Buterin drängt Musk, X zur Stimme der Menschen in der globalen KI-Debatte zu machen

Buterin drängt Musk, X zur Stimme der Menschen in der globalen KI-Debatte zu machen

Ethereum-(ETH)-Mitgründer Vitalik Buterin hat Elon Musk am 11. Juli aufgefordert, X zu einer globalen Koordinationsplattform auszubauen, auf der normale Bürger die Leitplanken für Künstliche Intelligenz mitgestalten.

Kernpunkte:

  • Buterin will X so umbauen, dass dort KI-Abkommen entstehen, die an Regierungen, Konzernchefs und Eliten vorbeigehen.
  • Er plädiert für vordefinierte Pausen-Trigger wie Arbeitslosigkeit über 25 %, Super-Pandemien oder Massen­einsatz tödlicher autonomer Drohnen.
  • Der Vorstoß könnte das Interesse an Prognosemärkten, On-Chain-Governance und Zero-Knowledge-Technologien befeuern.

Buterin positioniert X als globales Zentrum für KI-Governance

In einem ausführlichen Thread vom 11. Juli schrieb der Ethereum-Erfinder, die Debatte um Superintelligenz sei in zwei Lager mit unvereinbaren Weltbildern auseinandergebrochen. Die eine Seite rechnet damit, dass irgendeine Form von Superintelligenz bis 2040 Realität wird. Die andere betrachtet KI als normale Technologie und winkt sowohl bei Existenzrisiken als auch bei Machtkonzentrationsängsten ab.

Der Thread war eine Reaktion auf „AI 2040: Plan A“, ein Szenario, das das AI Futures Project diese Woche veröffentlicht hat. Darin wird Washington und Peking nahegelegt, gemeinsam daran zu arbeiten, Superintelligenz mindestens bis 2040 hinauszuzögern. Buterin räumte ein, dass er keine feste Meinung zur Geschwindigkeit des technischen Fortschritts habe – er empfinde große Unsicherheit darüber, „in welcher Welt wir eigentlich leben“.

Seine Antwort sind vordefinierte Auslöser. Steigt die Arbeitslosigkeit über 25 %, bricht eine Super-Pandemie aus oder werden tödliche autonome Drohnen in großem Maßstab eingesetzt, sollen sich beide Lager im Vorfeld verpflichten, das Thema Verlangsamung oder Pausen erneut auf den Tisch zu bringen. Skeptiker würden unterschreiben in der Erwartung, dass diese Trigger nie ausgelöst werden, während Pessimisten auf das Gegenteil setzen. Zudem zeigte er sich unwohl mit Forderungen mancher KI-Unternehmen, wonach eine kleine Gruppe globale Kontrolle über das Feld erlangen solle.

Seine Botschaft an Musk war deutlich – formuliert als Appell zur Koordination, nicht zur Regulierung. Buterin argumentiert, X müsse so umgebaut werden, dass dort große Kompromisse ausgehandelt werden können, vorbei an Großmächten, Vorstandsetagen und Thinktanks – mit dem Ziel, „mehr Menschen eine Stimme zu geben“.

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Prognosemärkte wittern neue Rolle bei der Kontrolle von KI

Buterins Vorstoß entspringt seinem Konzept der „defensiven Beschleunigung“ (d/acc). Es sieht vor, Kapital in Pandemie-Vorsorge, sichere offene Hardware, formale Verifikation und Kryptografie zu lenken. Im Januar 2025 hatte er vorgeschlagen, die weltweite verfügbare Rechenleistung als Notbremse gegen gefährliche KI für ein bis zwei Jahre um bis zu 99 % zu kappen. Dieselbe Logik prägt jetzt seinen Plattform-Vorschlag.

Sollte Musk darauf eingehen, könnte die Krypto-Infrastruktur zu den Profiteuren zählen. Über Prognosemärkte wie Polymarket ließen sich überprüfbare Wetten auf das Eintreten der Trigger-Ereignisse abwickeln, während Zero-Knowledge-Proofs und On-Chain-Abstimmungen die offene, auditierbare Infrastruktur liefern könnten, die Buterin vorschwebt.

Der Appell markiert den vorläufigen Höhepunkt einer wechselhaften Phase zwischen den beiden. Buterin hatte 2024 Community Notes und Prognosemärkte als „die beiden führenden sozialen Erkenntnistechnologien“ der Dekade gelobt, dann jedoch im Dezember gewarnt, X drohe sich zu einem „Todesstern-Laser für koordinierte Hassesessions“ zu entwickeln. Im Januar drängte er Musk, Algorithmusänderungen mit Zero-Knowledge-Kryptografie zu verifizieren, statt lediglich den Code offenzulegen.

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