Iran-Öl über China in Krypto gewaschen – US-Justiz fordert 61 Millionen Dollar ein

Blessed Trust and Hexa Whale allegedly moved $61 million of Iranian oil money through Binance accounts. (Image: Shutterstock)
Blessed Trust and Hexa Whale allegedly moved $61 million of Iranian oil money through Binance accounts. (Image: Shutterstock)

US-Staatsanwälte wollen Kryptowährungen im Wert von 61 Millionen US‑Dollar einziehen, die mutmaßlich als Erlöse aus sanktionierten iranischen Ölgeschäften über Konten bei Binance geflossen sind – die Börse selbst ist jedoch nicht angeklagt.

Richard Teng, Co‑CEO der Plattform, weist jegliches Fehlverhalten von Binance zurück und bezeichnete frühere Vorwürfe zur Iran-Geldwäsche als falsch und verleumderisch.

Zentrale Punkte:

  • Das US-Justizministerium will 61 Millionen Dollar in Krypto-Vermögenswerten einziehen, die mit Schwarzmarktverkäufen iranischen Rohöls verknüpft sein sollen.
  • Zwei in China ansässige Firmen, Blessed Trust und Hexa Whale, sollen die Gelder über Handelskonten bei einer Kryptobörse geschleust haben.
  • Binance ist nicht Beklagte in dem Verfahren und betont, nie sanktionierte Transaktionen zugelassen zu haben.

Konten von Blessed Trust und Hexa Whale

Die Staatsanwaltschaft des Southern District of New York hat am 14. September eine Zivilklage auf Vermögenseinziehung eingereicht. Sie richtet sich gegen die Krypto-Assets selbst, nicht gegen eine bestimmte Börse. Die Ankläger führen aus, dass zwei chinesische Unternehmen, Blessed Trust und Hexa Whale, Handelskonten auf der Plattform nutzten, um Schwarzmarkt-Erlöse aus iranischem Öl an Teheran und verbündete Organisationen weiterzuleiten.

Blessed Trust tritt gegenüber Finanzinstituten als Verwahrer digitaler Vermögenswerte auf, wandelte laut Ermittlern jedoch im Hintergrund Fiatgeld in Krypto um, um Iran-bezogene Transaktionen zu ermöglichen. Hexa Whale erfüllte eine ähnliche Funktion unter dem Deckmantel eines Rohstoffmaklers. Zu den Kunden beider Firmen sollen chinesische Öl- und Energieunternehmen gehört haben.

Ermittler verfolgten einen Verbund nicht gehosteter Wallets, intern als „Entity A“ bezeichnet, über den mehr als 1,5 Milliarden Dollar aus illegalen Ölgeschäften geflossen sein sollen. Von dort seien Gelder an eine iranische Kryptobörse und Unternehmen mit Verbindungen zu den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) weitergeleitet worden, die in den USA als terroristische Organisation eingestuft sind.

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Sean Buckley verschärft den Iran-Kurs

Der stellvertretende US-Staatsanwalt Sean S. Buckley erklärte, Ziel des Verfahrens sei es, „der Regierung Irans und ihren terroristischen Stellvertretern die illegalen Finanzmittel zu entziehen“, auf die sie angewiesen seien. Teheran stütze seine Streitkräfte, das Atomprogramm und die Entwicklung ballistischer Raketen maßgeblich auf Erlöse aus Schwarzmarkt-Ölexporten, argumentierte Buckley. Zivilrechtliche Vermögenseinziehung erlaubt es den Behörden, Vermögenswerte zu beschlagnahmen, ohne zuvor eine strafrechtliche Verurteilung erwirkt zu haben.

Binance selbst ist nicht beklagt und wird in der Klageschrift nicht direkt eines Fehlverhaltens bezichtigt. Die Börse betonte, man verfolge eine Null-Toleranz-Politik bei Sanktionsverstößen, lasse keine Geschäfte mit sanktionierten Personen zu und arbeite mit Strafverfolgern zusammen, indem risikobehaftete Konten eingefroren würden.

Richard Teng und Binances Vorgeschichte

Die Klage greift Themen auf, die Binance bereits abgehakt glaubte. Blessed Trust und Hexa Whale standen im Mittelpunkt einer Senatsuntersuchung Anfang des Jahres, als Co‑CEO Richard Teng die in Medienberichten erhobenen Vorwürfe als unwahr und diffamierend zurückwies. Das Verfahren kommt zudem knapp zwei Wochen, bevor Großbritannien ein neues, strengeres Lizenzregime für Kryptodienstleister öffnet, für das Binance sich ab dem 30. September bewerben will.

Binances Verflechtungen mit dem Iran reichen weiter zurück: 2023 bekannte sich die Börse im Zusammenhang mit Sanktionsverstößen schuldig und akzeptierte eine Straf- und Vergleichszahlung von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar. US-Finanzminister Scott Bessent hatte erst vergangenen Monat sogenannte Sekundärsanktionen angekündigt, die sich gegen Irans Aktivitäten in digitalen Vermögenswerten, Goldhandel, Luftfahrt und Schifffahrt richten – im Anschluss an im Juni verhängte Sanktionen gegen die iranische Börse Nobitex.

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Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

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