US-Sondergesandter Steve Witkoff hat für das Jahr 2025 knapp 107 Millionen Dollar an Einkommen aus einer Beteiligungsgesellschaft mit Verbindung zu World Liberty Financial gemeldet – nur wenige Tage vor einer wegweisenden Kryptostimmen im US-Senat.
Wichtigste Punkte:
- Laut Witkoffs Unterlagen hat sich sein Einkommen aus derselben Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr in etwa verdreifacht.
- Die Senatoren stimmen am 15. September über eine Verfahrensfrage zum CLARITY Act ab; für das Weiterkommen sind 60 Stimmen nötig.
- Sieben Demokraten im Senat kritisieren, dass die Ethikregeln im Gesetzentwurf noch immer nicht weit genug gehen.
Witkoffs Unterlagen weisen 107 Mio. Dollar Krypto-Einkünfte aus
Die bei der Office of Government Ethics eingereichte und von einer Ethikorganisation ausgewertete Offenlegung weist Einnahmen von rund 69 Millionen Dollar in bar und etwa 38 Millionen Dollar in digitalen Vermögenswerten aus. Gegenüber den 34 Millionen Dollar, die Witkoff ein Jahr zuvor aus derselben Holding gemeldet hatte, entspricht das einem Sprung um das rund Dreifache, wie separate Berichte zeigen.
In der Einreichung wird der Betrag als eine Summe geführt; eine Aufschlüsselung zwischen Kryptogeschäft und den im selben Firmengeflecht gebündelten Resort-, Golf- und Wohnimmobilienaktivitäten fehlt. Zusätzlich meldete Witkoff 120 Millionen Dollar aus dem Verkauf eines Anteils an seiner Immobilienfirma – eine Transaktion, die in den Unterlagen als Teil einer Desinvestitionsstrategie beschrieben wird. Ein Käufer wird nicht genannt.
Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, Witkoff habe sich „vollständig von World Liberty Financial getrennt“; seine früheren geschäftlichen Verbindungen stünden in keinem Zusammenhang mit den Nahost-Friedensgesprächen, die er für Präsident Donald Trump führt.
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CLARITY Act: Ethikstreit spaltet Demokraten
Der Senat kehrt am Montag aus der Sitzungspause zurück und stimmt am Dienstagnachmittag darüber ab, ob die Debatte über das Marktstrukturgesetz eröffnet wird. Der Entwurf hatte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen passiert. Die Republikaner verfügen im Senat über 53 Sitze, sodass die Befürworter mindestens sieben demokratische Stimmen benötigen. Prognosemärkte sehen die Chance auf eine Verabschiedung in diesem Jahr inzwischen nur noch bei rund 16 Prozent – nach etwa 82 Prozent im Februar.
Sieben demokratische Senatorinnen und Senatoren monieren, der Entwurf bleibe bei Ethik, Verbraucherschutz und der Eindämmung illegaler Finanzströme zu zahm. Kirsten Gillibrand kündigte an, sie werde das Gesetz ohne ein durchsetzbares Verbot, dass amtierende Präsidenten an Krypto-Geschäften verdienen, nicht unterstützen. Der Text verbietet es bestimmten Amtsträgern, während ihrer Amtszeit eigene digitale Vermögenswerte zu emittieren, überträgt die Durchsetzung aber ausschließlich dem Justizministerium und enthält ein Ablaufdatum: den 20. Januar 2029 – den Tag, an dem Trumps Amtszeit endet.
World Liberty im Dauerscheinwerfer
Trump selbst meldete im vergangenen Jahr schätzungsweise 1,4 Milliarden Dollar an Krypto-Einkommen, darunter 526 Millionen Dollar aus Token-Verkäufen über World Liberty. Das Projekt wird von Witkoffs Sohn Zach Witkoff gemeinsam mit Trumps drei Söhnen geführt; sowohl Trump als auch Steve Witkoff trugen zeitweise den Titel „Co-Founder emeritus“. Die öffentliche und regulatorische Aufmerksamkeit nimmt seit Monaten stetig zu.
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