Die Kontrakte würden einen festen Geldbetrag zahlen, wenn der S&P 500 über oder unter einem Zielpreis schließt – und sonst nichts. Der Schritt markiert den ersten Vorstoß des Brokers in Prognosemärkte, ein Feld, das bereits Börsen, Fintech-Apps und krypto-native Plattformen anzieht.

Diese Alles-oder-nichts-Struktur unterscheidet das Produkt von Kalshi und Polymarket, die Future-ähnliche Ereigniskontrakte über eine Vielzahl von Ergebnissen hinweg anbieten. Schwab erwägt außerdem eine „Plus Zone“-Funktion, die Tradern, die nahe am Ziel landen, aber die exakte Marke verfehlen, ein kleineres Vielfaches zahlt. Die beiden Unternehmen haben darüber gesprochen, das Angebot im Lauf der Zeit auf andere Indizes und Benchmarks auszuweiten.

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Wurster erläutert Schwabs Ansatz

CEO Rick Wurster hat die Neuausrichtung bereits früher in diesem Jahr angekündigt und Analysten gesagt, das Unternehmen werde voraussichtlich Prognosemärkte hinzufügen, weil Kundinnen und Kunden Derivate und Portfolios an einem Ort haben wollen. Er zog eine klare Grenze gegenüber Wetten auf Sport, Politik und Unterhaltung. „Wenn wir das tun, werden wir uns vom Glücksspiel fernhalten“, sagte Wurster.

Der Rückenwind spricht für das Unternehmen, das im ersten Quartal rekordhohe 9,9 Millionen durchschnittliche tägliche Trades verzeichnete – ein Zeichen dafür, wie stark Retail-Trader auf die Plattform setzen.

Der Schritt vertieft zudem einen breiteren digitalen Ausbau.

Im Mai hat das Unternehmen den Spot-Handel mit Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) für einen Teil der Privatkundschaft eröffnet, während die Aktie des Unternehmens am Donnerstag vor der Juneteenth-Pause um fast 3 % auf etwa 91,70 US‑Dollar nachgab.

Konkurrenten drängen bereits in das Feld. Coinbase und Robinhood haben Prognose-Tools in ihre Retail-Apps integriert, während CME Group und Interactive Brokers ähnliche ereignisbasierte Produkte anbieten. Einige Prognosen sehen das jährliche Volumen des Sektors bis 2030 nahe 1 Billion US‑Dollar.

Über dem Bereich hängt jedoch weiterhin strenge Aufsicht. Die Commodity Futures Trading Commission, angeführt von Vorsitzendem Mike Selig, behandelt Ereigniskontrakte als Swaps unter ihrer Zuständigkeit, während staatliche Aufsichtsbehörden und Mitglieder des Kongresses auf strengere Regeln drängen. Mehrere Streitfälle im Zusammenhang mit führenden Plattformen sind vor Gericht noch ungelöst, wodurch der regulatorische Rahmen im Fluss bleibt.

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