Apple wird am Mittwoch sein erstes faltbares iPhone vorstellen. Personen mit Einblick in die internen Planungen berichten, der Konzern habe zuletzt über einen Einstiegspreis von bis zu 2.199 Dollar diskutiert.
Wichtigste Punkte:
- Das Gerät ist die größte Designänderung in der rund 20-jährigen Geschichte des iPhone und markiert zugleich das erste Launch-Event unter dem neuen Chef John Ternus.
- Ein ursprünglich angepeilter Einstiegspreis von 1.999 Dollar rutschte wegen steigender Speicherpreise über die Marke von 2.000 Dollar; Top‑Speichervarianten könnten sich der 3.000‑Dollar‑Grenze nähern.
- Analysten rechnen im ersten Jahr mit mindestens 10 Millionen verkauften Geräten – ein kleiner Teil des jährlichen iPhone-Volumens, aber spürbar für den durchschnittlichen Verkaufspreis.
iPhone-Ultra: Preis und Hardware
Apple hat sein „Surprise and shine“-Event im Apple Park für Mittwoch angesetzt – die erste Produktpremiere unter Konzernchef John Ternus. Ingenieure hatten sich bereits Jahre vor dem ersten Galaxy Fold von Samsung 2019 intensiv mit Falt-Smartphones, Displays und den benötigten Komponenten beschäftigt, wie Eingeweihte berichten. Ein Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.
Frühere Pläne sahen einen Einstiegspreis von 1.999 Dollar vor – bewusst unterhalb der psychologischen Marke von 2.000 Dollar, in Anlehnung an das iPhone X, das 2017 mit 999 Dollar die damalige Obergrenze anhob. Eine weltweite Knappheit bei Speicherchips trieb die Kosten über dieses Ziel hinaus; einige größere Speichervarianten könnten laut Schätzungen nahe an 3.000 Dollar heranreichen.
Das Gerät kombiniert ein 7,8‑Zoll‑Innendisplay mit einem 5,5‑Zoll‑Außenscreen. Das Scharnier aus Titan und Aluminium arbeitet mit einem speziellen Deckglas, das Apple gemeinsam mit Corning entwickelt hat. Designer vergleichen das zusammengeklappte Gerät mit einem Reisepass und die geöffnete Variante mit einem Magic Trackpad. Im Vergleich zu einem klassischen iPhone müssen Käufer allerdings Abstriche bei Kamerasystem und Akkulaufzeit hinnehmen.
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Analysten zur Foldable-Wette von Apple
David Vogt, Analyst bei UBS, erwartet, dass Apple im ersten Jahr mindestens 10 Millionen faltbare iPhones verkauft – in etwa so viele, wie Samsung in den vergangenen zwölf Monaten abgesetzt hat. Zum Vergleich: Apple liefert pro Jahr rund 250 Millionen iPhones aus. Das Foldable würde damit nur einen Bruchteil der Stückzahlen ausmachen, könnte aber den durchschnittlichen Verkaufspreis merklich nach oben ziehen.
Edison Lee von Jefferies argumentiert, Apple habe kaum eine Wahl: Die Nachfrage nach klassischen iPhones sei weitgehend gesättigt, viele Nutzer bräuchten einen überzeugenden Grund für ein Upgrade. Nabila Popal, Senior-Analystin für Smartphones bei IDC, rechnet ebenfalls mit robuster Nachfrage. Sie vergleicht die mögliche Stellung des Foldable in China – wo Apple zuletzt Marktanteile zurückgewinnt – mit der eines Luxus-Handtaschen-Labels. Das Forschungsunternehmen TrendForce hat eine Preisspanne zum Start von 2.099 bis 2.299 Dollar prognostiziert.
Tim Cooks zehnjähriger Vorstoß
Tim Cook kehrte um 2020 von einer Asienreise zurück – beeindruckt von der Vielzahl an faltbaren Smartphones von Samsung, Huawei und anderen Herstellern, die dort bereits im Alltag angekommen waren. Er drängte die Hardware-Teams daraufhin, das Thema zu beschleunigen, und lenkte sie gleichzeitig weg von einem frühen Konzept eines iPad mini, das sich zu einem größeren Tablet aufklappen sollte.
Das Projekt wurde unter Dan Riccio gestartet, der die Hardwareentwicklung leitete, bevor Ternus übernahm. Es überstand jahrelange Arbeiten an der Sichtbarkeit der Display-Falte, der Zuverlässigkeit des Scharniers, biegsamem Glas und Kameras unter dem Display. Apple setzte dabei einmal mehr auf Geduld – und wartete die Anfangsprobleme mit welligen, anfälligen Displays ab, die 2019 die Rücklaufquoten bei Samsung in die Höhe trieben. Cook, inzwischen Executive Chairman, wird die Präsentation im Publikum verfolgen.
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