Bitcoin (BTC) dürfte in den kommenden Monaten eng an globale Makroentwicklungen gebunden bleiben. Analysten verweisen auf Handelskonflikte, Erwartungen an die Geldpolitik und Liquiditätsbedingungen als die wichtigsten Kräfte, die die Kursentwicklung bestimmen – und weniger auf kryptospezifische Fundamentaldaten.
Die aktuelle Phase erhöhter Volatilität spiegelt eine breitere Risikoaversion an den Finanzmärkten wider, wobei sich digitale Vermögenswerte zunehmend wie andere institutionelle Risikoanlagen in Zeiten geopolitischer und politischer Unsicherheit verhalten.
Marktteilnehmer gehen davon aus, dass sich diese Dynamik kurzfristig kaum ändern wird, selbst wenn sich das langfristige Anlageargument für Bitcoin als nichtstaatlicher Wertspeicher weiter verstärkt.
Jüngste Zollmaßnahmen und die rechtliche Unsicherheit rund um die US-Handelspolitik haben eine zusätzliche Belastung geschaffen, den regulatorischen Rückenwind für die Branche abgeschwächt und gleichzeitig die Korrelation zwischen Kryptowährungen und Technologiewerten verstärkt.
Gleichzeitig ist Kapital in traditionelle sichere Häfen geflossen, was die Liquidität aus Altcoins abgezogen und Abwärtsbewegungen im gesamten Sektor verstärkt hat.
Aurélie Barthere, Principal Research Analyst bei Nansen, sagte, der jüngste Ausverkauf scheine eine Fortsetzung des Abwärtstrends zu sein, der Ende 2025 begonnen habe, wobei makroökonomische Auslöser weiterhin die Marktstruktur bestimmten.
Sie identifizierte 60.000 US-Dollar als nächste wichtige Unterstützungsmarke für Bitcoin und 70.000 US-Dollar als kurzfristigen Widerstand. Ein Halten oberhalb der Unterstützung könne den Vermögenswert in den kommenden Sitzungen innerhalb dieser Spanne halten.
Der Verlauf von Ethereum (ETH) bleibe, so bemerkte sie, weitgehend von der Richtung Bitcoins abhängig, wobei die Korrelation zwischen den beiden Assets sich zunehmend Eins annähere.
Dieses Maß an Synchronität unterstreicht, dass die aktuelle Bewegung von Makrobedingungen und nicht von kryptospezifischen Entwicklungen getrieben wird.
Institutionelle Flüsse verknüpfen Bitcoin mit globalen Politikzyklen
Die wachsende Rolle institutioneller Allokatoren in den Digital-Asset-Märkten hat die Sensitivität von Bitcoin gegenüber globalen Politiksprüngen erhöht, insbesondere solchen, die Wachstumserwartungen, Handelsströme und Liquidität beeinflussen.
Raphael Zagury, Gründer und CEO von Elektron Energy, sagte, Zölle und fiskalische Unsicherheit führten zu einer defensiven Kapitalrotation über verschiedene Anlageklassen hinweg und zögen Bitcoin in die gleichen kurzfristigen Handelspattern wie Aktien hinein.
Über längere Zeithorizonte hinweg argumentierte er jedoch, dass dieselbe politische Instabilität die Attraktivität eines Assets mit begrenztem Angebot und vorhersehbarer Ausgabe stärke.
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Er fügte hinzu, dass Unsicherheit – und nicht mehr klar messbares Risiko – zunehmend die wichtigste Einschränkung für Infrastrukturinvestitionen darstelle, da sich durch veränderte Handelsrahmenbedingungen die langfristige Planung von Mining-Operationen erschwere.
Obwohl solche Störungen die Kapitalallokation beeinflussen, stabilisiert der Difficulty-Adjustment-Mechanismus des Netzwerks weiterhin die Profitabilität und erhält die operative Resilienz.
Liquiditätsabfluss belastet Altcoins
Analysten sagen, die Divergenz zwischen Bitcoin und dem breiteren Kryptomarkt werde deutlicher, je stärker sich die Liquidität verknappe.
Jimmy Xue, Mitgründer und Chief Operating Officer bei Axis, beschreibt Altcoins als besonders anfällig für Stimmungsumschwünge, da ihnen die institutionelle Unterstützung und die „digitales Gold“-Erzählung fehlen, die für Bitcoin einen Bewertungsboden bilden.
Im Gegensatz dazu profitiert Gold von seiner Rolle als Absicherung gegen Währungsabwertung und geopolitische Spannungen und zieht in der aktuellen Risikoaversion Kapital an.
Das Ergebnis ist ein Markt, in dem Bitcoin kurzfristig wie ein hochbeta-Makroasset gehandelt wird, während kleinere Token aufgrund dünnerer Liquidität und schwächerer struktureller Nachfrage stärkere Rückgänge erleiden.
Kurzfristig wird Handel in einer Spanne erwartet
Kurzfristige Kurserwartungen deuten eher auf eine Konsolidierung als auf eine klare Trendwende hin.
Lacie Zhang, Research Analyst bei Bitget Wallet, sagte, Bitcoin werde kurzfristig voraussichtlich zwischen 58.000 und 76.000 US-Dollar gehandelt, wobei das aktuelle Niveau eine wichtige Unterstützung teste. Ethereum, so fügte sie hinzu, könnte zwischen 1.750 und 2.200 US-Dollar schwanken.
Sie führte den jüngsten Rückgang auf eine Kombination aus Makrostress, Kapitalrotation und negativer Stimmung zurück, ausgelöst durch prominente Tokenverkäufe und Unternehmensumschichtungen hin zu Infrastruktur für künstliche Intelligenz.
Diese Schritte werden von Privatanlegern zwar als bärisch interpretiert, spiegeln jedoch eher eine langfristige Positionierung wider als eine grundlegende Verschlechterung des Sektors, sagte sie.
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