Die persönlichen Anwälte von Donald Trump geraten zunehmend unter Druck: Neue Blockchain-Analysen zeigen, dass fast eine Million Käufer des Official Trump-Tokens (TRUMP) gemeinsam rund 3,8 Milliarden Dollar verloren haben.
Zentrale Punkte:
- Die Analysefirma Nansen ermittelte, dass 988.905 TRUMP-Käufer – etwa zwei Drittel aller Investoren – bis Ende Juni kumulierte Verluste von 3,81 Milliarden Dollar eingefahren haben.
- Trump gab 636 Millionen Dollar Einkommen aus dem Token an, Teil von insgesamt rund 1,4 Milliarden Dollar, die er 2025 mit Krypto-Geschäften erzielte.
- Sein persönliches Anwaltsteam agiert mit ungewöhnlich großer Eigenständigkeit und trat laut neuen Recherchen teils sogar gegen seine eigene Regierung auf.
Trumps Anwaltsteam im Fokus
Nach einer langen Reihe prominenter Verteidiger stützt sich Trump inzwischen auf wenig bekannte Zivilprozess-Anwälte, die bereit sind, Argumentationslinien zu verfolgen, die andere Juristen abgelehnt haben. Das geht aus einer Untersuchung vom 10. Juli hervor, über die die Washington Post berichtete.
Das Team hat Journalisten verklagt, Bundesbehörden aus der von Trump geführten Regierung vor Gericht gezogen und Millionenvergleiche mit ABC, YouTube und Paramount herausgeholt. Als Schlüsselfigur gilt der langjährige Vertraute Boris Epshteyn, der vor allem das Mandantenverhältnis managt, weniger die Arbeit im Gerichtssaal.
Diese weitgehende Unabhängigkeit prallt nun auf unbequeme Zahlen. Die Analysefirma Nansen stellte fest, dass 988.905 Wallets – rund zwei von drei Käufern – mit dem Token per Ende Juni im Minus lagen. Inklusive Buchverlusten summieren sich die Fehlbeträge auf 3,81 Milliarden Dollar.
Trump meldete am 29. Juni 636 Millionen Dollar Einkommen aus dem Memecoin in einer offiziellen Erklärung – Teil von etwa 1,4 Milliarden Dollar, die er im vergangenen Jahr aus Krypto-Projekten erzielte. Firmen aus seinem Umfeld halten laut Unterlagen rund 80 % des Token-Angebots und kassieren auf jede Transaktion Gebühren, wie Recherchen zeigten. Damit verdient Trump unabhängig davon, ob der Kurs steigt oder fällt. Eine Parallelanalyse zu World Liberty Financial (WLFI), dem zweiten Krypto-Projekt der Familie, ergab, dass dort 85 % der nachverfolgbaren Wallets im Verlustbereich liegen.
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Experten hinterfragen Präsidentschaftsgewinne mit Krypto
Die Lücke ist legal – und genau das ist der Kern des Problems.
Kein US-Bundesethikgesetz untersagt einem amtierenden Präsidenten, an einem digitalen Vermögenswert zu verdienen, während seine Regierung die Krypto-Regulierung gestaltet. Die Interessenkonflikt-Regeln, die für Kabinettsmitglieder gelten, nehmen den Präsidenten ausdrücklich aus. Verfassungs- und Ethikexperten sind sich weitgehend einig, dass die Konstruktion nach geltendem Recht zulässig ist. Das Weiße Haus weist jeden Interessenkonflikt von sich.
Dennoch wächst der politische Druck. Der demokratische Abgeordnete Al Green aus Texas warf dem Präsidenten in einer Anhörung im Juni vor, ein „legalisiertes Schneeballsystem“ zu betreiben. Der Investor Nicholas Pinto, der nach eigenen Angaben etwa die Hälfte einer 500.000-Dollar-Position verlor, bezeichnete den Token als „fast schon einen legalen Scam“. Senatorin Elizabeth Warren hat den Kongress aufgefordert, im geplanten CLARITY Act ein ausdrückliches Verbot präsidialer Krypto-Gewinne zu verankern.
Ein Blick auf die Kursgeschichte des Tokens erklärt die Verärgerung. TRUMP startete drei Tage vor der Amtseinführung im Januar 2025 und schoss innerhalb weniger Tage auf 75,35 Dollar, angetrieben von einem massiven Run privater Anleger. Inzwischen notiert der Coin bei rund 1,76 Dollar – ein Einbruch von etwa 97 %. Die Marktkapitalisierung ist von 27 Milliarden auf unter 400 Millionen Dollar geschrumpft.
Nansens Daten zeigen, dass nahezu 4 Milliarden Dollar an Gewinnen an rund 500.000 Wallets flossen – überwiegend frühe Käufer und algorithmische Trader, die ausgestiegen sind, bevor der große Retail-Strom einsetzte.
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