Trezor warnt seine Kunden vor Phishing-E-Mails, die über die offizielle Domain des Unternehmens verschickt wurden. Auslöser ist ein Sicherheitsvorfall bei einem externen E-Mail-Dienstleister – bereits der zweite Drittanbieter-Sicherheitsvorfall mit Auswirkungen auf Trezor-Kunden innerhalb eines Monats.
Zentrale Punkte:
- Ein gehackter externer E-Mail-Dienst ermöglichte es Angreifern, eine gefälschte Trezor-Sicherheitswarnung über die offizielle Domain des Unternehmens zu versenden.
- BitBox meldete eine ähnliche Phishing-Kampagne; durch offiziell wirkende Absenderangaben war der Betrug deutlich schwerer zu erkennen.
- Der frühere ShipMonk-Vorfall betraf letztlich rund 80.700 Trezor-Kunden und legte personenbezogene Daten offen, die das Risiko gezielter Phishing-Angriffe erhöhen können.
Trezor-Phishing
Durch den Angriff auf einen Drittanbieter-E-Mail-Dienst konnten Kriminelle Trezors offizielle Domain nutzen, um eine gefälschte Warnung mit dem Betreff „Critical Security Alert: STM32 Entropy Vulnerability“ zu verbreiten. Das Unternehmen informierte seine Nutzer am 9. September darüber, dass es sich um eine Phishing-Mail handelt, und riet dringend davon ab, Links anzuklicken oder den Anweisungen zu folgen. Trezor hat die betreffende Domain offline genommen.
„Bitte beachten Sie, dass die E-Mail mit dem Betreff ‘Critical Security Alert: STM32 Entropy Vulnerability’ nicht von uns stammt und es sich um einen Phishing-Versuch handelt“, schrieb Trezor.
BitBox, ein Schweizer Hersteller von Bitcoin-(BTC)-Hardware-Wallets, berichtete am selben Tag von einer ähnlichen Phishing-Kampagne unter seinem Namen. Der Krypto-Kommentator Marcello Paz veröffentlichte Screenshots einer Trezor‑ähnlichen Nachricht mit offiziellen Domainnamen und Signaturen – ein Setup, das die Mail deutlich schwerer von gängigen Phishing-Versuchen zu unterscheiden machte.
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Ledger-Sicherheitskontext
Der Missbrauch einer legitimen Absenderdomain wiegt schwer, weil eine einfache Sichtprüfung der sichtbaren E-Mail-Adresse den Betrug diesmal nicht enttarnt hätte. Laut Paz forderte die Mail Kunden dazu auf, ihre Hardware-Wallets wegen einer angeblich kritischen Schwachstelle zu aktualisieren, die insbesondere neuere Geräte betreffen solle. Trezor untersucht derzeit, wie der Zugriff ermöglicht wurde.
Der aktuelle E-Mail-Vorfall steht getrennt von einer im Juni offengelegten Hardware-Schwachstelle rund um den TROPIC01-Chip, der im Trezor Safe 7 verbaut ist.
Das Donjon-Sicherheitsteam von Ledger hatte in Labortests einen Laserangriff demonstriert, mit dem sich die Firmware-Verifikation des Chips umgehen ließ. Trezor betonte damals, Kundengelder seien nicht gefährdet gewesen.
Bereits 2020 war Ledger selbst von einem folgenschweren Datenleck betroffen: Persönliche Daten von mehr als 270.000 Kunden – darunter Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und teils Wohnadressen – wurden veröffentlicht. Darauf aufbauende Betrugsversuche zogen sich über Jahre hin.
Trezors aktuelle Warnung steht zudem im Zusammenhang mit der im August offengelegten Panne beim Logistiker ShipMonk. Dieser hatte Kundendaten offengelegt; zunächst waren rund 13.700 Betroffene identifiziert worden, bevor am 4. September weitere 67.000 US-Kunden hinzukamen. In Summe stieg die Zahl der betroffenen Trezor-Kunden damit auf etwa 80.700.
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