Deutschland führt die Europäische Union bei der Anzahl der unter dem Markets in Crypto-Assets (MiCA) framework erteilten Krypto-Lizenzen an.
Branchenvertreter warnen jedoch, dass die strikte Durchsetzung durch die Aufsichtsbehörde BaFin Start-ups und krypto-native Unternehmen in konkurrierende Jurisdiktionen wie Österreich und Portugal treibt.
BaFins strikte Durchsetzung
In Deutschland wurden mehr als 30 Krypto-Lizenzen erteilt – deutlich mehr als in fast jedem anderen EU-Mitgliedstaat. Luxemburg hat zum Vergleich lediglich drei genehmigt.
Die meisten dieser deutschen Lizenzen gingen jedoch an traditionelle Banken, die nur begrenzte Dienstleistungen wie Orderausführung oder Überweisungen anbieten.
Die Start-ups, die die nächste Generation digitaler Asset-Infrastruktur aufbauen, lassen sich zunehmend anderswo lizenzieren und passporten ihre Dienste zurück auf den deutschen Markt.
Deutschland fügte allein im vierten Quartal 2025 sechzehn neue MiCA-lizenzierte Institute hinzu. Diese Zahl verdeckt jedoch ein Muster: Etablierte Finanzakteure dominieren, während krypto-native Unternehmen nach freundlich gesinnten Aufsichten im Ausland suchen.
Das Land verkürzte außerdem das übliche 18-monatige MiCA-Übergangsfenster auf 12 Monate und setzte eine harte Frist bis zum 31. Dezember 2025 für alle Krypto-Asset-Dienstleister, um eine CASP-Zulassung bei der BaFin zu erhalten. Dieser verkürzte Zeitrahmen erhöhte die Compliance-Belastung für kleinere Unternehmen zusätzlich.
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Matthias Steger über Berlins Niedergang
Auf einem jüngsten Expertenrat zu MiCA und Krypto-Regulierung gab Matthias Steger, ein Krypto-Steuerberater mit direktem Austausch mit dem Bundesministerium der Finanzen, eine deutliche Einschätzung ab.
„Wir haben unsere großen Hubs in Berlin und in Frankfurt verloren“, sagte Steger. „Und ich glaube, das hängt nicht von MiCA selbst ab. Es hängt davon ab, wie wir Deutschen mit den MiCA-Regeln umgehen und arbeiten.“
Das Kernproblem ist Steger zufolge nicht die Regulierung selbst, sondern Deutschlands Auslegung davon. Er forderte die BaFin auf, ihren Ansatz abzumildern und argumentierte, MiCA solle die regulatorische Untergrenze darstellen – nicht die Obergrenze.
Was ist MiCA?
Die Markets in Crypto-Assets Regulation ist der erste umfassende Rechtsrahmen der EU für Krypto-Assets. Die Europäische Kommission schlug sie im September 2020 als Teil eines umfassenderen Pakets für digitale Finanzen vor. Das Europäische Parlament verabschiedete MiCA am 20. April 2023, und im Juni desselben Jahres trat sie in Kraft. Regeln für Stablecoins galten ab dem 30. Juni 2024, und der vollständige Rahmen für Krypto-Asset-Dienstleister wurde am 30. Dezember 2024 anwendbar. MiCA etabliert einheitliche Lizenz-, Offenlegungs- und Verhaltensanforderungen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten und ersetzt das Flickwerk nationaler Vorschriften, das den Sektor zuvor geregelt hatte.
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