Strategy hat vier aufeinanderfolgende wöchentliche Bitcoin-(BTC)-Käufe ausgesetzt – die längste Pause seit zwei Jahren – und geht mit 3,225 Milliarden US‑Dollar an Barmitteln in den Quartalsbericht zum zweiten Quartal am 30. Juli.
Wichtigste Punkte:
- Der letzte bestätigte Bitcoin-Kauf von Strategy – 520 BTC für rund 34,9 Mio. US‑Dollar – deckte die Woche bis zum 21. Juni ab.
- Die Zahlen zum zweiten Quartal werden am Donnerstag nach US‑Börsenschluss vorgelegt, der Conference Call mit Investoren beginnt um 23 Uhr deutscher Zeit.
- Das mNAV-Verhältnis des Unternehmens rutschte Ende Juni erstmals in der Firmengeschichte unter 1.
Strategy-Bitcoin-Meldungen: vier Wochen Funkstille
In den bei der Securities and Exchange Commission eingereichten Meldungen vom 29. Juni, 6. Juli, 13. Juli und 20. Juli wurden jeweils keine Bitcoin-Käufe ausgewiesen.
Der letzte bestätigte Erwerb betraf den Zeitraum vom 15. bis 21. Juni und umfasste 520 BTC für rund 34,9 Mio. US‑Dollar. Die jüngste Meldung verzeichnete stattdessen MSTR-Aktienverkäufe im Volumen von 263,5 Mio. US‑Dollar und hievte die Dollar-Reserven damit auf 3,225 Mrd. US‑Dollar.
Michael Saylor setzt dennoch weiterhin Signale und postete am Sonntag auf X den Übersichts-Chart zu Strategies Bitcoin-Käufen mit der Bildunterschrift „We're gonna need another color“. Es war bereits sein fünfter derartiger Beitrag seit der letzten gemeldeten Transaktion – ohne dass das Unternehmen seither einen Handel bestätigt hat.
Die Pause ist dabei keineswegs bloß Untätigkeit. Zwischen dem 29. Juni und 5. Juli verkaufte das Unternehmen 3.588 BTC für rund 216 Mio. US‑Dollar – der größte Abbau von Beständen in der Firmengeschichte – und leitete die Erlöse in Vorzugsdividenden und Liquidität um. Ein Ende Juni verabschiedeter Rahmenplan erlaubt Aktienrückkäufe im Volumen von 1 Mrd. US‑Dollar, weitere 1 Mrd. US‑Dollar für digitale Schuldverschreibungen sowie Bitcoin-Verkäufe von bis zu 1,25 Mrd. US‑Dollar.
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Michael Saylor kämpft mit bröckelnder mNAV-Logik
Die Aktie von Strategy wurde über Jahre hinweg mit einem Aufschlag auf den Wert der gehaltenen Coins gehandelt – ein Verhältnis, das das Management als mNAV bezeichnet. Diese Prämie ermöglichte es, neue Aktien auszugeben und gleichzeitig die gehaltenen Bitcoin pro Aktie zu steigern. Ende Juni fiel der Wert kurzzeitig auf etwa 0,99 – der erste Wert unter der Parität – bevor er sich auf rund 1,03 erholte. Das Management sieht die Gewinnschwelle allerdings eher bei etwa 1,22.
Julio Moreno, Forschungschef bei CryptoQuant, führte in einer Analyse den Kursrückgang der Vorzugsaktien von Strategy auf eine „Verschlechterung der Fundamentaldaten von Strategy“ Ende Juni zurück. Die Dividendenverpflichtungen hatten sich binnen sechs Monaten auf 1,2 Mrd. US‑Dollar vervierfacht, während die Absicherung dieser Ausschüttungen von über sieben Jahren auf etwa 14 Monate zusammenschmolz. Die Analysten rieten dem Unternehmen, Bitcoin-Käufe einzustellen und die Cash-Reserven wieder aufzubauen.
Bitcoin-Schwäche dreht den Ausblick für die Strategy-Ergebnisse
Von LSEG befragte Analysten rechnen im zweiten Quartal mit einem operativen Ergebnis von 3,86 Mrd. US‑Dollar – ein Umschwung nach zwei Verlustquartalen in Folge. Zwei der sieben Schätzungen wurden allerdings noch vor dem Bitcoin-Rückgang im Juni abgegeben und könnten die Konsensprognose anfällig für negative Überraschungen machen.
Das erste Quartal setzte dabei die Messlatte: ein operativer Verlust von 14,5 Mrd. US‑Dollar und ein Nettoverlust von 12,8 Mrd. US‑Dollar infolge der mark‑to‑market-Abwertung der Bitcoin-Bestände.
Seitdem ist die Bitcoin‑Jahresrendite von 9,4 % Anfang Mai auf 5,8 % zurückgegangen, während das Wachstum der Bitcoin-Menge pro Aktie im Jahresvergleich auf 8 % abgebremst hat. Die MSTR‑Aktie schloss am Freitag bei 91,67 US‑Dollar und liegt damit im laufenden Jahr rund 33 % im Minus – bei einem Rückgang von Bitcoin um 24 %.
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