Ethereum vor Ausbruchsprobe, nachdem Börsenbestände auf 15,5 Mio. ETH fallen

Falling exchange balances meet a fresh MVRV momentum shift as Ethereum holds above $2,438 support (Image: Shutterstock)
Falling exchange balances meet a fresh MVRV momentum shift as Ethereum holds above $2,438 support (Image: Shutterstock)

Ethereum (ETH) verzeichnet seit Mai 2023 einen Rückgang der Börsenbestände um 38 % auf rund 15,5 Millionen ETH. Gleichzeitig ist das MVRV-Verhältnis nach neun Monaten erstmals wieder in den positiven Bereich vorgedrungen, während der Kurs weiter oberhalb von 2.438 US‑Dollar notiert.

Kernaussagen:

  • Die Ethereum-Bestände auf zentralen Börsen liegen bei rund 15,5 Mio. ETH – dem niedrigsten Stand seit Jahren
  • Die MVRV-Dynamik ist Ende August nach rund neun negativen Monaten wieder ins Plus gedreht
  • ETH hält sich über der Unterstützung bei 2.438,85 US‑Dollar, während sich die Marktvolatilität weiter einengt

Ethereum-Bestände an Börsen

On‑chain-Daten von Glassnode zeigen rund 15,5 Millionen ETH auf Börsen – der niedrigste Stand seit Jahren und etwa 38 % unter dem Hoch von Mai 2023 bei rund 25,2 Millionen ETH. Seit Juni 2025 hat sich der Abbau der Bestände deutlich beschleunigt.

Damals lagen die Börsensalden noch bei knapp 21,5 Millionen ETH. Seither sind also etwa 6 Millionen Coins von Handelsplattformen abgezogen worden, womit das unmittelbar verfügbare Verkaufsangebot weiter geschrumpft ist. Niedrigere Börsenbestände können den sofort verfügbaren „Float“ verringern, bestimmen aber für sich genommen in größeren Marktphasen nicht die Richtung des Preistrends. Diese Unterscheidung ist aktuell entscheidend.

ETH wurde zuletzt bei etwa 2.464 US‑Dollar gehandelt, ein Minus von 0,87 % auf Tagesbasis, blieb aber oberhalb des 0,618‑Fibonacci‑Retracements bei 2.438,85 US‑Dollar. Dieses Niveau hatte zwischen Mitte März und Mitte Mai mehrere Aufwärtsbewegungen gedeckelt und fungiert nun als Unterstützung, nachdem der frühere Widerstand nach oben durchbrochen wurde.

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ETH-MVRV-Momentum

Das MVRV-Verhältnis von Ethereum liegt derzeit bei etwa 1,05 und damit über seinem 160‑Tage‑Durchschnitt von rund 0,88, nachdem es in der zweiten Augusthälfte die Trendlinie nach oben gekreuzt hatte. Damit endete eine Negativphase im Momentum, die seit November 2025 rund neun Monate angedauert hatte. Gleichzeitig beginnt sich der gleitende Durchschnitt selbst wieder nach oben zu wölben.

Das Signal ist noch relativ frisch.

Auch die technischen Rahmenbedingungen deuten auf einen Markt hin, der sich einem größeren Kursimpuls nähert: Das wöchentliche Handelsvolumen ist seit Ende August rückläufig, während der Bollinger Band Width Percentile nahe dem unteren Ende seiner Spanne verharrt. Der RSI liegt bei rund 60, nachdem er Ende August noch bei etwa 80 notiert hatte – der Aufwärtsimpuls bleibt damit positiv, ist aber deutlich weniger überhitzt als beim vorherigen Schub.

Ein nachhaltiger Halt oberhalb von 2.438,85 US‑Dollar könnte den Weg in Richtung des 0,5‑Fibonacci‑Retracements bei 2.919,89 US‑Dollar freimachen – ein Anstieg von rund 18 %. Ein Bruch dieser Unterstützung ließe hingegen bis in den Bereich um 1.980 US‑Dollar nur begrenzte markante Chartmarken erkennen.

Die jüngere Historie spricht allerdings dagegen, Abflüsse von Börsen isoliert als bullishes Signal zu werten.

Zwischen September 2025 und Juni 2026 gingen die Börsenbestände kontinuierlich zurück, während der ETH‑Kurs von etwa 4.850 US‑Dollar auf rund 1.550 US‑Dollar fiel. Der Rückgang um rund 68 % zeigt, warum der jüngste MVRV‑Umschwung als zusätzliches Bewertungssignal neben dem Angebotsrückgang so wichtig ist. Allein eine Verknappung der frei verfügbaren Coins hatte damals nicht ausgereicht, um den Bärenmarkt zu verhindern. Erst in Kombination mit einer sich aufhellenden Bewertungsdynamik ergibt sich der aktuelle Setup-Kontext.

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Aliasgar Juzar

Aliasgar ist Associate Writer bei Yellow.com und berichtet über Krypto, KI und die zugrunde liegende Infrastruktur beider Bereiche. Er begann zu schreiben, nachdem er von der anderen Seite der Branche kam und sechs Jahre lang Entwickler-Tools bei Protokollen wie Ignite, Informal Systems, Akash und Warden entwickelt und unterstützt hatte – größtenteils im Cosmos-Ökosystem. Er hat einen Masterabschluss in Informatik, hat eigene Produkte auf den Markt gebracht und schreibt aus Deutschland.

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