Apple-Aktien gaben am Freitag 8 % nach, nachdem Tim Cook gewarnt hatte, dass stark steigende Speicherpreise das Unternehmen weit über das Septemberquartal hinaus belasten könnten.
Wichtigste Punkte:
- Apple stellt für das Septemberquartal ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 % in Aussicht und bleibt damit unter den rund 12 %, die Wall Street erwartet hatte.
- Der Quartalsumsatz im Juni lag mit 109,42 Milliarden US‑Dollar auf Rekordniveau, plus 16 %, der Gewinn je Aktie erreichte 2,02 US‑Dollar.
- Die Sparten Services und Großchina verfehlten die Erwartungen mit 30,7 Milliarden bzw. 18,8 Milliarden US‑Dollar.
Apple übertrifft Q3-Erwartungen, verfehlt aber den Ausblick
Apple meldete am Donnerstag für das dritte Fiskalquartal einen Umsatz von 109,42 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von 16 % im Jahresvergleich und das stärkste Juni-Quartal der Firmengeschichte. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,02 US‑Dollar klar über den von Analysten erwarteten 1,89 US‑Dollar, die Bruttomarge erreichte beeindruckende 50,1 %. Die iPhone-Erlöse kletterten um 22 % auf 54,3 Milliarden US‑Dollar, ein neuer Rekord für ein Juni-Quartal, während der Mac-Umsatz um 29 % auf 10,4 Milliarden US‑Dollar zulegte.
Zwei Bereiche blieben dennoch hinter den Prognosen zurück. Die Dienstleistungssparte erwirtschaftete 30,7 Milliarden US‑Dollar, erwartet wurden rund 31,3 Milliarden US‑Dollar. In Großchina erzielte Apple 18,8 Milliarden US‑Dollar Umsatz und verfehlte damit Konsensschätzungen von etwa 19,5 Milliarden US‑Dollar – die Region bleibt damit eine Schwachstelle.
Das Management stellte anschließend in Aussicht, dass die Erlöse im Septemberquartal nur um 9 bis 11 % wachsen dürften. Der Mittelwert von rund 113 Milliarden US‑Dollar liegt damit unter dem Konsens von 114,9 Milliarden US‑Dollar und signalisiert eine Wachstumsabkühlung, zumal Währungseffekte zusätzlich belasten.
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Tim Cook warnt vor Preiswelle bei Speicherchips
Cook erklärte gegenüber Analysten, Apple habe in jedem der vergangenen drei Quartale mehr für Speicher bezahlt – und rechne auch im Septemberquartal mit weiteren Kostenanstiegen.
Er beschrieb die Lage am Markt als „Jahrhundertereignis“ bei Speicherpreisen: exponentielle Preissprünge entlang der gesamten Lieferkette, bei gleichzeitig begrenztem Spielraum, gegenzusteuern. Über September hinaus, so Cook, könnten die Preise weiter steigen und einen „zunehmenden Einfluss auf unser Geschäft“ haben.
Der Druck geht im Kern auf die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz zurück. Betreiber von Rechenzentren saugen einen Großteil des weltweiten Angebots an DRAM- und NAND-Chips auf. Apple muss sich damit bei denselben Komponenten mit einigen der kapitalstärksten Technologiekonzerne messen.
Analysten senken Kursziele für Apple
Barclays senkte sein Kursziel von 253 auf 245 US‑Dollar. Die Verkaufswelle traf eine Aktie, die bis zum Schlusskurs am Donnerstag im laufenden Jahr bereits rund 22 % zugelegt hatte.
Morningstar rechnet damit, dass die Produktbruttomarge im Septemberquartal um weitere 250 Basispunkte zurückgeht – mit anhaltendem Druck bis in das Fiskaljahr 2027 hinein.
Evercore ISI-Analyst Amit Daryanani verweist darauf, dass langfristige Lieferverträge den Anlegern mehr Planungssicherheit bei den Margen geben würden, und bezeichnet die Speicherpreise als zentrales Risiko für die Aktie.
Apple hatte im Juni die Preise für Macs, iPads, Geräte für den Heimgebrauch sowie das Vision Pro angehoben – der breiteste Preisschritt seit Jahren. iPhone, Apple Watch und AirPods blieben vorerst verschont. John Ternus übernimmt dieses Problem am 1. September, wenn er Cook als CEO ablöst und sich darauf vorbereitet, die diesjährige iPhone-Generation in einem angespannten Komponentenmarkt zu starten.
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