CLARITY Act scheitert an 60-Stimmen-Hürde – wer setzt nun die Krypto-Regeln?

Alexey Bondarev
Alexey BondarevSep, 16 2026 3:14
Crypto firms turn to the SEC and CFTC as TD Cowen's Jaret Seiberg and executives assess the failed CLARITY Act Senate vote (Image: Shutterstock)
Crypto firms turn to the SEC and CFTC as TD Cowen's Jaret Seiberg and executives assess the failed CLARITY Act Senate vote (Image: Shutterstock)

Führungskräfte aus der Kryptobranche und Marktanalysten wenden sich an die US‑Regulierer, nachdem der CLARITY Act scheiterte und am Dienstag die erforderliche 60‑Stimmen‑Mehrheit im Senat verfehlte.

Wichtigste Punkte:

  • Der Senat ließ den CLARITY Act in einer prozeduralen Cloture‑Abstimmung scheitern.
  • Branchenvertreter erwarten nun, dass SEC und CFTC die Krypto-Regeln schreiben.
  • Analysten warnen vor wachsender Unsicherheit, da dem Kongress die Zeit davonläuft.

CLARITY-Act-Abstimmung

Branchenvertreter richteten ihren Blick auf die Securities and Exchange Commission und die Commodity Futures Trading Commission, nachdem der Senat am Dienstag einen Cloture‑Antrag zu dem Marktstruktur‑Gesetz blockierte. Der Entwurf hätte die Aufsicht über Kryptoassets zwischen beiden Behörden aufgeteilt. Bitcoin (BTC) gab im Verlauf der Abstimmung auf rund 76.000 US‑Dollar nach, während die Aktien börsennotierter Kryptounternehmen ihre Verluste ausweiteten.

Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, sagte, die SEC unter Vorsitz von Paul Atkins und die CFTC unter Michael Selig würden mit Hochdruck an Regeln arbeiten, um die gesetzgeberische Lücke zu schließen. Atkins bekräftigte am Montag beim Solana Policy Institute Summit seinen eigenen Anspruch, dass die SEC klarere Krypto‑Regeln liefern werde – mit oder ohne Unterstützung des Kongresses.

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Vaidyanathan warnt Unternehmen

Nicht alle halten eine rein behördliche Regulierung für eine tragfähige Dauerlösung.

Abhishek Vaidyanathan, Chief Legal Officer bei NEAR, warnte, das Scheitern des Gesetzes mache Unternehmen vollständig abhängig von Behördenguidance und laufendem Ermessensspielraum der Administration. Unternehmen, die derzeit ihre Budgets für 2027 planen, müssten mit einer erneuten Hängepartie rechnen und seien gezwungen, verstärkt Einzelfallentscheidungen zu treffen und immer wieder juristische Gutachten einzuholen. Vertragspartner, so Vaidyanathan, würden regulatorische Unsicherheiten entsprechend einpreisen.

Alvin Kan, Chief Operating Officer bei Bitget Wallet, verwies auf die anhaltende Unklarheit darüber, wie Wertpapier‑, Rohstoff- und Geldtransferregeln bei unterschiedlichen Produkten jeweils greifen. Orest Gavryliak, Chief Legal Officer bei 1inch, beurteilt die Lage etwas gelassener. Er sprach von einer Verzögerung, nicht von einem endgültigen Urteil, und verwies darauf, dass Vorhaben dieser Größenordnung selten geradlinig durch den Kongress laufen.

Chancen für den CLARITY Act

Eine Wiederbelebung des Gesetzes bleibt möglich, weil Senator Thom Tillis in einem prozeduralen Schritt seine Stimme auf Nein änderte. Damit bleibt ein Antrag auf Wiederaufnahme der Abstimmung formal offen und könnte eine weitere Cloture‑Abstimmung ermöglichen. Vaidyanathan sieht jedoch den nächsten Kongress als wahrscheinlich nächste Gelegenheit, die Marktstruktur neu zu ordnen. Er verweist darauf, dass das Repräsentantenhaus seine Sitzungswochen ab dem 21. und 28. September abgesagt hat und der Senat am 5. Oktober vor der Wahl am 3. November in die Pause geht. Die Wettquoten auf Polymarket für ein Inkrafttreten im Jahr 2026 seien Berichten zufolge auf 5 % gefallen.

Die Niederlage bestätigt die Warnungen von Jaret Seiberg, Politik-Analyst bei TD Cowen, der die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns der ersten Abstimmung auf 60 % veranschlagt hatte. Er hatte argumentiert, ein Misserfolg deute darauf hin, dass Demokraten die von den Republikanern eingebrachten Änderungen für unzureichend hielten. Einen Tag zuvor hatte Seiberg geschrieben, die Demokraten bekämen ein fertiges Produkt vorgesetzt, statt eines ausgehandelten Kompromisses, und bezifferte die Chancen für eine Verabschiedung noch in diesem Jahr auf 25 %.

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Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

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