Trezor-Vertriebschef Danny Sanders weist die Behauptung des Blockchain-Ermittlers ZachXBT zurück, alle Hardware-Wallets seien „kompletter Müll“ und ungeeignet, Gelder zu verwahren oder Transaktionen zu signieren.
Wichtigste Punkte:
- Sanders räumt ein, dass Firmware-Updates dringende, hochvolumige Transaktionen stören können.
- Er bezeichnet Hardware-Wallets als stärkste Form der Selbstverwahrung für durchschnittliche Anleger.
- Tornado-Cash-Mitgründer Roman Storm fordert, mobile Wallets sollten BIP39-Passphrasen und luftgetrenntes Signieren unterstützen.
Kritik an Hardware-Wallets flammt erneut auf
ZachXBT schrieb diese Woche auf Telegram, er würde Hardware-Wallets weder zum Signieren von Transaktionen noch zum Aufbewahren von Krypto-Assets vertrauen. Nutzer sollten stattdessen ein separates iPhone ausschließlich für Krypto bereithalten, so sein Rat – ein Frontalangriff auf einen langjährigen Grundpfeiler der Selbstverwahrung.
In einem Gespräch am Freitag gestand Sanders ein, dass der Ärger hinter dieser Kritik nachvollziehbar sei. Er räumte ein, dass Firmware-Updates gelegentlich zeitkritische, hochvolumige Transfers unterbrechen.
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Sanders verteidigt die Sicherheit von Hardware-Wallets
Sanders argumentiert, ZachXBT leite seine Schlussfolgerungen aus einem sehr speziellen Anwendungsfall ab: hochgradig versierte Nutzer, die große Summen bewegen. Solche Setups bräuchten tatsächlich mehr als ein Gerät, sagt er. Eine pauschale Abqualifizierung aller Produkte am Markt lehnt er jedoch ab.
Er zieht eine klare Trennlinie zwischen professionellen Setups und dem Alltagseinsatz.
Selbst ein weitgehend „abgespecktes“ iPhone funkt weiterhin über WLAN, Bluetooth, iMessage und Mobilfunk. Diese Schnittstellen erzeugen laut Sanders deutlich mehr Angriffsflächen als ein dediziertes Hardware-Wallet. Schlüssel direkt auf dem Smartphone zu generieren, erhöhe das Risiko zusätzlich. Hardware-Wallets hingegen bieten ein separates Display, auf dem Nutzer Transaktionsdetails vor der Signatur prüfen können – für Sanders die derzeit stärkste Form der Selbstverwahrung für die breite Anlegerschaft.
Roman Storm unterstützt iPhone-Ansatz – mit Einschränkung
Tornado-Cash-Mitgründer Roman Storm stellt sich tendenziell hinter ZachXBTs iPhone-Idee, verweist aber auf eine zentrale Lücke. Kaum eine Mobile-Wallet unterstützt bislang BIP39-Passphrasen – ein Feature, mit dem reale Vermögenswerte hinter einem scheinbar leeren Wallet verborgen werden können. Storm appellierte deshalb an Entwickler, neben luftgetrenntem (air-gapped) Signieren auch diese Funktion zu integrieren.
Eine zusätzliche Passphrase könnte Guthaben schützen, selbst wenn ein schriftliches Backup in falsche Hände gerät.
Die Auseinandersetzung ist brisant, weil Selbstverwahrung zur Standardantwort der Branche auf die Pleiten und Ausfälle zentralisierter Börsen geworden ist. Die jüngste Welle von Diebstählen zielte jedoch nicht auf Chips, sondern auf Menschen – über Fake-Apps, abgegriffene Backups und Social-Engineering-Angriffe. Sanders und Storm sind sich darin einig, dass heute meist der Nutzer selbst das schwächste Glied der Sicherheitskette ist, nicht mehr das Gerät.
Es ist nicht das erste Mal im Jahr 2026, dass Hardware-Hersteller unter Beschuss geraten. Bereits zuvor hatten Streitigkeiten über mögliche Chip-Schwachstellen und umstrittene App-Rebrandings das Vertrauen belastet, bevor ZachXBT die Debatte nun erneut anfachte.
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