Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag um rund 4 % auf ein Einmonatstief knapp über 80.000 Dollar gefallen, bevor sich der Kurs wieder etwas erholte. Ether (ETH), XRP (XRP) und Solana (SOL) verzeichneten dabei noch deutlichere Rückgänge.
Wichtige Punkte:
- Bitcoin verlor am Donnerstag rund 4 %, markierte ein Tief nahe 80.300 Dollar und erholte sich bis Freitagmorgen auf etwa 82.000 Dollar.
- Ether und XRP gaben jeweils um rund 6 % nach, Solana rutschte um etwa 9 % ab; die Liquidationen summierten sich auf über 1,1 Mrd. Dollar.
- Ölpreise über 105 Dollar je Barrel und Renditen von US-Staatsanleihen auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren erhöhten den Druck – zwei Tage vor dem Jahrestag des Flash Crash.
Bitcoin-Verkäufe weiten sich aus
Ein anfangs moderater Kursrückgang beschleunigte sich im Verlauf des US-Handels deutlich und drückte Bitcoin rund 8 % unter das jüngste Verlaufshoch bei knapp 87.000 Dollar. Ether und XRP verloren binnen 24 Stunden jeweils etwa 6 %, wobei Ether auf rund 2.400 Dollar zurückfiel. Solana traf es mit einem Minus von rund 9 % am härtesten. Bei etwa 80.300 Dollar setzten Käufer wieder ein, Bitcoin erholte sich anschließend bis Freitagmorgen auf ungefähr 82.000 Dollar.
Daten von CoinGlass zeigen für die vorangegangenen 24 Stunden Liquidationen im Volumen von 974 Mio. Dollar zur Mittagszeit in New York. Ether stand dabei für 311 Mio. Dollar, Bitcoin für 238 Mio. Dollar. Später überschritt die Summe die Marke von 1,1 Mrd. Dollar, davon entfielen rund 1,05 Mrd. Dollar auf Long-Positionen – Trader, die auf weiter steigende Kurse gesetzt hatten, trugen somit nahezu die gesamten Verluste.
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FxPro warnt vor Bitcoin-Korrektur
Der Kursrutsch folgte weitgehend dem Szenario, das Analysten von FxPro bereits am Dienstag skizziert hatten, als Bitcoin noch um 86.600 Dollar gehandelt wurde. Ein Bruch der Unterstützung bei 83.000 Dollar würde signalisieren, dass die Verkäufer das Zepter übernommen haben und den Kurs relativ rasch in Richtung 80.000 Dollar drücken könnten, hieß es. Diese Marke fiel noch vor Eröffnung der US-Börsen am Donnerstag.
Rückenwind für die Bären kam auch vom Rohölmarkt – und später etwas Entlastung. Der Preis für Brent-Rohöl kletterte zeitweise über 105 Dollar je Barrel, nachdem der Krieg mit Iran die Energieperspektiven eintrübte, gab jedoch wieder nach, als Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht militärisch angreifen.
Auch die Finanzierungskosten lasten auf Risikoanlagen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg in dieser Woche über 5,3 % und damit auf den höchsten Stand seit 24 Jahren. Aus am Mittwoch veröffentlichten Protokollen ging hervor, dass die meisten Notenbanker der Federal Reserve einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende für wahrscheinlich halten – ein Signal, das zinstragende Anlagen gegenüber spekulativen Werten attraktiver macht.
Institutionelle Investoren blicken dennoch zunehmend langfristig auf Digitalwerte. Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage von State Street zufolge rechnen rund 51 % der Befragten damit, dass digitale Vermögenswerte innerhalb von fünf Jahren im Mainstream ankommen werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber 11 % im Jahr 2024. In derselben Erhebung unter 300 Asset-Managern, institutionellen Investoren und Vermögensverwaltern gaben die Teilnehmer an, im Schnitt bereits rund 11 % ihrer Portfolios in digitale Assets zu halten – Tendenz steigend.
Jahrestag des Bitcoin-Flash-Crash
Die jüngste Verkaufswelle ereignete sich zwei Tage vor dem ersten Jahrestag des Flash Crash vom 10. Oktober 2025, als Bitcoin binnen kurzer Zeit von rund 122.000 auf 105.000 Dollar absackte. Ein Großteil der Bewegung spielte sich innerhalb weniger Minuten in einem ausgedünnten US-Abendhandel am Freitag ab. Zuvor hatte die Kryptowährung nur wenige Tage früher ein Rekordhoch von über 126.000 Dollar erreicht – und notiert damit aktuell immer noch etwa 35 % unter diesem Spitzenwert.
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