Bitcoin (BTC) ist nach einem gescheiterten Ausbruch über die Marke von 70.000 $ wieder in Richtung 68.000 $ gefallen, da Händler die durch Energiepreise getriebene Inflationsgefahr gegen wachsende Erwartungen abwägen, dass die US-Notenbank die Zinsen noch in diesem Monat senken könnte.
Der breitere Kryptomarkt steht weiterhin unter Druck, die gesamte Marktkapitalisierung verharrt nahe 2,4 Billionen $, während sich die traditionellen Märkte an ein volatiles makroökonomisches Umfeld anpassen.
Die Ölpreise sind angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten über 80 $ pro Barrel gestiegen, was den US-Dollar stärkt und die Renditen von Staatsanleihen hoch hält.
Analysten sagen, dass diese gegenläufigen Kräfte ein schwieriges Umfeld für Risikoanlagen, einschließlich Kryptowährungen, schaffen.
Energieinflation verschärft makroökonomische Bedingungen
Laut Iliya Kalchev, Analyst bei Nexo, sind die Energiemärkte inzwischen der dominierende Treiber für Liquidität und Korrelationen zwischen Anlageklassen.
„Wenn Energieschocks die Marktgeschichte bestimmen, ziehen sich die Korrelationen zwischen den Anlageklassen zusammen und die Liquidität wird selektiver“, sagte Kalchev.
Bitcoin war zuvor auf rund 74.000 $ gestiegen, bevor er wieder zurückfiel. Der Markt testet nun, ob tiefere Unterstützungsniveaus halten können, während sich der Makrodruck verschärft.
Die institutionelle Nachfrage hat sich ebenfalls abgeschwächt. Bitcoin-ETFs verzeichneten in der Woche Nettoabflüsse von rund 227 Millionen $, was darauf hindeutet, dass Anleger trotz der jüngsten Kursvolatilität vorsichtig bleiben.
Am breiteren Markt handelt Ethereum (ETH) nahe 1.970 $, während wichtige Altcoins wie XRP und Solana um 4 % bzw. 5 % nachgegeben haben.
Analysten betonen, dass die Kursbewegungen weiterhin geordnet verlaufen und es keine Anzeichen für weit verbreitete Zwangsliquidationen gibt.
Schwache Konjunkturdaten befeuern Zinssenkungserwartungen
Während steigende Energiepreise die Inflationserwartungen nach oben treiben, stützen jüngste US-Konjunkturdaten die Argumente für mögliche Zinssenkungen.
Louis Navellier, Gründer von Navellier & Associates, sagte, schwache Arbeitsmarktdaten könnten die US-Notenbank bei ihrer kommenden Sitzung eher zu einer Lockerung der Geldpolitik veranlassen.
Das Arbeitsministerium meldete, dass im Februar 92.000 Stellen auf den Lohnlisten verloren gingen – ein deutlicher Gegensatz zu den Prognosen der Ökonomen, die mit einem Zuwachs von 55.000 Stellen gerechnet hatten.
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„Die Beschäftigung auf den Lohnlisten ist in zwei der vergangenen drei Monate gesunken“, sagte Navellier und wies darauf hin, dass die Beschäftigung in fünf der vergangenen neun Monate zurückgegangen sei.
Auch die Konsumausgaben zeigen Schwächetendenzen. Das Handelsministerium berichtete, dass die Einzelhandelsumsätze im Januar um 0,2 % zurückgingen, wobei sieben der 13 untersuchten Einzelhandelskategorien Rückgänge verzeichneten.
Navellier sagte, dass die Kombination aus schwachen Arbeitsmarktdaten und nachlassender Einzelhandelsaktivität das Argument für eine geldpolitische Lockerung stärken könnte.
„Die Einzelhandelsumsätze stottern weiter und könnten dazu beitragen, die Fed von einer Senkung der Leitzinsen zu überzeugen“, sagte er.
Die Entscheidungsträger bleiben jedoch vorsichtig.
Der Präsident der Federal Reserve Bank von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte kürzlich, ein oder zwei Zinssenkungen in diesem Jahr könnten angemessen sein, falls die Inflation nachlasse. Zugleich warnte er jedoch, dass geopolitische Spannungen eine Verschiebung der Lockerung rechtfertigen könnten.
Bitcoin bleibt in Handelsspanne gefangen
Trotz der jüngsten Volatilität sagen Analysten, dass Bitcoin weiterhin in einer breiten Handelsspanne gefangen ist.
Nicolai Sondergaard, Research-Analyst bei Nansen, sagte, der Markt bewege sich seit mehreren Wochen zwischen etwa 60.000 $ und 71.000 $.
„Der Markt bewegt sich nun seit Wochen in einer Spanne zwischen 60.000 $ und 71.000 $“, sagte Sondergaard.
On-Chain-Daten deuten darauf hin, dass sich Anleger selektiv positionieren, statt eine klare, stark gerichtete Überzeugung zu zeigen.
Die Forschung von Nansen zeigt, dass in den vergangenen Monat verstärkt DeFi-Governance- und Infrastruktur-Token akkumuliert wurden, während andere Sektoren weiterhin stetige Abflüsse verzeichnen.
Auch die Derivatemärkte weisen erhöhte offene Positionen in goldgedeckten Token wie PAXG aus, was darauf hindeutet, dass Händler sich gegen makroökonomische Volatilität absichern.
„Institutionen scheinen Stablecoins und Renditestrategien gegenüber Richtungswetten zu bevorzugen“, sagte Sondergaard.
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