Der US-Senat hat eine verfahrensrechtliche Abstimmung über den Clarity Act auf September verschoben – und damit das Zeitfenster für ein zentrales Gesetz zur Strukturierung der Kryptomärkte vor den Wahlen im November deutlich verengt.
Zentrale Punkte:
- Die Abstimmung über den Clarity Act wurde auf September verlegt, nachdem vor der Sommerpause keine Einigung erzielt wurde.
- Für das Vorankommen des Gesetzes sind weiterhin 60 Stimmen nötig – Demokraten müssen mitziehen, während auch in der republikanischen Fraktion Unterstützung bröckelt.
- Der September dürfte das letzte praktikable Zeitfenster sein, bevor die Zwischenwahlen im November die Agenda des Kongresses dominieren.
Verzögerung des Clarity Act
Mehrheitsführer im Senat John Thune, Republikaner aus South Dakota, bestätigte die Verschiebung am späten 6. August. Die Senatoren sollen nach der einmonatigen Sommerpause zunächst über den Verfahrensantrag entscheiden. „Wir priorisieren das, sobald wir zurück sind“, sagte Thune.
Der Senat verlässt Washington am Freitag und wird Mitte September zurückerwartet. Damit bleiben den Befürwortern nur wenige Wochen, bevor sich der Fokus in Richtung der Zwischenwahlen im November verschiebt.
Der Zeitplan ist eng. Eine mit den Gesprächen vertraute Person berichtet, die Demokraten im Senat seien angesichts der politischen Tragweite und des wachsenden Einflusses der Kryptoindustrie zurückhaltend, noch vor der Wahl abzustimmen.
Die Verzögerung verschafft den Initiatoren zusätzlichen Spielraum, die nötigen 60 Stimmen für das Verfahren zu sichern. Ohne Stimmen der Demokraten wird das nicht gelingen – zumal sich jüngst auch bei den Republikanern Brüche in der Unterstützung gezeigt haben. Selbst wenn der Senat den Entwurf durchwinkt, müsste er zunächst ins Repräsentantenhaus zurück, bevor er Präsident Donald Trump zur Unterschrift vorgelegt werden kann.
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Stolpersteine für den Clarity Act
Cody Carbone, CEO der The Digital Chamber, räumte ein, dass der Schritt nicht dem Wunschergebnis der Befürworter entspricht, betonte aber, die Gespräche könnten während der Pause fortgesetzt werden. Man werde weiter nach einem tragfähigen Kompromiss suchen, um im September eine erfolgversprechende Abstimmung zu ermöglichen, so Carbone.
Ji Hun Kim, CEO des Crypto Council for Innovation, bezeichnete die Verschiebung als enttäuschend, kündigte aber an, weiterhin mit Senatoren beider Parteien sowie mit der Administration zusammenzuarbeiten. Diese Gespräche sind entscheidend, weil nach wie vor strittige Punkte zu klären sind – von der Behandlung von Stablecoin-Erträgen über Fragen der politischen Integrität bis hin zu den Instrumenten, die Behörden im Kampf gegen illegale Finanzströme zur Verfügung stehen.
In den vergangenen zwölf Monaten ist der Clarity Act wiederholt ins Stocken geraten – insbesondere an der Frage, wie Stablecoin-Erträge reguliert werden sollen und ob die Aufseher über ausreichende Werkzeuge verfügen, um illegale Finanzierungen effektiv zu verfolgen. Hinzu kommen heikle Compliance- und Ethikfragen, die die Verhandlungen zusätzlich belasten.
Der jüngste Vorschlag, über den im Senat beraten wird, sieht vor, dass Amtsträger und deren Ehepartner weder eigene Digitalwerte emittieren noch als Sponsor auftreten dürfen. Zudem könnte die Regelung Trump zwingen, sich aus bestimmten Krypto-nahen Geschäftsbereichen zurückzuziehen.
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