Revolut eröffnet 2027 seine erste eigene Flughafen‑Lounge am Flughafen Kopenhagen – und verlässt damit bewusst den rein digitalen Raum, auf dem das Fintech seinen Aufstieg aufgebaut hat.
Zentrale Punkte:
- Revolut plant ein Netzwerk eigener Premium‑Flughafenlounges in Europa, beginnend 2027 in Kopenhagen.
- Plaza Premium Group wird Betriebs- und Investmentpartner; die Lounge soll die größte gemeinsam genutzte Lounge im Schengen‑Raum werden.
- Die Aboerlöse legten im vergangenen Jahr um 67 % zu – stärker als jeder andere Geschäftsbereich.
Revolut Lounge als Anker des Auftritts in Kopenhagen
Das Unternehmen hat mit dem dänischen Drehkreuz einen Vertrag über die Entwicklung der sogenannten Revolut Lounge geschlossen. Das Konzept soll anschließend in priorisierten europäischen Märkten ausgerollt werden. Plaza Premium Group, deren Marke seit 2016 jährlich den Skytrax‑Titel „Best Independent Airport Lounge“ erhält, übernimmt Betrieb und Mitfinanzierung. Revolut positioniert die Fläche als neue Flaggschiff‑Lounge des Flughafens.
Hadi Nasrallah, verantwortlich für Produkt und die New‑Bets‑Einheit, kritisiert, viele Lounges ließen Reisende enttäuscht zurück – Revolut wolle einen Ort schaffen, der, so seine Worte, „mutig und schön“ ist.
Kopenhagen sei dafür ideal, betont er, und verweist auf die starke Präsenz in den nordischen Ländern: Revolut zählt dort bereits über zwei Millionen Kunden und will bis Ende 2026 die Marke von drei Millionen überschreiten.
Die Standortwahl ist klar strategisch. Kopenhagen steht für Design‑Kompetenz und arbeitet mit einem Ein‑Terminal‑Konzept: Alle abfliegenden Passagiere werden über einen zentralen Bereich geführt, statt sich auf mehrere Satelliten zu verteilen. Bis zur Eröffnung rechnet Revolut mit rund 500.000 dänischen Kunden.
Auch interessant: Vier Trader setzen 343 Mio. US‑Dollar gegen Bitcoin – einer knickt bereits ein
Plaza‑Premium‑Partnerschaft zielt auf Aboerlöse
Premium‑ und Metal‑Kunden können bereits heute über die App Zugang zu mehr als 1.000 Lounges erwerben. Der Standort Kopenhagen erweitert damit ein bestehendes Leistungsversprechen, statt ein völlig neues zu schaffen. Doch der Besitz einer eigenen Lounge statt des bloßen Weiterverkaufs von Zugängen verschiebt die Kontrolle – über Design, Gastronomie und die Atmosphäre in der letzten Stunde vor dem Boarding – vollständig zu Revolut.
Abos sind inzwischen der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich. Die entsprechenden Erlöse stiegen im vergangenen Jahr um 67 % auf 708 Millionen Pfund, während der Konzernumsatz insgesamt um 46 % auf 4,2 Milliarden Pfund zulegte. Weltweit bedient das Fintech inzwischen mehr als 75 Millionen Kunden.
Bora Isbulan, stellvertretender CEO von Plaza Premium, spricht von einem neuen Maßstab für Premium‑Reisehospitality an großen internationalen Drehkreuzen. Peter Krogsgaard, Chief Commercial Officer des Flughafens Kopenhagen, sieht in der Lounge ein weiteres Angebot für Passagiere, die Komfort und Service erwarten.
Revoluts physische Expansion nach dem Store in Barcelona
Die Lounge markiert den vorläufigen Höhepunkt eines Jahres, in dem Revolut immer stärker „off‑app“ sichtbar wurde.
Bereits zuvor hat das Unternehmen Pläne für seinen ersten stationären Standort in Barcelona vorgestellt – bewusst als immersiven Markenraum und nicht als klassische Filiale. Zudem kamen Mobilfunktarife und Reisebuchungen hinzu.
Eine Sekundärplatzierung von Mitarbeiteranteilen bewertete Revolut im Juli mit 115 Milliarden US‑Dollar, nach 75 Milliarden im November zuvor. Vorausgegangen war im März die Erteilung einer vollwertigen britischen Banklizenz.
Weiterlesen: Verkaufsdruck auf XRP fällt auf 0,86 – schwächster Wert seit Mai





