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Ehemaliger Mt.-Gox-CEO versuchte, Bitcoins Code umzuschreiben, um 5 Mrd. $ an gestohlenen Geldern zurückzuholen – die Community stoppte es nach 17 Stunden

Ehemaliger Mt.-Gox-CEO versuchte, Bitcoins Code umzuschreiben, um 5 Mrd. $ an gestohlenen Geldern zurückzuholen – die Community stoppte es nach 17 Stunden

Mark Karpelès, der ehemalige CEO der kollabierten Börse Mt. Gox, reichte am Wochenende einen Pull Request für Bitcoin (BTC) Core ein, in dem er einen Hard Fork vorschlug, der 79.956 BTC – seit 2011 auf einer einzigen Adresse eingefroren und bei aktuellen Kursen etwa 5 Milliarden US‑Dollar wert – an eine Mt.-Gox-Treuhand-Wiederherstellungsadresse umleiten sollte.

Die Anfrage wurde innerhalb von 17 Stunden geschlossen, bevor eine formelle Diskussion stattfand. Auch die Gläubiger, denen der Vorschlag helfen sollte, wiesen ihn öffentlich zurück.

Der Patch umfasste weniger als 60 Zeilen Code. Er hätte eine einzige, fest kodierte Änderung der Konsensregeln eingeführt, die einem bestimmten Recovery-Key erlauben würde, den aktuellen Inhaber der Diebstahl-Adresse zu überstimmen, wobei die Aktivierungshöhe des Blocks auf unendlich gesetzt war – das heißt, nichts würde ausgeführt, sofern die Community nicht ausdrücklich dafür stimmen würde, es zu aktivieren.

Karpelès listete die Einwände selbst im Vorschlag auf: Der Diebstahl ist eindeutig, die Coins haben sich seit 15 Jahren nicht bewegt, und ein von einem japanischen Gericht überwachter Rechtsrahmen für die Verteilung existiert bereits.

Warum es abgelehnt wurde

Der Pull Request wurde zunächst aus verfahrenstechnischen Gründen automatisch geschlossen: Bitcoin-Core-Beitragende wiesen darauf hin, dass Karpelès zunächst eine Diskussion auf der Bitcoin-Entwicklungs-Mailingliste hätte eröffnen und formell einen Bitcoin-Improvement-Proposal einreichen sollen.

Doch die sachlichen Einwände reichten tiefer.

Mehrere Mt.-Gox-Gläubiger erklärten auf X, sie wollten nicht, dass Bitcoins Konsensregeln in ihrem Namen umgeschrieben werden – die Garantie des Netzwerks, dass der Besitz eines privaten Schlüssels einer endgültigen Abwicklung entspricht, sei ihnen wichtiger als die Wiedererlangung der Gelder.

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Das Präzedenzfall-Problem

Das Kernargument gegen den Vorschlag hatte nichts mit mangelndem Mitgefühl für die Opfer zu tun. Bitcoin ist in echten Notfällen bereits angepasst worden: Der Value-Overflow-Bug von 2010 und der Chain Split von 2013 betrafen beide akute technische Fehler, die die Integrität des Netzwerks bedrohten. Die jetzige Situation war grundlegend anders.

Das Netzwerk funktionierte exakt wie entworfen – der Vorschlag verlangte, dass es für eine bestimmte Gruppe anders funktionieren sollte.

Sobald eine Chain aus irgendeinem Grund Coins neu zuweist, erweitert sich die Kategorie zulässiger Ausnahmen sofort. Opfer des Bitfinex-Hacks, Gläubiger von DeFi-Protokoll-Exploits und jeder mit einem dokumentierten und eindeutigen Diebstahl könnten sich auf die Mt.-Gox-Entscheidung als Präzedenzfall berufen.

Die Grenze zwischen einer gerechtfertigten Ausnahme und einem allgemeinen Konfiskationsmechanismus ist genau die Art von Ermessensspielraum, den das Konsensmodell von Bitcoin abschaffen soll. Der Pull Request ist nun geschlossen. Die Coins verbleiben auf derselben Adresse, auf der sie seit 2011 liegen.

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