MARA Holdings, ein Krypto-Miner im strategischen Umbau Richtung KI-Infrastruktur, hat 996 Bitcoin (BTC) im Wert von rund 81 Millionen US‑Dollar an eine als Galaxy Digital gekennzeichnete Wallet verschoben. Auf der Blockchain findet sich bislang kein Hinweis darauf, dass die Position verkauft wurde.
Wichtigste Fakten:
- MARA überwies am 8. Oktober 996 BTC im Wert von rund 81,13 Mio. US‑Dollar an eine Wallet mit Galaxy-Digital-Label.
- Blockchain-Daten belegen keinen Verkauf; das Unternehmen äußerte sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorgang.
- Der ausgewiesene Bitcoin-Bestand sank von 53.822 BTC im Februar auf 35.577 BTC zum 30. Juni.
Der Bitcoin-Transfer von MARA
Der On‑chain-Beobachter Lookonchain machte die Transaktion am Freitag publik und berief sich dabei auf Daten von Arkham Intelligence. Demnach wurden 996,105 BTC im Gegenwert von etwa 81,13 Millionen US‑Dollar von einer als MARA Miner gekennzeichneten Wallet an eine Adresse gesendet, die als Galaxy Digital getaggt ist.
Die Coins bewegten sich bereits am Donnerstag, 8. Oktober, mehrere Stunden bevor der Beitrag erschien. Lookonchain schrieb, MARA habe die Bitcoin offenbar „abgeladen“.
Aus den Blockchain-Daten lässt sich jedoch nicht ablesen, ob Galaxy Digital die Coins im Auftrag von MARA veräußert, lediglich verwahrt oder aus einem anderen Grund übernommen hat.
Bis Freitagvormittag lag keine öffentliche Stellungnahme von MARA zu dem Transfer vor. Das Volumen entspricht rund 2,8 % des Bitcoin-Bestands, den das Unternehmen zum Ende des zweiten Quartals gemeldet hatte.
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Streit zwischen Sigel und Lookonchain
Die Auswertung der MARA-Wallets durch Lookonchain war bereits zuvor umstritten. Im Juni hatte der Tracker nahegelegt, der Miner habe über FalconX 1.000 BTC zugekauft – eine Darstellung, die Matthew Sigel, Leiter Digital-Asset-Research bei VanEck, öffentlich zurückwies. Sigel zufolge hatte MARA die Coins verliehen und anschließend lediglich zurückerhalten.
Diese Vorgeschichte ist relevant, weil der aktuelle Transfer Sorgen über zusätzlichen Verkaufsdruck nähren könnte. Gleichzeitig bietet Galaxy Digital institutionellen Kunden neben Handel auch Vermögensverwaltung und weitere Dienstleistungen an. Die Aktien von MARA legten im vorbörslichen Handel am Freitag um rund 2 % auf etwa 10 US‑Dollar zu, während Bitcoin sich nach einem Ausverkauf, der mehr als 1 Milliarde US‑Dollar an gehebelten Positionen auslöschte, wieder über 82.000 US‑Dollar erholte.
MARAs Schwenk auf KI-Infrastruktur
MARA lenkt seit diesem Jahr verstärkt Kapital in Energieversorgung und Rechenzentren um. Im Februar ging das Unternehmen eine Partnerschaft mit Starwood Capital Group ein und vereinbarte den Kauf von Long Ridge Energy & Power, einem Gaskraftwerk und Rechenzentrums-Campus im US-Bundesstaat Ohio mit einer geplanten Leistung von 505 Megawatt, für 1,5 Milliarden US‑Dollar. Im August nahm MARA zudem 600 Millionen US‑Dollar Kredit bei Coinbase Credit und Two Prime Lending auf, besichert mit 18.750 BTC. Ein Teil der Mittel ist für den Long-Ridge-Deal vorgesehen.
Parallel zu diesen Investitionen ist die Bitcoin-Reserve merklich geschrumpft. Daten von Bitcoin Treasuries weisen für den 30. Juni noch 35.577 BTC aus, nach 53.822 BTC am 26. Februar. Im ersten Quartal verkaufte das Unternehmen rund 20.880 BTC für etwa 1,5 Milliarden US‑Dollar – darunter 15.133 BTC im März zur Rückführung ausstehender Wandelanleihen.
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