Polymarket-Händler bewerten die Chancen, dass der CLARITY Act bis 2026 Gesetz wird, nur noch mit 24 % – obwohl Präsident Donald Trump den Senat drängt, das Gesetzespaket zu verabschieden.
Zentrale Punkte:
- Die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act 2026 verabschiedet wird, fiel am 13. Juli auf etwa 24 %, nach mehr als 70 % zu Jahresbeginn.
- Trump forderte die Senatoren auf, das Gesetz im Gedenken an den verstorbenen Lindsey Graham zu verabschieden und warnte, China könne bei Krypto und KI die Führung übernehmen.
- Dem Kongress bleiben rund vier Wochen bis zur Sommerpause am 8. August – von vielen als letztes realistisches Zeitfenster in diesem Jahr gesehen.
Trump setzt Senat unter Druck – Wettquoten zum CLARITY Act brechen ein
Der Präsident veröffentlichte seinen Appell am 13. Juli auf Truth Social und rief die Senatoren auf, das Gesetz zur Strukturierung der Kryptomärkte im Andenken an Lindsey Graham zu verabschieden. Der Republikaner aus South Carolina war am Wochenende im Alter von 71 Jahren gestorben. Trump warnte, China und andere Staaten strebten nach Kontrolle über digitale Vermögenswerte und Künstliche Intelligenz. „Lasst China in keinem dieser Bereiche gewinnen“, schrieb er.
Der Zeitplan ist eng: Der Senat kehrte am selben Tag nach Washington zurück, es bleiben also nur etwa vier Wochen bis zur Sommerpause ab dem 8. August.
Die Märkte reagierten kaum. Am 13. Juli bewertete Polymarket die Wahrscheinlichkeit, dass der Gesetzentwurf noch in diesem Jahr Gesetz wird, nur noch mit rund 24 % – nach mehr als 70 % Anfang 2026.
Der Bankenausschuss des Senats hatte den Entwurf bereits im Mai mit 15 zu 9 Stimmen gebilligt, zwei Demokraten stellten sich an die Seite der Republikaner. Für die Schlussabstimmung im Plenum sind jedoch 60 Stimmen nötig. Grahams Tod und die anhaltende Abwesenheit von Mitch McConnell lassen der Mehrheit kaum Spielraum für Ausfälle.
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Warren, Lummis und Galaxy uneins über Krypto-Gesetz
Elizabeth Warren forderte in einem Brief an die Senatsspitze strengere Ethik-Regeln. Diese sollen Präsident, Spitzenbeamte und ihre Familien daran hindern, persönlich vom Kryptosektor zu profitieren.
Offenlegungen zu den Finanzen Trumps zeigen, dass er im vergangenen Jahr mehr als 1 Mrd. US-Dollar mit kryptonahen Geschäften verdient hat. Cynthia Lummis, eine der Hauptinitiatorinnen des Gesetzes, unterstützte Trumps Vorstoß und sagte, der Entwurf müsse auf seinem Schreibtisch landen.
Galaxy Digital hat seine interne Wahrscheinlichkeit für ein Inkrafttreten auf „Fifty-fifty“ gesenkt – unter Verweis auf den schrumpfenden Kalender, ungeklärte Ethikfragen und eine übervolle Senatsagenda, die eine Verschiebung bis in den September wahrscheinlich mache. Kristin Smith, Präsidentin des Solana Policy Institute, hält dagegen: Ihrer Ansicht nach nimmt die Dynamik weiter zu, und eine Abstimmung im Plenum vor der Sommerpause sei nach wie vor erreichbar.
Ein neuer Entwurf könnte die Debatte verschieben. Mitarbeiter des Senats wollen voraussichtlich noch in dieser Woche eine aktualisierte Version vorlegen. Dem Vernehmen nach kommen mehr als 70 Seiten hinzu, darunter verstärkte Verbraucherschutzregelungen.
Prognosemärkte haben ihre Erwartungen schrittweise eingedampft. Die Polymarket-Quoten lagen im Mai noch bei etwa 74 %, fielen im Juni im Zuge der Ethikdebatte auf rund 47 %, erholten sich nach Veröffentlichung eines neuen Entwurfs rund um den 4. Juli kurzzeitig wieder über 50 % – und sind inzwischen auf Jahrestief.
Der CLARITY Act baut auf dem GENIUS Act auf, dem Stablecoin-Gesetz, das der Präsident im vergangenen Juli unterzeichnete. Es ist bislang das einzige umfassendere Krypto-Gesetz, das der Kongress verabschiedet hat.
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