JPMorgan hat seine Prognosen für Circle und Coinbase gekappt. Der Grund: Hyperliquid, das rund 6 Milliarden US-Dollar in USDC (USDC) hält – etwa 8 % des gesamten Angebots – gefährdet aus Sicht der Bank zunehmend die Ertragsbasis des Stablecoins.
Wichtigste Punkte:
- JPMorgan senkt die Gewinnschätzungen für Circle und Coinbase – wegen eines neu aufgesetzten Hyperliquid-Abkommens und eines schwächeren Kryptomarkts.
- Die Bank spricht von einem „Gefangenendilemma“, das Circle und Coinbase dazu zwingt, aggressiv um die Verbreitung von USDC zu konkurrieren.
- Hyperliquid hält rund 6 Milliarden US-Dollar in USDC, etwa 8 % des umlaufenden Token-Angebots.
JPMorgan senkt Prognosen für Circle und Coinbase
In einem Bericht vom Dienstag schreibt die Bank, dass das neu strukturierte Abkommen mit Hyperliquid die ökonomische Basis von USDC erodiere und langfristig ein größeres Risiko für Circle darstelle als für Coinbase. Das Analystenteam um Kenneth Worthington reduzierte die Gewinnschätzungen für beide Unternehmen und verwies neben dem neuen Deal auf nachlassende Handelsvolumina und fallende Kryptopreise.
Hyperliquid zählt inzwischen zu den größten Kryptobörsen weltweit und dominiert den Markt für dezentrale Perpetual-Futures. Allein im Juli wickelte die Plattform ein Handelsvolumen von mehr als 150 Milliarden US-Dollar ab; ihr Anteil am Derivatemarkt wächst zulasten deutlich größerer zentralisierter Wettbewerber. Das USDC-Guthaben von Hyperliquid ist auf rund 6 Milliarden US-Dollar angewachsen – etwa 8 % des zirkulierenden Angebots.
Nach den neuen Vertragsbedingungen klassifiziert Coinbase USDC, das auf Hyperliquid liegt, als „On-Platform“-Bestand, vereinnahmt damit die Erträge aus den Reserveanlagen und leitet 90 % davon an das Protokoll weiter – eine Struktur, die Coinbase im Mai bestätigte.
Laut JPMorgan teilte sich die Börse zuvor den Großteil dieser Erträge nahezu hälftig mit Circle.
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Warum die USDC-Ökonomie unter Druck gerät
Die Bank argumentiert, der neue Deal schaffe ein Gefangenendilemma: Circle und Coinbase haben nun starke Anreize, sich gegenseitig bei der Verteilung von USDC auszustechen – selbst wenn dieser Wettbewerb die Profitabilität beider Partner aushöhlt. Ein Großteil der Rendite, die nun an Hyperliquid fließt, wird zur Finanzierung von Rückkäufen des nativen Plattform-Tokens HYPE (HYPE) genutzt – anstatt als Gewinn bei den Stablecoin-Partnern zu verbleiben.
Worthingtons Team sieht in der Hyperliquid-Neuordnung ein Beispiel für ein strukturelles Problem vieler USDC-Partnerschaften. Gleichwohl rechnet JPMorgan damit, dass höhere Zinsen die Ertragsbasis von USDC mittelfristig stützen werden.
Bereits im Mai kamen andere Analysten zu ähnlichen Schlüssen. So schätzte der Broker Compass Point, dass die neue Aufteilung der Erträge 60 bis 80 Millionen US-Dollar vom kombinierten jährlichen EBITDA von Circle und Coinbase abziehen könnte.
Der Druck ist allerdings nicht neu.
USDC verliert bereits seit Monaten an Dynamik. Das zirkulierende Angebot ist von knapp 80 Milliarden US-Dollar im März auf rund 73 Milliarden zurückgegangen – Teil eines breiteren Rückgangs um etwa 10 Milliarden US-Dollar im gesamten Stablecoin-Sektor seit Mai. Geringere Handelsaktivität und neue regulierte Wettbewerber nagen sowohl an der Marktstellung von USDC als auch von Tethers USDT (USDT).
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