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Die gefährlichste Debatte in Krypto hat nichts mit Bitcoin, sondern alles mit Kontrolle zu tun

Die gefährlichste Debatte in Krypto hat nichts mit Bitcoin, sondern alles mit Kontrolle zu tun

Soll finanzielle Privatsphäre absolut sein oder sich bei Bedarf den Aufsichtsbehörden beugen – diese Frage schwelt seit Langem in Kryptokreisen, aber jüngste Gespräche mit Brancheninsidern zeigen, wie tief die Kluft inzwischen geworden ist.

Auf der einen Seite stehen Entwickler, die glauben, dass sich Privatsphäre zu Systemen selektiver Offenlegung entwickeln muss, die Compliance-Anforderungen erfüllen und gleichzeitig Nutzer schützen; auf der anderen Seite stehen Befürworter, die argumentieren, dass Privatsphäre, die sich abschalten lässt, überhaupt keine Privatsphäre ist, sondern Überwachung mit zusätzlichen Schritten.

Beide Seiten behaupten, die Zukunft von Krypto zu repräsentieren. Beide können nicht recht haben.

Das Argument für Evolution

Ein Lager ist der Ansicht, dass Privacy Coins ihren Punkt bewiesen haben, nun aber an eine Grenze stoßen.

Starke Kryptografie und nicht nachverfolgbare Transaktionen sind technisch möglich, so das Argument, aber vollständig undurchsichtige Systeme wurden aus dem regulierten Finanzsektor ausgesperrt.

Der MiCA-Rahmen der EU, Dubais Verbot ab Januar 2026 und 73 Delistings an Börsen allein im Jahr 2025 haben die Botschaft deutlich gemacht.

Die Antwort, sagen Befürworter, sind selektive Offenlegung oder Privatsphäre als Standard, mit kontrollierter Transparenz, wenn die Compliance es verlangt.

Zero-Knowledge-Proofs können nachweisen, dass Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung eingehalten werden, ohne die zugrunde liegenden Transaktionsdaten offenzulegen.

Rob Viglione, Gründer von zkVerify und CEO von Horizen Labs, sagte, das Interesse an Privatsphäre spiegele eher einen strukturellen Wandel als spekulative Zyklen wider.

Seiner Ansicht nach wird Privatsphäre zunehmend als Voraussetzung für realen finanziellen Einsatz betrachtet, nicht als Nischenfunktion, die an einzelne Token gebunden ist.

„Der Weg zur Legitimität ist nicht ‚keine Privatsphäre‘, sondern selektive Offenlegung: Privatsphäre standardmäßig für Nutzer, mit kontrollierter Offenlegung zur Einhaltung von Vorschriften“, sagte er.

Lacie Zhang, Marktanalystin bei Bitget Wallet, sagte, dass sich Privatsphäre von einer Asset-Ebene zu einer Systemebene entwickelt.

Sie stellte fest, dass vollständig transparente Blockchains Schwierigkeiten haben, Zahlungen, Löhne und geschäftliche Aktivitäten in großem Maßstab zu unterstützen, was die Branche dazu zwingt, Privatsphäre als grundlegende Infrastruktur neu zu denken.

Werkzeuge wie Zero-Knowledge-Proofs und View Keys, so sagte sie, rahmen Privatsphäre neu, als mit Regulierung vereinbar statt ihr entgegengesetzt.

Die Branche leiste nicht Widerstand gegen Aufsicht, argumentierte sie, sondern definiere Vertraulichkeit neu als etwas, das mit Regulierung vereinbar ist, anstatt ihr zu widersprechen.

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Das Argument für Widerstand

Das gegnerische Lager sieht Anpassung als Kapitulation.

Privatsphäre-Tools sollten trotz Regierungen funktionieren, nicht mit ihnen – so wie Tor es seit Jahrzehnten tut.

Sie verweisen auf die Marktperformance von Monero (XMR) als Bestätigung.

Die Privacy Coin erreichte Anfang 2026 ein Allzeithoch von über 797,73 $, nachdem sie seit dem Delisting durch Binance im Jahr 2024 um 400 % gestiegen war. Je stärker die Regulierer zudrücken, desto höher klettert der Kurs.

Seth for Privacy, COO bei CakeWallet, lehnt die Vorstellung ab, dass sich Privatsphäre der Compliance beugen müsse.

Er beschreibt Monero als Technologie der finanziellen Freiheit, vergleichbar mit Tor, die so konzipiert ist, dass sie unabhängig von geopolitischem Druck oder regulatorischer Zustimmung funktioniert.

Aus dieser Perspektive schwächt zunehmende Prüfung Privacy Coins nicht, sondern verstärkt ihre Relevanz, während Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) sich tiefer in das traditionelle Finanzsystem integrieren.

„Während einige Coins wie Bitcoin und Ethereum immer stärker in das traditionelle Finanzsystem eingepfropft werden, sind Coins wie Monero den entgegengesetzten Weg gegangen“, sagte er. „Regulatorische Genehmigungen kommen und gehen, aber die klare Marktnachfrage nach privaten Zahlungen verschwindet nicht.“

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