Bitcoin (BTC) wird rund 17 % unter den durchschnittlichen Förderkosten je Coin gehandelt – trotzdem werfen die meisten Miner ihre Reserven nicht auf den Markt.
Wichtigste Punkte:
- Bitcoin liegt bei etwa 63.400 US‑Dollar und damit klar unter den geschätzten durchschnittlichen Produktionskosten von rund 78.000 US‑Dollar.
- Transaktionsgebühren machen inzwischen deutlich weniger als 1 % der Miner-Umsätze aus – der geringste Anteil seit 2015.
- Börsennotierte Miner haben in diesem Jahr rund 28.000 Bitcoin verkauft, hauptsächlich zur Finanzierung des Ausbaus von KI‑Rechenzentren.
Förderkosten ziehen Bitcoin‑Preis davon
Branchenanalysen beziffern die durchschnittlichen Kosten zur Erzeugung eines Bitcoin auf knapp 78.000 US‑Dollar; Schätzungen zufolge arbeitet etwa ein Fünftel der globalen Mining‑Flotte damit bereits defizitär.
Der Spotpreis liegt seit Monaten unter dieser Marke und pendelte in dieser Woche um 63.400 US‑Dollar. Für schwächer kapitalisierte Betreiber wird die Luft damit dünn. Viele sehen sich gezwungen, ältere Maschinen abzuschalten und Investitionen in andere Geschäftsbereiche umzulenken.
Allerdings trifft diese Kostenfalle nicht alle gleichermaßen: Wer auf moderne Miner setzt und Stromverträge unter fünf US‑Cent je Kilowattstunde sichern konnte, erwirtschaftet weiterhin positive Margen. Der ausgewiesene Branchendurchschnitt bündelt Energie-, Abschreibungs- und Finanzierungskosten und verdeckt damit die große Spreizung zwischen den effizientesten und den am stärksten unter Druck stehenden Unternehmen.
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Verkaufsdruck der Miner bleibt verhalten
On-chain‑Indikatoren zur Profitabilität liegen deutlich unter ihren Jahresschnitten, doch die Abflüsse der Miner zeichnen ein anderes Bild. Der Puell Multiple, der die täglichen Erlöse der Miner ins Verhältnis zum 365‑Tage‑Durchschnitt setzt, bewegt sich um 0,74 – ein Bereich, den Analysten als deutlichen Einnahmestress werten. Der Miner Position Index bleibt zugleich negativ, was darauf hinweist, dass Miner ihre Bestände eher halten als systematisch an Börsen zu transferieren.
Zusätzlichen Puffer liefern die Gebühren derzeit nicht.
Transaktionsgebühren steuern in diesem Monat laut Glassnode‑Daten deutlich weniger als 1 % zu den Einnahmen der Miner bei – der geringste Wert seit 2015. On-chain‑Analyst Axel Adler Jr. betont, das Netzwerk passe sich dennoch kontrolliert an: Während der Bitcoin‑Preis seit seinem Hoch im Oktober 2025 um 49 % gefallen sei, habe die Hashrate lediglich um 23 % nachgegeben.
Bitcoin‑Miner schwenken auf KI‑Geschäft um
Dort, wo Miner doch verkaufen, dient dies überwiegend der strategischen Neuausrichtung. Börsennotierte Unternehmen haben in diesem Jahr laut Branchenangaben rund 28.000 BTC abgegeben – Gegenwert etwa 1,78 Mrd. US‑Dollar. Ihre kumulierten Reserven sanken damit von rund 127.000 auf etwa 99.000 Coins. Ein erheblicher Teil der Erlöse floss in zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten, die an Kunden aus dem Bereich Künstliche Intelligenz vermietet werden – ein Geschäft, das in Dollar vergütet wird und nicht in Block‑Rewards.
MARA Holdings hat offengelegt, im ersten Halbjahr 23.093 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 70.631 US‑Dollar verkauft und damit rund 1,6 Mrd. US‑Dollar erlöst zu haben. Den Großteil der Mittel nutzte das Unternehmen zur Rückzahlung wandelbarer Anleihen sowie zur Finanzierung einer geplanten Übernahme gasbefeuerter Kraftwerkskapazitäten im US‑Bundesstaat Ohio.
Der Rückzug aus dem reinen Mining‑Geschäft zeichnet sich bereits seit Ende vergangenen Jahres ab.
Die Mining‑Difficulty erreichte im November 2025 einen Höchststand von rund 156 Billionen und ist seither um mehr als 19 % gefallen – einer der kräftigsten und zugleich anhaltendsten Rückgänge in der Historie. Allein im ersten Quartal veräußerten börsennotierte Miner mehr als 32.000 Bitcoin. Jede weitere Absenkung der Schwierigkeit verschafft den verbliebenen, weiter aktiven Betreibern einen größeren Anteil an einem insgesamt schrumpfenden Reward‑Pool.
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