Das Forschungsunternehmen Castle Labs argumentierte in einer detaillierten Analyse, dass der Kryptomarkt strukturell mit Tokens übersättigt ist. Es verwies auf Daten, wonach 84,7 % der großen Token‑Launches im Jahr 2025 unter ihrem ursprünglichen Bewertungsniveau gehandelt wurden und nur 76 von mehr als 5.600 Protokollen monatliche Erlöse von über 1 Million US‑Dollar erzielten.
Was passiert ist: Token‑Überangebotskrise
Das Unternehmen veröffentlichte seine These in einem langen Beitrag auf X und bezeichnete das aktuelle Umfeld eher als Auswahlphase denn als breite Erholung. Die fünf größten Krypto‑Assets stellen inzwischen 84,4 % der gesamten Marktkapitalisierung, so Castle Labs, wodurch sich rund 330 Milliarden US‑Dollar auf Tausende kleinerer Tokens verteilen.
Zum Vergleich: Die MAG7‑Aktien repräsentieren 31 % des US‑Aktienmarkts, während der S&P 500 auf 84,7 % kommt. Krypto hat damit dasselbe Konzentrationsniveau wie die 500 größten US‑Unternehmen erreicht – allerdings mit nur fünf Assets.
„Im Laufe der Jahre wurden so viele Coins geschaffen, dass 99 % von ihnen für das Wohl der Branche auf Null gehen müssen“, schrieb das Unternehmen.
Castle Labs wies zudem auf Token‑Unlocks im Wert von 8,51 Milliarden US‑Dollar hin, die für dieses Jahr geplant sind, sowie auf weitere 17,12 Milliarden US‑Dollar in den nächsten fünf Jahren. Dies erhöhe den anhaltenden Angebotsdruck in einem Markt, in dem die Nachfrage bereits dünn sei.
Die Konzentration der Erlöse verstärke dieses Bild. Die zehn führenden Protokolle erzielten 2025 rund 80 % der gesamten Krypto‑Umsätze, wobei Tether (USDT) allein für 44 % verantwortlich war, so die Daten des Unternehmens. Von diesen zehn Top‑Verdienern hatten nur drei überhaupt Tokens emittiert – Hyperliquid (HYPE), Pumpfun und Jupiter (JUP) – und nur HYPE schnitt deutlich überdurchschnittlich ab.
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Warum das wichtig ist: Markt‑Neubewertung voraus
Castle Labs skizzierte drei mögliche Zukunftspfade: Kleinere Tokens gewinnen Marktanteile von den Großen, neue externe Liquidität hebt den Gesamtmarkt an, oder schwächere Tokens verlieren an Wert, während die Blue‑Chips Kapital absorbieren. Das Unternehmen hält das dritte Szenario für am wahrscheinlichsten.
Die praktische Folge: Die Auswahl der Tokens ist nun wichtiger als die bloße Marktexponierung. Castle Labs hob Rückkäufe als eines der klarsten Signale für eine Ausrichtung auf Tokenhalter hervor und nannte Aave (AAVE) und Hyperliquid als Beispiele, während Uniswap (UNI) erst nach mehr als fünf Jahren vollständig mit den Interessen der Inhaber im Einklang stand.
Kapital, so das Fazit des Unternehmens, sollte in Protokolle rotieren, die echte Umsätze, glaubwürdige Mechanismen zur Verwässerungsbegrenzung und ökonomische Strukturen bieten, die den Token‑Wert an die Produktperformance koppeln. Ob sich diese These bewahrheitet, hängt möglicherweise davon ab, ob mehr Projekte KPI‑ und umsatzbasierte Launch‑Modelle übernehmen.
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