Tether (USDT) gab am Dienstag bekannt, dass das Unternehmen eine Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der ersten vollständigen, unabhängigen Prüfung der Finanzabschlüsse der USDT-Reserven beauftragt hat. Die Prüfung umfasst einen Stablecoin im Volumen von 184 Milliarden US-Dollar, der seit seiner Gründung im Jahr 2014 ohne vollständiges Audit betrieben wurde.
Das Unternehmen gab nicht bekannt, welche Gesellschaft ausgewählt wurde, und es wurde kein Zeitplan für den Abschluss genannt.
Die Prüfung geht über die vierteljährlichen Bestätigungsvermerke hinaus, die Tether in der Vergangenheit über BDO Italia veröffentlicht hat.
Ein vollständiges Finanz-Audit umfasst Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, interne Kontrollen und Berichtssysteme auf fortlaufender Basis – der Standard, der bei börsennotierten Unternehmen gilt. Zu den Big Four gehören Deloitte, EY, KPMG und PwC.
Kontext: Jahre der Prüfung
Tether sah sich seit seiner Gründung anhaltenden Fragen zur Reserveunterlegung von USDT gegenüber. Im November 2025 herabstufte S&P Global die Peg-Stabilitätsbewertung von USDT auf die schwächste Stufe und verwies auf höher riskante Anlagen, die auf 24 % der Reserven gestiegen seien, sowie auf anhaltende Offenlegungslücken.
Bitcoin machte ungefähr 5,6 % der Reserven aus – mehr als der damals implizite Absicherungspuffer.
Tethers Bestätigungsvermerk für das dritte Quartal 2025 wies Gesamtreserven von rund 181 Milliarden US-Dollar aus, davon etwa 135 Milliarden in US-Staatsanleihen.
CEO Paolo Ardoino widersprach der Einschätzung von S&P öffentlich.
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Was der Auftrag umfasst
Die Onboarding-Phase – einschließlich einer Prüfung der Systeme, internen Kontrollen und des Finanzberichtswesens von Tether – wurde nach Angaben des Unternehmens vor mehreren Wochen abgeschlossen.
CFO Simon McWilliams, der Anfang 2025 ernannt wurde, sagte, die Gesellschaft sei ausgewählt worden, weil „die Organisation bereits nach Big-Four-Audit-Standard arbeitet“.
Die Prüfung wird digitale Vermögenswerte, traditionelle Reserven und tokenisierte Verbindlichkeiten abdecken. Tether erklärte zudem, im Rahmen des Prozesses bestimmte börsennotierte Wertpapiere umschichten zu wollen.
Regulatorischer Hintergrund
Der Schritt erfolgt unter Druck aus zwei Richtungen. Der GENIUS Act, der im Juli 2025 unterzeichnet wurde, verpflichtet ausländische Stablecoin-Emittenten mit Geschäftstätigkeit in den USA zu Reserveprüfungen.
Der europäische MiCA-Rahmen schreibt eigene Transparenzanforderungen für Stablecoin-Emittenten vor, die in europäischen Märkten aktiv sind. Tether hat zuvor erklärt, beide Regime einhalten zu wollen.
Tether hat eine Beauftragung – nicht ein abgeschlossenes Audit – bekanntgegeben. Offene Fragen bleiben, welche Gesellschaft engagiert wurde, wann die Prüfung abgeschlossen sein wird und was sie tatsächlich über die Zusammensetzung der Reserven und die Gegenparteibeziehungen offenlegen wird.
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