Circle erhält OCC-Genehmigung – Banken warnen vor Abzug von 500 Mrd. $ an Einlagen

Circle erhält OCC-Genehmigung – Banken warnen vor Abzug von 500 Mrd. $ an Einlagen

Circle hat die bundesweite Genehmigung erhalten, eine nationale Trust-Bank zu gründen – während Banken warnen, dass USD Coin (USDC) und andere Stablecoins den US-Banken bis 2028 Einlagen von bis zu 500 Milliarden Dollar entziehen könnten.

Wichtigste Punkte:

  • Circle erhielt am 10. Juli die endgültige OCC-Genehmigung zur Gründung von Circle National Trust, einer bundesweit beaufsichtigten National-Trust-Bank.
  • Standard Chartered schätzt, dass Stablecoins US-Bankeneinlagen bis 2028 um 500 Milliarden Dollar verringern könnten, während eine Notiz der Federal Reserve mögliche Kreditverluste auf bis zu 1,26 Billionen Dollar beziffert.
  • Die neue Trust-Bank darf weder Privatkundeneinlagen annehmen noch Kredite vergeben; damit rückt die Zusammensetzung der USDC-Reserven ins Zentrum der Refinanzierungssorgen der Banken.

Circle sichert sich Trust-Bank-Lizenz

Circle hat am 10. Juli vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) die endgültige Genehmigung zur Gründung einer nationalen Trust-Bank erhalten, wie Branchenmedien berichteten. Die neue Einheit, Circle National Trust, wird unter bundesaufsichtlicher Kontrolle stehen und sich auf treuhänderische Verwahrung der USDC-Reserven konzentrieren – nicht auf klassisches Bankgeschäft.

Die Bank wird keine Einlagen von Privatkunden annehmen und keine Kredite vergeben und bleibt damit klar von herkömmlichen Geschäftsbanken getrennt. Circles eigene Mitteilung bezeichnete die Genehmigung als Schritt, der es Institutionen ermöglicht, USDC als belastbarere Finanzinfrastruktur zu nutzen. Die Bundesaufsicht, so Circle, schaffe für Banken, Zahlungsdienstleister und Unternehmens-Treasuries eine verlässlichere Grundlage, um Produkte rund um den Token zu entwickeln.

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Standard Chartered warnt vor Einlagenabfluss

Standard Chartered hat im Januar gewarnt, dass Stablecoins US-Bankeneinlagen bis Ende 2028 um rund 500 Milliarden Dollar schrumpfen lassen könnten. Geoff Kendrick, globaler Leiter Digital-Asset-Research der Bank, sieht vor allem regionale Institute in der Schusslinie, weil sie besonders stark von Einlagenfinanzierung abhängen.

Die Federal Reserve kommt zu einer noch breiteren Spanne.

In einem im Dezember veröffentlichten Arbeitspapier schätzt die Notenbank, dass die zunehmende Nutzung von Stablecoins die Kreditvergabekapazität der Banken je nach Szenario um 65 Milliarden bis 1,26 Billionen Dollar verringern könnte – abhängig von der Verbreitung der Tokens und davon, wo Emittenten ihre Reserven parken. Die Spannweite weitet sich deutlich, falls Emittenten direkten Zugang zu Fed-Masterkonten erhalten. Vor allem Community-Banken, die stark auf lokale Einlagen angewiesen sind, würden in diesem Szenario massiv unter Druck geraten.

Circles am 13. Juli veröffentlichte Aufschlüsselung der USDC-Reserven zeigt rund 11,55 Milliarden Dollar als Bankeinlagen, während etwa 61,6 Milliarden Dollar in Overnight-Repo-Geschäften und kurzlaufenden US-Staatsanleihen stecken. Diese Allokation hält die Dollar zwar im Finanzsystem, lenkt sie aber überwiegend an der klassischen Einlagenbasis der Banken vorbei.

Die Debatte erinnert an 2023, als USDC nach dem Kollaps der Silicon Valley Bank, bei der Circle Einlagen hielt, kurzzeitig seine Dollar-Bindung verlor.

Dieses Ereignis veranlasste Circle zu einer deutlich stärkeren Gewichtung der Reserven in Repos und Treasuries – ein Strategiewechsel, der nun ins Zentrum der Kritik der Banken an ihrer Refinanzierungsbasis rückt. Der Kongress hat im vergangenen Jahr den GENIUS Act verabschiedet und Stablecoins damit in einen bundesrechtlichen Rahmen gestellt. Gleichwohl ringen die Gesetzgeber weiterhin darum, wie nahe Stablecoins regulatorisch an klassische Bankeinlagen heranrücken sollen.

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