Standard Chartered setzt Kursziel für Chainlink auf 200 US-Dollar – Markt reagiert kaum

Standard Chartered setzt Kursziel für Chainlink auf 200 US-Dollar – Markt reagiert kaum
Standard Chartered Forecasts LINK at $200 as Tokenized Assets Move Into DeFi (Image: AI)

Standard Chartered hat am Montag die Beobachtung von Chainlink (LINK) aufgenommen und ein Kursziel von 200 US‑Dollar für Ende 2030 ausgegeben – rund das 24‑Fache des aktuellen Niveaus.

Zentrale Punkte:

  • Standard Chartered startet die Coverage von Chainlink mit einem Kursziel von 200 US‑Dollar bis Ende 2030.
  • Die Bank rechnet bis Ende 2028 mit 4 Billionen US‑Dollar tokenisierter Vermögenswerte „on-chain“.
  • LINK notierte am Montag bei etwa 8,22 US‑Dollar – nahe dem Referenzkurs in der Studie.

Kursziel für Chainlink basiert auf Tokenisierungslogik

Die Prognose wurde in einer Studie mit dem Titel „Chainlink, Owning the Rails“ veröffentlicht, verfasst von Geoff Kendrick, Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered. In Medienberichten vom Montag wurden das Kursziel und die dahinterstehende Argumentation näher erläutert. Die Bank zeichnet darin einen gestaffelten Pfad: zunächst 13 US‑Dollar bis Jahresende, gefolgt von 41, 82 und 133 US‑Dollar, bevor schließlich die Marke von 200 US‑Dollar erreicht werden soll.

Kendrick erwartet, dass das Volumen tokenisierter Vermögenswerte „on-chain“ von derzeit rund 340 Milliarden US‑Dollar bis Ende 2028 auf 4 Billionen US‑Dollar steigt – ein Zwölffaches des aktuellen Niveaus. Für 2030 prognostiziert er zudem 2,7 Billionen US‑Dollar an Vermögenswerten, die aktiv in dezentralen Finanzanwendungen gebunden sind. Das entspräche einem 37‑fachen Wachstum und bildet die Basis für sämtliche DeFi‑Bewertungen, die die Bank in diesem Jahr veröffentlicht hat.

Da Chainlink Gebühren für Datenbereitstellung und das Verschieben von Vermögenswerten zwischen Blockchains erhebt, unterstellt die Bank, dass sich die Fee‑Erlöse in diesem Zeitraum etwa um den Faktor 25 erhöhen.

In dem Modell folgen die Tokenpreise im Wesentlichen der Entwicklung der Gebühren. In derselben Studie belässt Standard Chartered Bitcoin (BTC) bei einem Kursziel von 500.000 US‑Dollar und Ethereum (ETH) bei 40.000 US‑Dollar.

Auch interessant: Airbnb-Aktie springt 17 %, nachdem CEO erklärt, dass KI 45 % der Supportanfragen ohne Menschen löst

Kendrick verweist auf Chainlinks Oracle-Dominanz

Ein Großteil der Argumentation stützt sich auf die bestehende Marktmacht. Laut Studie kontrolliert Chainlink rund 70 % des weltweit oracle‑abhängigen Werts und mehr als 80 % auf Ethereum. Als institutionelles Beispiel nennt Kendrick Fidelity, das das Netzwerk bereits zur Tokenisierung von Fondsdaten nutzt.

Der insgesamt über das Netzwerk abgesicherte Wert hat Anfang dieses Jahres die Marke von 110 Milliarden US‑Dollar überschritten – verteilt auf Cross‑Chain‑Token‑Transfers und Preis‑Feeds, auf die dezentrale Kreditmärkte zur Bewertung von Sicherheiten angewiesen sind.

Kendrick schreibt Chainlink die Ermöglichung von Transaktionen im Volumen von mehr als 32 Billionen US‑Dollar über sieben Jahre zu und nennt Swift, JPMorgan, Mastercard und UBS als weitere Institutionen, die auf die Dienste des Netzwerks setzen. Tokenisierte Fonds und Anleihen seien deutlich datenintensiver als rein krypto‑native Assets.

Aave- und Morpho-Studien liefern die Blaupause

Die Chainlink‑Analyse reiht sich ein in eine Serie langfristiger DeFi‑Initiierungen, die alle auf derselben Grundannahme über das künftige On‑Chain‑Volumen beruhen.

Bereits im Juni hatte Kendrick ein Kursziel von 3.500 US‑Dollar für Aave (AAVE) ausgerufen, im Juli folgten 60 US‑Dollar für Morpho (MORPHO) und 100 US‑Dollar für Uniswap (UNI) – jeweils auf Grundlage derselben Wachstumskurve.

Diese früheren Einschätzungen lösten zumindest kurzfristig Kursreaktionen aus: Morpho legte am Tag der Veröffentlichung um mehr als 10 % zu, Aave profitierte ebenfalls von seinem Research‑Update. LINK hingegen blieb auffallend ruhig und hielt sich am Montag bei rund 8,22 US‑Dollar. Als größte Risiken für den Weg zu 200 US‑Dollar nennt Kendrick eine schleppendere Tokenisierung durch Institutionen, Konkurrenz durch spezialisierte Anbieter und mögliche technische Störungen.

Lesen Sie als Nächstes: Google DeepMind verliert vier Führungskräfte der Gründungsära an einem einzigen Tag

Murtuza Merchant profile photo

Murtuza Merchant

Murtuza ist ein erfahrener Finanzjournalist mit umfassender Erfahrung in der Berichterstattung über Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er hat unter anderem für Benzinga und Cointelegraph beigetragen und über neue Trends, das regulatorische Umfeld und mehr berichtet. Du findest ihn unter @murtuza_merc auf Twitter und mmerchant001 auf Telegram. Offenlegung: Murtuza hält ATOM, AKT, TIA, INJ und OSMO.

Haftungsausschluss und Risikowarnung: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen nur Bildungs- und Informationszwecken und basieren auf der Meinung des Autors. Sie stellen keine Finanz-, Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Kryptowährungsassets sind hochvolatil und unterliegen hohen Risiken, einschließlich des Risikos, Ihre gesamte oder einen erheblichen Teil Ihrer Investition zu verlieren. Der Handel oder das Halten von Krypto-Assets ist möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und repräsentieren nicht die offizielle Politik oder Position von Yellow, seinen Gründern oder seinen Führungskräften. Führen Sie immer Ihre eigenen gründlichen Recherchen (D.Y.O.R.) durch und konsultieren Sie einen lizenzierten Finanzprofi, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen.
Neueste Nachrichten
Alle Nachrichten anzeigen
Standard Chartered setzt Kursziel für Chainlink auf 200 US-Dollar – Markt reagiert kaum | Yellow