A7A5, ein an den Rubel gekoppelter Stablecoin, der den russischen grenzüberschreitenden Handel erleichtert, hat in seinem ersten Betriebsjahr mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Transaktionen abgewickelt.
Der im Januar 2025 gestartete digitale Vermögenswert dient russischen Unternehmen als „sicherer Hafen“, um westliche Sanktionen zu umgehen, indem er die lokale Währung in globale Liquiditätspools überführt.
Trotz dieses Meilensteins steht das Protokoll nun vor einer Liquiditätsklemme, da internationale Aufsichtsbehörden und große DeFi-Plattformen daran arbeiten, den Token vom breiteren Krypto-Ökosystem zu isolieren.
Der Emittent, das in Kirgisistan ansässige Unternehmen Old Vector LLC, soll Berichten zufolge von der sanktionierten russischen staatlichen Bank Promsvyazbank und dem flüchtigen moldawischen Finanzier Ilan Shor kontrolliert werden.
Eine Brücke zu USDT
A7A5 läuft hauptsächlich auf den Blockchains Ethereum (ETH) und TRON (TRX) und ermöglicht es Nutzern, Werte zu übertragen, ohne dem unmittelbaren Risiko eingefrorener Wallets ausgesetzt zu sein, wie es bei dollar-gestützten Stablecoins wie USDT der Fall ist.
Börsendaten zeigen, dass sich 17,3 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen auf der in Kirgisistan ansässigen Börse Grinex konzentriert haben, wo Nutzer häufig rubelgedeckte Token gegen USDT tauschen.
Die Strategie soll das „Rückzahlungsrisiko“ mindern, das Anfang 2025 deutlich wurde, als der US Secret Service USDT-Bestände der russischen Börse Garantex beschlagnahmte.
Durch interne, an den Rubel gekoppelte Konten wickeln russische Firmen den Handel in einem geschlossenen Kreislauf ab und tauschen erst dann in globale Vermögenswerte, wenn dies für die finale Abrechnung nötig ist.
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Sanktionen bremsen den „sicheren Hafen“
Zwar schossen die Transaktionszahlen nach der Integration von Promsvyazbank-Karten Ende 2025 in die Höhe, doch aktuelle Hinweise deuten darauf hin, dass das Ökosystem zunehmend isoliert wird.
Das tägliche Transaktionsvolumen ist von einem Spitzenwert von 1,5 Milliarden US-Dollar auf etwa 500 Millionen US-Dollar gesunken, nachdem große dezentrale Börsen, darunter Uniswap, damit begonnen haben, den Token zu blocklisten.
Das Protokoll hat außerdem „Digitale Schuldscheine“ eingeführt – physische, wasserzeichen-geschützte Instrumente, die Nutzer über Telegram-Bots in Bargeld tauschen können, um traditionelle Bankbeschränkungen zu umgehen.
Der plötzliche Rückzug der USDT-Liquidität durch den A7A5-Emittenten deutet jedoch darauf hin, dass selbst diese Schatteninfrastruktur Mühe hat, die stabilen Ausstiegsrouten bereitzustellen, die für eine langfristige Tragfähigkeit erforderlich sind.
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