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Wie Europa mit einer US-Aktienwette von 10,4 Billionen Dollar zum größten ausländischen Eigentümer Amerikas wurde

Wie Europa mit einer US-Aktienwette von 10,4 Billionen Dollar zum größten ausländischen Eigentümer Amerikas wurde

Europäische Investoren haben rekordhohe 10,4 Billionen US‑Dollar in US‑Aktien aufgebaut. Damit ist Europa zum größten ausländischen Eigentümer amerikanischer Aktien geworden und hält nahezu die Hälfte aller ausländischen Bestände, wie Daten zeigen.

Ausmaß und Tempo dieser Entwicklung verdeutlichen eine strukturelle Umverteilung europäischen Kapitals in Richtung US‑Märkte – in einer Phase steigender geopolitischer Spannungen, wachsender Handelskonflikte und auseinanderlaufender wirtschaftlicher Entwicklungen in beiden Regionen.

Die Konzentration der Eigentumsverhältnisse erreicht beispiellose Ausmaße

Daten der US‑Notenbank zeigen, dass der europäische Besitz an US‑Aktien in den vergangenen drei Jahren um 4,9 Billionen US‑Dollar beziehungsweise 91 % gestiegen ist.

Investoren aus Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich halten nun gemeinsam etwa 5,7 Billionen US‑Dollar in US‑Aktien und stehen damit für 55 % der gesamten europäischen Exponierung gegenüber US‑Aktien.

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Zum Vergleich: Der Rest der Welt hält rund 10,9 Billionen US‑Dollar in US‑Aktien, womit der Anteil Europas an allen ausländischen Beständen bei etwa 49 % liegt.

Wie aus den von der Federal Reserve im obigen Chart dargestellten Daten hervorgeht, haben die europäischen Bestände seit 2020 stark beschleunigt zugenommen und sind selbst in Phasen strafferer Geldpolitik und eskalierender Handelsstreitigkeiten weiter gestiegen.

Der starke Anstieg legt nahe, dass europäische Investoren nicht nur taktisch umschichten, sondern die US‑Märkte zunehmend als primäres Ziel für Eigenkapitalanlagen betrachten.

Kapitalflucht aus Europa, nicht nur Vertrauen in die USA

Zwar spiegeln die Zuflüsse auch Vertrauen in die Ertragskraft US‑amerikanischer Unternehmen und die Markttiefe wider, doch Analysten betonen, dass der Trend zugleich auf anhaltende strukturelle Schwächen der europäischen Kapitalmärkte hinweist.

Schwächeres Wachstum, zersplitterte Aktienmärkte und begrenzte heimische Anlagemöglichkeiten haben Pensionskassen, Versicherer und Vermögensverwalter dazu veranlasst, Renditen im Ausland zu suchen.

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Der Zeitpunkt ist bemerkenswert.

Europas Exponierung gegenüber US‑Aktien liegt trotz anhaltender Handelskonflikte und politischer Unsicherheit auf Rekordniveau, was darauf hindeutet, dass Kapital Liquidität und Größe über geografische Diversifikation stellt.

Diese Dynamik erhöht die Sensitivität Europas gegenüber spezifischen US‑Risiken, darunter Änderungen der Fiskalpolitik, regulatorische Eingriffe und wahlbedingte Marktschwankungen.

Wachsende Interdependenz mit systemischen Folgen

Die zunehmende Konzentration europäischen Vermögens in US‑Aktien schafft eine engere finanzielle Verflechtung zwischen beiden Volkswirtschaften.

Jeder heftige Kursrückgang an den US‑Märkten würde sich nun direkter auf das Vermögen europäischer Haushalte, die Deckungsgrade von Pensionssystemen und die Bilanzen institutioneller Investoren auswirken.

Gleichzeitig könnte Europas steigende Abhängigkeit von den US‑Kapitalmärkten seine politische Handlungsspielräume einengen, da die Finanzstabilität immer stärker von Entscheidungen außerhalb der Region abhängt.

Statt nur eine Geschichte über optimistische Marktstimmung zu erzählen, verweisen die Daten auf eine tiefere strukturelle Realität: Europäisches Kapital trägt zunehmend die US‑Aktienmärkte – in einer Phase, in der die globale wirtschaftliche und politische Fragmentierung zunimmt.

Diese Konzentration macht Europa so stark wie seit Langem nicht mehr abhängig von der Entwicklung der US‑Märkte und den Politiken, die sie prägen.

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