Binance‑Gründer Changpeng „CZ“ Zhao sagte, zwei EU‑Staaten hätten darum gekämpft, Gastgeber für das MiCA‑Gebot der Börse zu werden, das kurz vor der Genehmigung stand, bevor gegnerische Kräfte den Rückzug in der vergangenen Woche auslösten.
Zentrale Punkte:
- CZ sagt, zwei EU‑Länder hätten darum konkurriert, Binances griechischen MiCA‑Antrag zu beherbergen, bevor gegnerische Kräfte ihn blockierten.
- Binance zog den Antrag in der vergangenen Woche zurück, nur wenige Tage vor der Lizenzfrist am 1. Juli.
- Spekulationen bringen den Rückschlag mit EZB‑Chefin Christine Lagarde in Verbindung – ein Vorwurf, den CZ nicht bestätigen wollte.
CZ schildert Kampf um griechische Lizenz
Zhao machte seine Aussagen in der Premierenfolge von The Blocks neuer täglicher Sendung „The Starting Block“, die berichtete, dass die Börse ihren griechischen Antrag still und leise nur wenige Tage vor Ablauf der Frist des Blocks zurückgezogen habe. Eine einzige nationale Genehmigung unter MiCA verleiht Passporting‑Rechte, sodass eine Lizenz Binance erlauben würde, alle 27 EU‑Märkte gleichzeitig zu bedienen – was Griechenland zu einem begehrten Preis machte. Zwei Mitgliedstaaten hätten den Antrag aktiv verfolgt, sagte er, und damit eine routinemäßige Genehmigung in einen Wettbewerb verwandelt.
Er verglich den Wettbewerb mit einem Bieterstreit zwischen den beiden Regierungen, bevor sich gegnerische Kräfte gegen das Gebot formierten und das Unternehmen sich schließlich zurückzog. CZ bezeichnete das Ergebnis als Lose‑Lose‑Situation für Binance und Europa.
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Lagarde‑Spekulation überschattet Rückzug
Spekulationen haben die Ablehnung mit Christine Lagarde, der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, in Verbindung gebracht, nachdem eine anonyme Quelle behauptet hatte, sie habe auf griechische Beamte eingewirkt, die Lizenz in der Schlussphase zu verweigern. Der Moderator der Sendung bekräftigte diese Darstellung. Zhao wollte sie weder bestätigen noch dementieren und sagte, er habe dieselben Behauptungen online gesehen, könne aber auf keine von einer der beiden Seiten bestätigten Dokumente verweisen.
Binance stellte den Antrag im Januar über die griechische Aufsicht und arbeitete rund 18 Monate an einem Gebot, von dem das Unternehmen darauf besteht, dass die Behörde es geprüft und als regelkonform beurteilt habe, bevor der Prozess kurz vor dem Abschluss ins Stocken geriet. Co‑CEO Richard Teng sagte eine Lizenz innerhalb weniger Monate zu.
Binances langer regulatorischer Weg
Euro‑denominierte Handelspaare machen nur etwa 1 % des globalen Spotvolumens von Binance aus, dennoch bleibt Europa ein Schlüsselmarkt, auf den das Unternehmen mit mehr als 300 Millionen registrierten Nutzern weltweit ungern verzichtet. Die Börse hielt in diesem Jahr knapp 18,5 % des Euro‑Spot‑Handels und lag damit nur hinter Kraken, das MiCA bereits in Irland bestanden hat und damit sein EU‑Passport erhielt. Dutzende kleinere Konkurrenten haben ebenfalls eine Genehmigung erhalten.
Die Frist am 1. Juli steht in dieser Woche an. Nach ihrem Ablauf müssen nicht lizenzierte Unternehmen die Bedienung von Kunden im gesamten Block einstellen – eine harte Grenze, die Binance nun durch einen neuen Antrag in einem anderen Mitgliedstaat zu umgehen versucht.
Erste Berichte signalisierten die voraussichtliche Ablehnung bereits am 16. Juni, wobei griechische, irische und lettische Aufseher auf alte rechtliche Strafen des Unternehmens, seine weitverzweigte Struktur und eine aus ihrer Sicht risikofreudige Kultur verwiesen. 2023 bekannte sich Binance in den USA wegen Verstößen gegen Geldwäsche‑ und Sanktionsvorschriften schuldig und zahlte 4,3 Milliarden US‑Dollar; anschließend trat Zhao als CEO zurück. Später verbüßte er eine viermonatige Haftstrafe.
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