Circle will seinen Stablecoin USD Coin (USDC) in rund 40 Schwellen- und Entwicklungsländern etablieren. Das kündigte CEO Jeremy Allaire am Freitag an – und sieht darin ein Signal, dass Blockchain-Technologie endgültig im Mainstream ankomme.
Wichtigste Punkte:
- Circle will in rund 40 Märkte in Südostasien, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten expandieren.
- Das im Umlauf befindliche USDC-Volumen stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 19 % auf 73,3 Milliarden Dollar.
- Allaire rechnet damit, dass der im Januar in Kraft tretende GENIUS Act den Rahmen für „legale digitale Dollar“ schafft.
Circle setzt auf 40 neue Märkte
Allaire sagte, das Unternehmen starte eine groß angelegte Expansion, weil sich Blockchain aus der Frühphasen-Nische heraus in eine Skalierungsphase für den Massenmarkt bewege. „Wir befinden uns an einem Wendepunkt“, so Allaire. Er äußerte sich am Rande der Tagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Bangkok.
In Südostasien, Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten nehme die organische Nachfrage von Privatpersonen und Unternehmen nach Stablecoins spürbar zu, erklärte Allaire. Das zirkulierende Volumen von USDC sei im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 19 % auf 73,3 Milliarden Dollar gewachsen – auch wenn der Token seinem größten Rivalen weiterhin deutlich hinterherläuft.
Circle hält nach eigenen Angaben rund 25 % des weltweiten Stablecoin-Marktes. Tether (USDT) kommt auf fast 60 %.
Große Banken und Zahlungsdienstleister gehen inzwischen über Pilotprojekte hinaus und setzen Stablecoins für grenzüberschreitende Abwicklungen produktiv ein. Auf dem Arc-Netzwerk von Circle sind unter anderem BlackRock, Visa und Standard Chartered aktiv.
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Allaires Wette auf Regulierung
Allaire knüpft die Expansion eng an die Regulierung. Mit dem Inkrafttreten des GENIUS Act im Januar werde „die Welt legale digitale Dollar haben“, sagte er – ein Einschnitt, den er als historischen Wendepunkt bezeichnete.
Er begrüßte zudem Initiativen von Bankengruppen in den USA und Europa, eigene Stablecoins zu entwickeln, und wertete dies als Zeichen eines gesunden, wettbewerblichen Marktes. „Die Innovatoren haben jetzt ihre Stunde“, sagte Allaire. Zudem habe die wachsende Zahl von Zahlungen zwischen KI-Agenten – die Bruchteile von Cents für Webrecherchen und Echtzeitdaten ausgeben – die Nutzung von USDC beflügelt. Zugleich warnte er jedoch, KI bringe neue Sicherheitsrisiken mit sich.
Circle erhielt im Juli als einer der ersten Stablecoin-Emittenten eine bundesweite Banklizenz in den USA. Eine Marktanalyse argumentierte, dies könne Banken den Einstieg in den Echtzeit-Einsatz von USDC für Abwicklungen erleichtern.
Die Äußerungen in Bangkok markieren den vorläufigen Höhepunkt intensiver Monate für Circle. Am 8. September vereinbarte das Unternehmen die Übernahme des in Singapur ansässigen Zahlungsdienstleisters Tazapay in einem reinen Aktiendeal im Volumen von 400 Millionen Dollar. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der singapurischen Zentralbank und soll 2027 abgeschlossen werden.
Zwei Wochen später kündigte Binance eine Eigenkapitalbeteiligung von 100 Millionen Dollar an Circle an sowie eine fünfjährige Vereinbarung, um USDC in Schwellenländern stärker zu promoten.
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