Tesla wird seinen lange verspäteten Roadster der zweiten Generation am 1. Oktober vorstellen – eine Inszenierung von CEO Elon Musk, während die Aktie seit Jahresbeginn rund 20 % im Minus liegt.
Wichtigste Punkte:
- Tesla nennt den 1. Oktober als Termin für die Roadster-Enthüllung – ein Auto, das erstmals im November 2017 gezeigt und einst für Auslieferungen 2020 versprochen wurde.
- Analysten liegen im Konsens bei einem Kursziel von knapp 397 Dollar, ihre Einzelprognosen reichen jedoch von 125 bis 600 Dollar.
- Der Umsatz im zweiten Quartal erreichte einen Rekordwert, die operative Marge sackte zugleich auf 1,4 % ab.
Termin für die Tesla-Roadster-Premiere
Teslas Account auf X postete am 12. September den Teaser „Go for launch“ samt Grafik mit dem Premierentermin. Musk bestätigte die Pläne wenige Minuten später in einer kurzen Antwort.
Inzwischen hat das Unternehmen Einladungen verschickt – zunächst an Reservierungshalter – zu einer Veranstaltung in Waco, Texas.
Auf der offiziellen Roadster-Website läuft nun ein Countdown. Angaben zu Preis, technischen Daten oder einem verbindlichen Auslieferungszeitpunkt gibt es von Tesla bislang nicht.
Im Fokus stehen optionale Kaltgas-Triebwerke, entwickelt mit Ingenieuren von SpaceX, die den Wagen kurzzeitig vom Boden abheben lassen sollen. Musk hat erklärt, dass die Produktion erst 12 bis 18 Monate nach der Präsentation anlaufen werde – unabhängig davon, was genau gezeigt wird.
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Tesla-Aktie hofft auf Katalysator
Anleger gehen in das Event mit einer Aktie, die hinter dem Markt zurückliegt: Am 15. September schloss Tesla bei 360,45 Dollar. Auf der Wettplattform Polymarket bewerteten Spekulanten die Wahrscheinlichkeit einer Roadster-Auslieferung bis zum 31. Dezember auf nur 4,5 %, bei einem überschaubaren Einsatzvolumen von rund 1.019 Dollar.
Die Wall Street zeigt sich optimistischer als die Wettmärkte. 43 Analysten setzen das durchschnittliche Kursziel auf 396,94 Dollar – etwa 8 % über dem aktuellen Kurs. Ihre einzelnen Schätzungen reichen von 125 bis 600 Dollar und spiegeln damit wider, wie groß die Uneinigkeit über die Bewertung von Tesla ist.
Die jüngsten Zahlen liefern Ansatzpunkte für diese Diskrepanz. Der Umsatz im zweiten Quartal stieg auf einen Rekordwert von 28,24 Milliarden Dollar, gleichzeitig fiel die operative Marge von 4,1 % im Vorjahr auf nur noch 1,4 %. Die operativen Kosten schossen um 47 % in die Höhe – vor allem wegen Investitionen in Künstliche Intelligenz und Robotaxis.
Die Präsentation trifft damit auf ein Unternehmen, das eine neue Story gut gebrauchen kann. Musk sagte auf dem All-In Summit, Erfolg sei nicht garantiert, Begeisterung allerdings schon. Zudem betonte er, es brauche ein Live-Publikum, das bezeugen könne, dass die gezeigten Aufnahmen nicht von einer KI generiert seien.
Roadster-Verzögerungen seit 2017
Einige Analysten sehen in der Inszenierung vor allem nüchterne Wettbewerbstaktik. Elektrische Hypercars von Rimac, Pininfarina und der BYD-Marke Yangwang haben Beschleunigungszeiten unter zwei Sekunden bereits fast zur Routine gemacht, wie ein Autojournalist argumentierte. Tesla sei daher gezwungen, etwas zu liefern, das sich nicht ohne Weiteres kopieren lässt.
Tesla hat zudem seinen früheren Ansatz verworfen, den Roadster auf Basis von Model‑S‑Plaid-Komponenten zu bauen, und entwickelte stattdessen ein komplett neues Hypercar mit Carbonfaser-Monocoque.
Warten ist seit Jahren das zentrale Motiv. Nach der Präsentation 2017 zahlten Käufer Reservierungsgebühren von 50.000 Dollar, ohne bislang ein Fahrzeug erhalten zu haben – eine Lücke, die OpenAI-Chef Sam Altman inzwischen öffentlich kritisierte. Die jetzige Premiere folgt auf eine ganze Serie geplatzter Termine in diesem Jahr: einen ursprünglich anvisierten 1. April, eine spätere Verschiebung in den späten April, eine Absage im Juni und Pläne für August.
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