XRP (XRP) notiert nahe 1,09 US‑Dollar, während rekordtiefe monatliche Überverkauft‑Signale auf verhaltene institutionelle Nachfrage treffen und Zweifel bleiben, ob der Token bereits einen tragfähigen Boden ausgebildet hat.
Wichtige Punkte:
- Der monatliche RSI von XRP ist unter die Niveaus vom Marktcrash im März 2020 gefallen.
- Analysten sehen 1,22 US‑Dollar als Ausbruchsschwelle, während ein Bruch von 1,01 US‑Dollar weitere Schwäche signalisieren könnte.
- ETF‑Zuflüsse und Börsenabflüsse liefern bislang wenig Hinweise auf eine nachhaltige Akkumulation.
XRP sendet Überverkauft‑Signale
XRP liegt weiterhin rund 72 % unter seinem Allzeithoch, nachdem der Kurs im Juni ein Zweijahrestief knapp über 1 US‑Dollar markiert hatte. Aktuell wird der Token um 1,09 US‑Dollar gehandelt. Der Relative‑Strength‑Index (RSI), der misst, ob Kauf‑ oder Verkaufsdruck überzogen ist, gilt bei Werten unter 30 als überverkauft. Der Analyst Ash Crypto betonte, dass der monatliche RSI von XRP inzwischen unter das Niveau des Crashs vom März 2020 gefallen ist.
Analyst ChartNerdTA verweist auf das mittlere Regressionsband im sogenannten Gaussian‑Kanal von XRP – eine Zone, der in früheren Zyklen längere Akkumulationsphasen folgten. Diese Unterstützung verläuft derzeit um 0,88 US‑Dollar und könnte im Zeitverlauf ansteigen. Analyst CW wiederum sieht den Rückgang des Open Interest während der jüngsten Aufwärtsbewegung als Hinweis darauf, dass Short‑Positionen geschlossen oder liquidiert wurden: „Bärische Marktteilnehmer begrenzen während der Rallye ihre Verluste.“
Short‑Eindeckungen können zwar kräftige Short Squeezes auslösen, anhaltende Aufwärtstrends benötigen jedoch in der Regel neue Long‑Positionen und stärkere Spot‑Nachfrage. XRP legte im Juli rund 6,83 % zu. Der August verlief historisch weitgehend seitwärts, mit einem Durchschnittszuwachs von lediglich 0,43 %.
Lesen Sie auch: Apples faltbares iPhone ist noch nicht auf dem Markt, Prognosen sehen dennoch bereits ein Viertel Marktanteil
Risiken für einen Boden
Spot‑Exchange‑Traded‑Produkte wiesen im Juli an 11 der 17 Handelstage überhaupt keine Bewegung auf, wie Daten von SoSoValue zeigen. Zugleich signalisierten geringere Abflüsse von Kryptobörsen, dass sich die Akkumulation abgekühlt hat. Die Fondsnachfrage bleibt verhalten.
Ein Schlusskurs von mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen über 1,22 US‑Dollar würde das Ausbruchsszenario stützen und könnte institutionelle Zuflüsse wiederbeleben. Fällt der Kurs hingegen unter 1,01 US‑Dollar, dürfte der Druck auf den Token zunehmen.
Das Verkaufsvolumen ist derzeit dünn. ChartNerdTA kommentierte: „Ein Rückgang unter 1,00 US‑Dollar würde die RSI‑Positionierung mit echten historischen Makro‑Bodenstrukturen in Einklang bringen“ – ein Grund, warum viele Analysten die Zone um 1 US‑Dollar weiterhin als entscheidend betrachten.
XRP kommt auf eine Marktkapitalisierung von knapp 68 Milliarden US‑Dollar, mit 62,5 Milliarden Token im Umlauf und einem Tagesvolumen von über 1,2 Milliarden US‑Dollar. Dennoch zeigt der schrittweise Rückgang in Richtung 1 US‑Dollar, dass ein tragfähiger Boden weiter auf breitere Marktunterstützung, regulatorische Klarheit rund um Ripple und frische Kaufbereitschaft angewiesen ist.
Weiterlesen: DEX‑Volumen bricht im Juli um 26 % ein, da die On‑Chain‑Liquidität austrocknet





