Generac-Aktien sind am Mittwoch im nachbörslichen Handel um rund 40 % nach oben geschnellt, nachdem Amazon einen langfristigen Vertrag über den Kauf von Notstromgeneratoren für seine Rechenzentren im Volumen von 2,4 Milliarden US‑Dollar unterzeichnet hat.
Wichtige Punkte:
- Generac liefert Notstromgeneratoren für Amazons Rechenzentren, erste Lieferungen im Volumen von 2,4 Milliarden Dollar sind für 2027 und 2028 vorgesehen.
- Amazon erhält eine Optionszusage über bis zu 1,69 Millionen Generac-Aktien, die nach und nach zufällt, wenn die Zahlungen für Generatoren in Richtung 8 Milliarden Dollar steigen.
- Cantor Fitzgerald und Barclays beließen ihre Einstufungen für die Aktie nach der Ankündigung unverändert.
Generac–Amazon‑Deal zu Rechenzentrums-Generatoren
Generac hat die Vereinbarung in einer Wertpapiermeldung vom 16. September offengelegt. Daraus geht hervor, dass das Unternehmen einer Amazon-Tochter auch eine Optionszusage (Warrant) über bis zu 1.693.745 Generac‑Aktien eingeräumt hat.
Der Ausübungspreis liegt bei 200,93 Dollar und damit rund 15 % über dem Schlusskurs von 175,11 Dollar am selben Tag. Die Position gewinnt also erst an Wert, wenn der Kurs weiter steigt. Knapp 307.954 Aktien wurden sofort zugeteilt.
Die übrigen Anteile fallen gestaffelt zu, je nachdem, wie hoch Amazons Zahlungen für die Generatoren ausfallen – bis zu einer Obergrenze von 8 Milliarden Dollar an Bruttoumsätzen über die Laufzeit der Vereinbarung. Generac kann die Option bis zum 16. September 2033 wahlweise in bar oder in Aktien bedienen.
Das vollständige Paket hätte beim damaligen Kurs einen Wert von rund 340 Millionen Dollar und entspräche fast 3 % der ausstehenden Generac‑Aktien, bei einer damaligen Marktkapitalisierung von etwa 10,3 Milliarden Dollar. Danach ist die Aktie explodiert. Keine der beiden Seiten hat bislang offengelegt, wie sich die 2,4 Milliarden Dollar auf die beiden Lieferjahre verteilen oder mit welchen Margen Generac rechnet.
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Cantor und Barclays zur Generac‑Aktie
Cantor Fitzgerald hat seine Übergewichten‑Einstufung und das Kursziel von 333 Dollar bestätigt und sprach von der wichtigsten Rechenzentrums‑Nachricht in der Unternehmensgeschichte. Der Deal entschärfe zudem Sorgen um die Auslastung des Auftragsbuchs für 2028.
Barclays hat ein Equalweight‑Rating und ein Kursziel von 278 Dollar bekräftigt und darauf hingewiesen, dass der Warrant etwa 2,6 % der vollständig verwässerten Aktien entspricht. Im Konsens wird die Aktie mit „Moderate Buy“ eingestuft, mit 12 Kaufempfehlungen und fünf Halteempfehlungen. Der Generatorenhersteller hatte im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen klar übertroffen und bereinigte Gewinne von 2,91 Dollar je Aktie gemeldet, verglichen mit 2,00 Dollar, die Analysten erwartet hatten.
Generacs Schwenk aufs Rechenzentrumsgeschäft
Zum Quartalsende wies Generac einen Auftragsbestand für Rechenzentren von 1,6 Milliarden Dollar aus, davon rund 1 Milliarde Dollar, die in den vorangegangenen 90 Tagen hereinkamen. Die Rechenzentrumsumsätze überstiegen im Quartal die Marke von 100 Millionen Dollar. Das Unternehmen aus Wisconsin hat für das Gesamtjahr eine Prognose von knapp 450 Millionen Dollar Rechenzentrumsumsatz abgegeben, bei Nettoumsätzen von 1,17 Milliarden Dollar im Berichtsquartal.
Amazon ist damit der zweite namentlich bekannte Hyperscaler-Kunde von Generac – und der jüngste Tech‑Konzern, der sich im Rahmen großer Beschaffungsverträge auch zu Kapitalbeteiligungen bei Zulieferern verpflichtet. Amazon hatte seine Investitionsplanung für 2026 im Juli auf rund 220 Milliarden Dollar angehoben.
Der Konzern hatte sich in der vergangenen Woche über Warrants ein mögliches Aktienpaket von bis zu 4 Milliarden Dollar an Qualcomm gesichert – im Zuge einer Vereinbarung zur Nutzung kundenspezifischer KI‑Chips. Die Cloud‑Sparte von Amazon schloss zudem im November einen 38‑Milliarden‑Dollar‑Vertrag mit OpenAI, einen Monat nachdem ein Elfmilliarden‑Dollar‑Campus für Anthropic eröffnet wurde.
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