Ethereum beendet 108-tägige Durststrecke und bringt Anleger wieder in die Gewinnzone

Fresh ETF demand lifts Ethereum toward a major resistance zone despite rate hike risks (Image: Shutterstock)
Fresh ETF demand lifts Ethereum toward a major resistance zone despite rate hike risks (Image: Shutterstock)

Ethereum (ETH) hat sich wieder über den durchschnittlichen Einstandskurs seiner Anleger geschoben – und damit eine 108 Tage andauernde Phase unterhalb der Kostenbasis beendet, während der Kurs die Marke von 2.500 US‑Dollar testet.

Wichtige Punkte:

  • ETH notiert erstmals seit 108 Tagen wieder über dem Realized Price, also der durchschnittlichen Kostenbasis der Anleger.
  • US-Spot-ETFs auf Ethereum verbuchten in der Woche bis zum 28. August Zuflüsse von 824,42 Mio. US‑Dollar – ein Hoch für 2026.
  • Mehrfaches Scheitern an der Zone um 2.500 US‑Dollar zeigt: Käufer konnten diese Marke noch nicht nachhaltig zurückerobern.

Ethereum erobert den Realized Price zurück

On-Chain-Daten des Analysehauses Alphractal beziffern die Phase, in der Ethereum unterhalb dieses Niveaus notierte, auf 108 Tage. Der sogenannte Realized Price bildet ab, welchen durchschnittlichen Preis alle Halter für die Coins bezahlt haben, die sie aktuell noch besitzen. Steigt der Marktpreis darüber, rutschen die Anleger im Mittel wieder in nicht realisierte Gewinne. Weniger „eingeschlossene“ Verkäufer bedeutet in der Regel geringeren Angebotsdruck.

Die exakte Höhe dieser Kennzahl unterscheidet sich je nach Datenanbieter. FXStreet berief sich unter Verweis auf CryptoQuant darauf, dass die Kostenbasis Ende August bei 2.306 US‑Dollar lag, als ETH diese Marke nach oben durchbrach – eine Abweichung zu Alphractal, die eher auf unterschiedliche Berechnungsmethoden als auf einen inhaltlichen Widerspruch hindeutet.

Historische Muster mahnen allerdings zur Vorsicht: Nach längeren Phasen unterhalb der Kostenbasis kommt es häufig zu Gewinnmitnahmen, sobald der Kurs diese Linie erstmals wieder überwindet. Kleinere Anleger mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH haben in der vergangenen Woche rund 207.000 Coins abgegeben, während Adressen mit 10.000 bis 100.000 ETH etwa 182.000 Coins einsammelten. Größere Marktteilnehmer nahmen damit offenbar das Angebot der kleineren Wallets auf.

Auch interessant: Solana vor Bewährungsprobe bei 110 US‑Dollar nach starken Wal-Käufen

ETF-Nachfrage stößt an die 2.500‑Dollar-Decke

US-Spotfonds auf Ethereum verzeichneten in der Woche bis zum 28. August Zuflüsse von 824,42 Mio. US‑Dollar – der bislang stärkste Wochenwert 2026, wie Daten von SoSoValue zeigen. In der Vorwoche lagen die Nettomittelzuflüsse bei 697,18 Mio. US‑Dollar.

Das Gros der jüngsten Zuflüsse entfiel auf den BlackRock-Fonds iShares Ethereum Trust mit 567,03 Mio. US‑Dollar, gefolgt von Fidelity’s FETH mit 96,5 Mio. US‑Dollar und 21Shares’ ETHB mit 77,29 Mio. US‑Dollar. Das verwaltete Vermögen der Ether-Fonds ist laut Angaben innerhalb einer Woche um 35,9 % von 10,5 auf 14,3 Mrd. US‑Dollar gestiegen – ein Sprung, der sowohl auf Kursgewinne als auch auf frische Zuflüsse zurückzuführen ist.

Dennoch reicht die ETF-Nachfrage bislang nicht aus, um den Kurs dauerhaft über den Widerstand zu heben: Zuflüsse von über 1 Mrd. US‑Dollar konnten ETH nicht nachhaltig über 2.500 US‑Dollar führen, da Gewinnmitnahmen jedes Mal im Bereich um 2.545 US‑Dollar einsetzten.

Ethereums August-Rally

Über weite Teile des Jahres 2026 zählte Ethereum zu den schwächeren Schwergewichten im Kryptomarkt und pendelte Anfang August noch in der Nähe von 1.800 US‑Dollar. Eine anschließende Rally von über 30 % trieb den Kurs bis auf rund 2.545 US‑Dollar am 21. August. Der 14‑Tage‑RSI bewegt sich seither im hohen 70er-Bereich – ein Niveau, das üblicherweise als überkauft gilt.

Seit diesem Zwischenhoch konsolidiert ETH in einer Spanne zwischen etwa 2.400 und 2.530 US‑Dollar und bleibt damit deutlich unter dem Rekordstand von knapp 4.946 US‑Dollar aus dem August 2025.

Auch auf Fondsebene ist das Bild noch nicht vollständig gedreht: Ether-ETFs liegen seit Jahresbeginn per saldo rund 191,8 Mio. US‑Dollar im Minus. Die jüngste Erholung ist damit bislang eher als Aufholbewegung nach einem schwachen Start ins Jahr zu werten – nicht als klarer Trendwechsel. Entscheidend wird sein, ob der Kurs mehrere Handelstage in Folge oberhalb der Kostenbasis schließen kann, nicht nur ein kurzer Ausreißer darüber.

Mehr dazu: Goldfonds erreichen mit 4,21 Mrd. US‑Dollar Wochenzuflüssen ein Sechsmonatshoch

Mehjabeen Arsiwala profile photo

Mehjabeen Arsiwala

Mehjabeen Arsiwala ist Journalistin und berichtet über Krypto-Nachrichten, DeFi, Börsen, Trading und Marktanalysen. In den vergangenen drei Jahren hat sie sich auf die Trends und Narrative konzentriert, die die Märkte für digitale Vermögenswerte prägen – von Kursbewegungen und Prognosen bis hin zu Entwicklungen an Börsen und On-Chain-Signalen. Sie ist auf klare Berichterstattung spezialisiert, die den Leserinnen und Lesern hilft zu verstehen, was am Markt geschieht und warum es wichtig ist.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Ethereum beendet 108-tägige Durststrecke und bringt Anleger wieder in die Gewinnzone | Yellow