Hyperscale Data hat rund 685 Bitcoin (BTC) für etwa 43 Millionen US‑Dollar veräußert und damit seine hauseigene Reserve auf 275 Coins reduziert. Der Mittelzufluss soll vor allem den Ausbau eines Rechenzentrums im US-Bundesstaat Michigan finanzieren.
Wichtigste Punkte:
- Hyperscale Data hat rund 685 Bitcoin für etwa 43 Millionen Dollar verkauft und damit Unternehmensschulden um etwa 30 Millionen Dollar reduziert.
- Im Bestand verbleiben rund 275 Bitcoin; das Unternehmen will das Mining fortsetzen.
- Die Aktie brach am Freitag um mehr als 17 % ein, einen Tag nach Ankündigung eines Reverse Stock Splits.
Bitcoin-Verkauf finanziert Rechenzentrumsprojekt in Michigan
Das Unternehmen aus Las Vegas meldete den abgeschlossenen Verkauf am Freitag auf Basis der jüngsten Marktpreise. Hyperscale Data ist an der NYSE American unter dem Ticker GPUS gelistet und beschreibt sich als KI-Rechenzentrumsbetreiber, dessen Geschäftsmodell auf Bitcoin-Mining fußt. Rund 30 Millionen Dollar der Erlöse flossen in den Schuldenabbau, der Rest ist für den Ausbau und die Weiterentwicklung des Campus in Michigan vorgesehen.
Betrieben wird der Standort von Sentinum, einer hundertprozentigen Tochter, die digitale Vermögenswerte schürft sowie Colocation- und Hosting-Dienstleistungen für KI-Unternehmen und andere Branchen anbietet. Ein im Juli offengelegter Hosting-Vertrag über 20 Megawatt könnte, sofern alle Verlängerungsoptionen gezogen werden, mehr als 1,2 Milliarden Dollar Umsatz generieren; zusätzliche 32 Megawatt würden das Gesamtvolumen auf über 3 Milliarden Dollar heben.
„Es geht um Kapitalallokation“, sagte Executive Chairman Milton Ault III. Die Bitcoin-Reserve sei ein hochliquider Vermögenswert, den das Unternehmen in Kapital für eines seiner wichtigsten Portfolioprojekte umwandeln könne. Hyperscale wolle das Mining fortführen und die Position im Zeitverlauf wieder aufbauen – abhängig von Fördervolumen, Bitcoin-Preis, Liquiditätsbedarf und Marktumfeld.
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Bitcoin-Miner wandeln Reserven in KI-Leistung um
Der Schritt reiht sich in einen breiteren Trend börsennotierter Miner ein, die ihre Coin-Bestände zunehmend in Stromkapazitäten und Hardware für KI-Mieter umschichten. Das in Singapur ansässige Bitdeer hat seine Treasury im Februar weitgehend aufgelöst und hielt Ende Juni nur noch 150 Coins – obwohl die Quartalsproduktion von 565 im Vorjahreszeitraum auf 2.694 Bitcoin kletterte.
Das in Florida ansässige Unternehmen MARA veräußerte im Mai Bitcoin im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar. Die Mittel flossen in KI-Infrastruktur und den Rückkauf von Schulden. Matthew Sigel, Leiter Digital Asset Research bei VanEck, argumentierte bereits im März, Miner würden am Markt unterschätzt, weil sie bestehende Standorte für KI-Anwendungen umwidmen könnten, während sie gemessen am Verhältnis von Börsenwert zu Megawatt deutlich unter klassischen Rechenzentrumsbetreibern gehandelt würden.
Die Hyperscale-Aktie gab am Freitag um mehr als 17 % nach und fiel zeitweise bis auf 0,0930 Dollar. Der Kurseinbruch folgte einen Tag nach der Ankündigung eines Reverse Stock Splits im Verhältnis 1:5 zum 24. August, mit dem das Unternehmen seinen Aktienkurs je Anteilsschein anheben will.
Hyperscales Bitcoin-Reserve schrumpft seit Juli deutlich
Der Abbau der Bestände verläuft rasant. Nach dem Verkauf von rund 100 Bitcoin im Juli und der Aufnahme einer Bitcoin-besicherten Kreditlinie zur Finanzierung von Bau und Ausrüstung des Standorts Michigan verfügte Hyperscale zuletzt noch über etwa 1.006 Coins. Die Fazilität ist variabel verzinst mit rund 4,5 bis 5 %, Angaben zu Kreditgeber und weiteren Konditionen machte das Unternehmen nicht.
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