Warum Polymarket dem CLARITY Act nur noch eine 24%‑Chance auf ein Gesetzes werden gibt

Betting odds on the CLARITY Act becoming law this year have slid to 24% despite Trump's push for a Senate vote. (Image: Shutterstock)
Betting odds on the CLARITY Act becoming law this year have slid to 24% despite Trump's push for a Senate vote. (Image: Shutterstock)

Polymarket‑Händler räumen dem CLARITY Act derzeit nur noch eine Chance von 24% ein, 2026 tatsächlich Gesetz zu werden – obwohl Präsident Donald Trump den Senat massiv drängt, das Vorhaben zügig zu verabschieden.

Zentrale Punkte:

  • Die Wettquoten für eine Verabschiedung des CLARITY Act im Jahr 2026 sind bis zum 13. Juli auf etwa 24% gefallen – nach mehr als 70% zu Jahresbeginn.
  • Trump forderte die Senatoren auf, das Gesetz im Gedenken an den verstorbenen Lindsey Graham zu verabschieden und warnte, China könne bei Krypto und KI die Führung übernehmen.
  • Dem Kongress bleiben bis zur Sommerpause am 8. August nur rund vier Wochen – ein Zeitfenster, das viele als letzte realistische Chance für das Projekt in diesem Jahr sehen.

Trump erhöht Druck auf den Senat – doch die CLARITY‑Chancen bröckeln

Der Präsident veröffentlichte seinen Appell am 13. Juli auf Truth Social und forderte die Senatoren auf, das Gesetzespaket zur Marktstruktur von Kryptowährungen im Gedenken an Lindsey Graham zu verabschieden. Der republikanische Senator aus South Carolina war am Wochenende im Alter von 71 Jahren gestorben. Trump warnte, China und andere Staaten wollten die Kontrolle über digitale Vermögenswerte und Künstliche Intelligenz an sich ziehen. „Lasst China bei keinem der beiden Themen gewinnen“, schrieb er.

Der Zeitplan ist eng: Der Senat kehrte am selben Tag nach Washington zurück – damit bleiben bis zur für den 8. August geplanten Sommerpause nur rund vier Arbeitswochen.

Die Märkte zeigten sich unbeeindruckt. Am 13. Juli taxierte Polymarket die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act noch in diesem Jahr Gesetz wird, nur noch auf rund 24%. Zu Jahresbeginn lag sie noch bei über 70%.

Der Bankenausschuss des Senats hatte den Entwurf bereits im Mai mit 15 zu 9 Stimmen gebilligt, darunter zwei Demokraten, die mit den Republikanern stimmten. Für die endgültige Verabschiedung im Plenum wären jedoch 60 Stimmen erforderlich. Der Tod Grahams und das anhaltende Fehlen von Mitch McConnell lassen der Mehrheit kaum Spielraum für Ausfälle.

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Warren, Lummis und Galaxy uneins über Krypto‑Gesetz

Elizabeth Warren forderte in einem Brief an die Fraktionsspitzen des Senats, zusätzliche Ethik‑Regeln aufzunehmen, die es dem Präsidenten, hohen Regierungsvertretern und ihren Familien untersagen würden, direkt vom Krypto‑Sektor zu profitieren.

Vermögensangaben zufolge erzielte Trump im vergangenen Jahr mehr als 1 Mrd. US‑Dollar aus krypto­nahen Geschäften. Cynthia Lummis, eine der zentralen Initiatorinnen des CLARITY Act, stellte sich hinter Trumps Forderung und erklärte, die Vorlage solle „auf seinem Schreibtisch landen“.

Galaxy Digital senkte seine interne Einschätzung der Verabschiedungs­wahrscheinlichkeit auf „Fifty‑Fifty“ und verwies auf den schrumpfenden Kalender, ungeklärte Ethik‑Fragen und einen übervollen Senatsfahrplan, der die Debatte leicht in den September verschieben könnte. Kristin Smith, Präsidentin des Solana Policy Institute, hält dagegen: Ihrer Ansicht nach nimmt die politische Dynamik weiter zu, und eine Abstimmung vor der Sommerpause sei nach wie vor machbar.

Ein neuer Entwurf könnte die Diskussion nun neu justieren. Mitarbeiter des Senats wollen noch in dieser Woche eine aktualisierte Fassung des Gesetzes vorlegen, die Medienberichten zufolge um mehr als 70 Seiten erweitert wurde – unter anderem um stärkere Verbraucherschutz‑Bestimmungen.

Prognosemärkte haben ihre Erwartungen schrittweise zurückgefahren: Polymarket notierte im Mai noch bei rund 74%, fiel im Juni angesichts verhärteter Ethik‑Vorbehalte auf etwa 47%, erholte sich um den 4. Juli mit der Veröffentlichung des damaligen Textes kurzzeitig wieder über 50% – und ist nun auf den tiefsten Stand des Jahres zurückgefallen.

Der CLARITY Act baut auf dem GENIUS Act auf, dem Stablecoin‑Gesetz, das der Kongress im vergangenen Juli verabschiedet und der Präsident unterzeichnet hat. Es bleibt bis heute die einzige große Krypto‑Regulierung, die den Weg durch den Kongress geschafft hat.

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Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

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