Solana (SOL) hat am Dienstag die maximal zulässige Datenmenge pro Transaktion mehr als verdreifacht: Das Netzwerk-Limit steigt von 1.232 auf 4.096 Byte.
Wichtigste Punkte:
- Solanas Transaction-V1-Format ist zum Beginn von Epoch 1035, gegen 01:00 Uhr UTC am 15. September, im Mainnet live gegangen.
- Der größere „Umschlag“ erlaubt es, Zero-Knowledge-Proofs, umfangreiche Multisig-Freigaben und mehrstufige Trades in einer einzigen atomaren Transaktion abzuwickeln.
- Legacy- und v0-Transaktionen funktionieren weiter, doch Anwendungen und Datendienste müssen angepasst werden, um das neue Format lesen zu können.
Transaction V1 auf Solana ist live
Das neue Format wurde zum Start der Mainnet-Epoch 1035 gegen 01:00 Uhr UTC aktiviert, wie die Solana Foundation mitteilt. Das Entwicklungsunternehmen Anza verantwortete die technische Umsetzung, Jacob Creech und Andrew Fitzgerald zählen laut Berichten zu den wichtigsten Beiträgern (Details).
Zwei technische Spezifikationen, SIMD-0296 und SIMD-0385, definieren die größere Transaktionsgröße und das neue Nachrichtenlayout, das sie tragen soll.
Das Versenden von V1-Transaktionen ist optional; Legacy- und v0-Formate funktionieren unverändert weiter. Der zusätzliche Platz steht für Instruktionen, Signaturen und weitere Ausführungsdaten zur Verfügung und ändert nichts an der Zahl der Transaktionen pro Sekunde, die das Netzwerk verarbeiten kann.
Auch interessant: XRP Ledger bündelt 3.254 Transaktionen in einem Block – neuer Rekord
Warum das 4.096-Byte-Limit von Solana relevant ist
Unter dem alten Limit mussten Entwickler komplexe Abläufe in enge Grenzen pressen oder auf mehrere Transaktionen aufteilen und sie anschließend über „Bundles“ logisch zusammennähen. Diese Bündel boten jedoch keine Protokoll-Garantie, dass alle Teilschritte gemeinsam gelingen oder scheitern.
Mit V1 verzichtet Solana zudem auf Address Lookup Tables und schreibt Konto-Adressen direkt in die Transaktion. Das vereinfacht das Layout, kostet aber 32 Byte pro Konto statt eines einzelnen Index-Bytes.
Den größten unmittelbaren Nutzen haben Unternehmens-Wallets mit mehreren Freigabeinstanzen (Multisig) sowie Zero-Knowledge-Proofs, die Informationen verifizieren, ohne sie offenzulegen. Ethereum (ETH) kennt dagegen kein festes Protokoll-Limit für die Transaktionsgröße und bepreist lediglich ressourcenintensive Operationen höher. Das Solana-Upgrade verringert somit einen strukturellen Unterschied, der beide Netzwerke seit Jahren trennt.
Mehr Kapazität garantiert allerdings keine Nutzung. Galaxy Research hat angemerkt, dass ein Großteil der in Solana-Token gebundenen Werte weiterhin brachliegt, während konkurrierende Netzwerke in einigen wachstumsstarken Segmenten voraus sind. Laut DeFiLlama liegt der in Solanas DeFi gebundene Total Value Locked (TVL) bei rund 5,95 Milliarden US-Dollar; Real-World-Assets auf Solana überschritten im August die Marke von 4 Milliarden US-Dollar, verteilt auf mehr als 350.000 Adressen.
Solana-Upgrades vor Transaction V1
Das Lesen von V1-Transaktionen stellt für Teile der Infrastruktur einen Breaking Change dar: Eine Abfrage einer einzelnen Transaktion kann scheitern, wenn der jeweilige Dienst noch nicht aktualisiert wurde. Validatoren und RPC-Betreiber sollten mindestens Agave v4.2.2 einsetzen. Auch eine Blockabfrage kann fehlschlagen, sobald der Block nur eine einzige V1-Transaktion enthält.
Das ursprüngliche Limit von 1.232 Byte ging zurück auf Beschränkungen von IPv6-Paketen, die nicht mehr relevant waren, nachdem Solana seinen Netzwerkverkehr auf QUIC umgestellt hatte. Anza verschob die Mainnet-Aktivierung auf Bitten von Ökosystem-Teams um sechs Tage, um zusätzliche Tests und Integrationen zu ermöglichen.
Das neue Transaktionsformat folgt auf ein Upgrade im Mai, bei dem die Blockkapazität von 60 auf 100 Millionen Compute Units erhöht wurde, sowie auf eine schrittweise Kürzung der On-Chain-Storage-Miete um 90 %.
Lesen Sie als Nächstes: Grok 5 rückt als Musks AGI-Ziel in den Fokus – Sicherheitswarnungen zu KI nehmen zu

