Nvidia-Chef Jensen Huang rechnet damit, dass der Bau von KI-Rechenzentren Elektriker und Installateure in den USA massenhaft in Gehaltsregionen von über 100.000 Dollar katapultiert – während das Land bis 2030 rund 130.000 zusätzliche Elektriker braucht.
Zentrale Punkte:
- Laut Huang treibt die hohe Nachfrage nach Rechenzentren die Löhne im Handwerk Richtung sechsstellige Jahresgehälter, in einigen Bereichen haben sie sich nahezu verdoppelt.
- McKinsey schätzt, dass die USA zwischen 2023 und 2030 rund 130.000 zusätzliche ausgebildete Elektriker benötigen.
- Fachkräfte im Rechenzentrumsbau verdienten Anfang 2026 im Schnitt 81.800 Dollar pro Jahr – etwa 32 % mehr als bei vergleichbaren Gewerbebauten.
Huang verknüpft Rechenzentren mit sechsstelligen Handwerkerlöhnen
Seine Argumentation legte Huang gemeinsam mit BlackRock-Chef Larry Fink beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar dar; am Wochenende machte sie erneut die Runde, befeuert durch frische Arbeitsmarktdaten. Huang sprach vom größten Infrastrukturprogramm der Menschheitsgeschichte – getragen von Klempnern, Elektrikern, Stahlbauern und Netzwerktechnikern. In diesen Berufen hätten sich die Löhne im laufenden Boom nahezu verdoppelt, sagte er in einem Interview.
Huang beschrieb die KI-Infrastruktur als fünfstufigen Stapel: von Energieversorgung und Chips an der Basis über Cloud-Kapazitäten und Modelle bis hin zu Anwendungen an der Spitze. Auf die bereits zugesagten dreistelligen Milliardenbeträge kämen noch einmal Investitionen in Billionenhöhe hinzu, so Huang.
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Elektrikermangel bremst KI-Rechenzentrumsboom
Laut McKinsey braucht das Land bis 2030 nicht nur 130.000 zusätzliche ausgebildete Elektriker, sondern auch rund 240.000 Bauhelfer und 150.000 zusätzliche Bauleiter. Die Personaldienstleistung Randstad ermittelte, dass die Nachfrage nach qualifizierten Facharbeitern in vier Jahren um 27 % zulegte; Stellenausschreibungen für Elektriker stiegen seit Ende 2022 um 18 %, Baujobs um 30 %. Die Löhne ziehen mit dem Mangel an.
Fachkräfte im Rechenzentrumsbau verdienten Anfang 2026 laut der Recruiting-Plattform Skillit durchschnittlich 81.800 Dollar jährlich – rund 32 % mehr als bei vergleichbaren gewerblichen Bauprojekten.
Auch Manager außerhalb der Chipbranche schlagen seit Monaten Alarm. Fink erklärte auf einer Energiekonferenz in Houston, er habe Mitglieder der Trump-Regierung frühzeitig davor gewarnt, dass den USA schlicht die benötigten Elektriker ausgehen könnten.
Ford-CEO Jim Farley veranschlagt das Defizit auf 600.000 Fabrikarbeiter und 500.000 Bauarbeiter und kritisiert, dass das Bildungssystem junge Menschen weiterhin vor allem in vierjährige Hochschulprogramme lenke.
Nvidia-Chef wirbt dauerhaft für Handwerksberufe
Kurzfristig lässt sich die Lücke kaum schließen: Eine geregelte Ausbildung zum Elektriker dauert in den USA vier bis fünf Jahre, ehe der Geselle voll einsetzbar ist. Branchenverbände gehen davon aus, dass allein in diesem Jahr 349.000 zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden; bis 2027 könnte der Bedarf auf 456.000 steigen.
Huang trommelt für dieses Thema seit mehr als einem Jahr. Bereits 2025 sagte er einem britischen Sender, dass der qualifizierte Handwerkssektor in jeder Volkswirtschaft vor einem Boom stehe. In Davos unterstrich er diese Prognose erneut – flankiert von Spitzenmanagern von Palantir und CoreWeave. Bei einer Universitätsabschlussfeier im Mai griff er das Motiv abermals auf und erklärte Elektrikern und Klempnern, ihre Stunde habe geschlagen.
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