Chinesischer E-Auto-Hersteller Nio liefert im Juli 35.934 Fahrzeuge aus – Wall Street reagiert nur verhalten

Delivery momentum lifted Nio stock 9% last week as Morningstar set a Hong Kong share value far above the current close. (Image: Shutterstock)
Delivery momentum lifted Nio stock 9% last week as Morningstar set a Hong Kong share value far above the current close. (Image: Shutterstock)

Nio hat seine beste Börsenwoche seit vier Monaten hingelegt: Die Aktie stieg um 9 %, nachdem der chinesische E-Auto-Bauer für Juli Auslieferungen von 35.934 Fahrzeugen meldete. Bewertungsanstöße kamen zudem von Morningstar und Goldman Sachs, die das Unternehmen höher einstufen.

Wichtigste Fakten:

  • Juli-Auslieferungen lagen bei 35.934 Fahrzeugen, 71 % mehr als vor einem Jahr, aber 11,5 % weniger als im Juni.
  • Morningstar sieht den fairen Wert der Nio-Hongkong-Aktie bei 50 HK$, deutlich über dem Schlusskurs von 38,82 HK$ am Freitag.
  • Trotzdem beendete die Aktie den Juli mit einem Minus von 4 % – dem dritten monatlichen Rückgang in Folge.

Nio-Auslieferungen sorgen für beste Woche seit März

Das Unternehmen veröffentlichte die Juli-Zahlen am 1. August. Trotz des kräftigen Jahresanstiegs blieben alle drei Marken unter den Juni-Niveaus. Die Kernmarke Nio kam auf 20.008 Fahrzeuge, die familienorientierte Marke Onvo auf 10.155 Einheiten und die Kleinwagenlinie Firefly auf 5.771. Das Minus von 11,5 % gegenüber dem Vormonat war der erste sequentielle Rückgang seit drei Monaten.

Seit Jahresbeginn sind die Auslieferungen laut einem Bericht von CnEVPost um nahezu 68 % gestiegen und erreichten 227.057 Fahrzeuge – damit liegt Nio weiter vor dem vom Gründer und CEO William Li ausgegebenen Jahresziel von 40 bis 50 % Wachstum. Die kumulierten Auslieferungen seit dem Marktstart 2018 summierten sich per 31. Juli auf 1.224.649 Fahrzeuge.

Die in New York gelisteten Nio-Papiere schlossen am Freitag bei 4,88 US-Dollar und beschlossen die Woche mit einem Plus von 9 %. Auf Monatssicht stand für Juli jedoch ein Minus von 4 % zu Buche – der dritte Rückgang hintereinander. Wettbewerber XPeng kam im Juli auf 38.027 ausgelieferte Fahrzeuge, Li Auto auf 30.468, leicht unter dem Vorjahreswert – ein Hinweis darauf, wie stark Nio beim Wachstum derzeit aufholt.

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Morningstar sieht Nio-Aktien klar unterbewertet

Morningstar taxiert Nios in Hongkong notierte Aktien auf einen fairen Wert von 50 HK$ und damit deutlich über dem Freitagsschluss von 38,82 HK$. Die Analysten erwarten für 2027 das erste profitable Gesamtjahr des Konzerns. Die jährlichen Auslieferungen sollen demnach bis 2030 auf 670.000 Fahrzeuge steigen, nach rund 326.000 im Jahr 2025. Gleichzeitig vergibt Morningstar ein Unsicherheitsrating von „Very High“ und betont, dass Nio sich noch keinen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil erarbeitet habe.

Goldman Sachs hat die Aktie am 13. Juli auf „Kaufen“ hochgestuft und ein Kursziel von 7 US-Dollar ausgegeben. Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt derzeit bei 6,90 US-Dollar. Trotz der jüngsten Kursgewinne notiert die Aktie weiterhin unter ihrem 50-Tage-Simple Moving Average von 5,09 US-Dollar sowie der 200-Tage-Linie bei 5,51 US-Dollar. Der Relative-Stärke-Index (RSI) pendelt um die Marke von 50 und signalisiert damit ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen Käufern und Verkäufern – ohne klaren Trend.

Nio-Preisstrategie und steigende ES8-Kosten

Der durchschnittliche Verkaufspreis der Kernmarke Nio erreichte im Juli 434.600 Yuan, umgerechnet rund 64.010 US-Dollar. Das große SUV ES8 steuerte mit 10.286 Einheiten etwas mehr als die Hälfte des Markenvolumens bei.

Gründer William Li erklärte am 10. Juli, dass gestiegene Rohstoffpreise die Kosten pro ES8 um fast 20.000 Yuan nach oben getrieben hätten. Teile dieser Mehrbelastung würden von Zulieferern mitgetragen.

Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich die Nio-Aktie per saldo kaum bewegt: Ein Plus von 0,2 % steht für eine Seitwärtsphase, in der mehrere Zwischenerholungen wieder abgegeben wurden. Ein kräftiger Kurssprung im März folgte auf den ersten Quartalsgewinn der Unternehmensgeschichte. Die drei aufeinanderfolgenden negativen Monate bis Ende Juli machten jedoch einen Großteil dieser Gewinne zunichte. Die Rallye der vergangenen Woche hat den Abstand zur 200-Tage-Linie zwar verringert, sie aber noch nicht überwunden.

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Alexey Bondarev

Alexey Bondarev ist Head of Content bei Yellow.com und berichtet seit 10 Jahren über Krypto. Er ist auf tiefgehende Research- und Learn-Artikel spezialisiert, mit Schwerpunkt auf analytischer Berichterstattung, Branchenkontext und den größeren Kräften, die den Kryptomarkt prägen – von der KI-Ära und Sicherheitstechnologien bis hin zu Innovationen im Fintech-Bereich. Er ist überzeugt, dass alles Digitale in naher Zukunft alles Analoge überholen wird, und arbeitet intensiv daran, dies Wirklichkeit werden zu lassen.

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