BlackRock-Kryptofonds verlieren binnen eines Jahres 39 % an Wert – trotz Rekordzuflüssen

BlackRock-Kryptofonds verlieren binnen eines Jahres 39 % an Wert – trotz Rekordzuflüssen

BlackRocks Kryptofonds sind binnen zwölf Monaten von 79,6 auf 48,8 Milliarden US‑Dollar geschrumpft – ein Minus von rund 39 %, obwohl Anleger im selben Zeitraum netto 15,1 Milliarden US‑Dollar neu einzahlten.

Wichtigste Fakten:

  • Digital-Asset-Fonds fielen von 79,6 auf 48,8 Mrd. US‑Dollar – ein Rückgang von knapp 39 %.
  • Markteinbrüche von 45,8 Mrd. US‑Dollar überlagerten Nettozuflüsse von 15,1 Mrd. US‑Dollar binnen zwölf Monaten.
  • Das verwaltete Gesamtvermögen stieg auf den Rekordwert von 15,3 Billionen US‑Dollar, die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Wall Street.

Kryptobremse bei BlackRock

Der weltgrößte Vermögensverwalter meldete den Rückgang in seinem Zahlenwerk zum zweiten Quartal am Mittwoch und machte vor allem die gefallenen Tokenpreise verantwortlich – nicht Abflüsse von Investoren – für den Großteil des Wertverlustes. Über das Jahr summierten sich die Marktverluste in den Digital-Asset-Produkten auf 45,8 Milliarden US‑Dollar und tilgten damit faktisch jeden frischen Dollar, den Kunden investierten. Die Schwäche ging tief.

Im Quartal selbst – von April bis Juni – verzeichneten die Produkte zusätzlich Nettoabflüsse von 3,1 Milliarden US‑Dollar, da Rückgaben über die Produktpalette hinweg die neuen Zeichnungen übertrafen.

Bitcoin (BTC) verlor in den drei Monaten mehr als 14 %, Ether (ETH) sackte im gleichen Zeitraum um 25 % ab – entsprechend gaben die Flaggschiff-ETFs von BlackRock deutlich nach. Die Fonds bilden die Kursentwicklung nahezu eins zu eins ab, Kursrückgänge schlagen daher sofort durch.

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BlackRock übertrifft Prognosen

Der Dämpfer im Kryptogeschäft steht einem Rekordlauf im übrigen Geschäft gegenüber: Die verwalteten Vermögen stiegen auf 15,3 Billionen US‑Dollar, gestützt von Nettozuflüssen der Kunden in Höhe von 192 Milliarden US‑Dollar im Quartal. Das bereinigte Ergebnis je Aktie von 13,91 US‑Dollar bei Erlösen von 7,08 Milliarden US‑Dollar lag über den Schätzungen der Analysten, die Aktie gewann vorbörslich rund 4 %. Kryptovermögenswerte bleiben dennoch ein Nebensegment.

Basisgebühren und Erträge aus Wertpapierleihe in der Kryptosparte bringen jährlich rund 40 Millionen US‑Dollar ein – ein Bruchteil von unter 1 % der gesamten Gebühreneinnahmen des Hauses.

Das Management sagte Analysten, man strebe bis 2030 jährliche Kryptoumsätze von 500 Millionen US‑Dollar an – mehr als das Zehnfache des heutigen Niveaus und ein Signal, wo BlackRock die nächste Wachstumswelle verortet.

Small setzt auf Stablecoins

Bereits heute verwaltet BlackRock 60 Milliarden US‑Dollar der Reserven von Circle – rund ein Viertel des globalen Stablecoin-Marktes von etwa 300 Milliarden US‑Dollar – und will als bevorzugter Reservemanager der Branche deutlich mehr dieses Geschäfts auf sich ziehen.

Finanzvorstand Martin Small bezeichnete 5 Milliarden Kryptowallets als neuen Vertriebskanal für Modellportfolios, gemanagte Konten und tokenisierte Fonds. „Wir wollen einen Vermögensverwalter aufbauen, der im Digital-Wallet-Ökosystem zu Hause ist“, sagte er.

Die Ambition fußt auf einer zweijährigen Offensive, die begann, als BlackRock seinen Spot-Bitcoin-Fonds IBIT und den Ether-Pendanten ETHA im Jahr 2024 listete, bevor ein Einkommensprodukt hinzukam, das Covered Calls auf Bitcoin schreibt. Diese Fonds waren im Zuge des Marktaufschwungs im vergangenen Jahr stark gewachsen. Das aktuelle Quartal zeigt, wie schnell das Volumen bei einem Kursrückgang wieder abschmilzt.

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