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Nachdem in 24 Stunden Milliarden verloren gingen, senden die Kryptomärkte nun das seltenste Kaufsignal seit 2020

Nachdem in 24 Stunden Milliarden verloren gingen, senden die Kryptomärkte nun das seltenste Kaufsignal seit 2020

Die Kryptomärkte zeigen erste Anzeichen einer Stabilisierung nach einem der stärksten, liquidationsgetriebenen Rückgänge der letzten Monate. Analysten betonen jedoch, dass der Ausverkauf eher einen tieferen Übergang als nur einen kurzfristigen Volatilitätsschub markiert, da Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) zunehmend als makrosensitive Risikoanlagen gehandelt werden. Bitcoin erholte sich in Richtung 67.000 $, nachdem es kurzzeitig in die Nähe von 60.000 $ gefallen war, während sich Ethereum nach einem starken Rückgang, der rund 40 % der Höchststände von Anfang Januar auslöschte, wieder in Richtung 1.900 $ vorarbeitete.

Der Aufschwung folgte auf eine Welle erzwungener Enthebelung, die innerhalb von nur 24 Stunden 2,4 Mrd. $ an gehebelten Positionen auslöschte und das Ereignis laut Daten von CoinGlass (according) zu einer der größten Liquidationsphasen aller Zeiten machte.

Marktteilnehmer sagen, dass das Ausmaß des Abbaus darauf hindeutet, dass sich Kapitulationsdynamiken ihrem Ende nähern könnten, auch wenn die Risiken im Zusammenhang mit makroökonomischen Daten und politischer Unsicherheit weiterhin erhöht bleiben.

Deleveraging bestimmt die Kursbewegungen

Ein Großteil der jüngsten Abwärtsbewegung wurde eher durch Leverage als durch eine fundamentale Neubewertung der langfristigen Aussichten von Krypto angetrieben.

Besonders Ethereum hat den Großteil der Anpassung getragen: Die Positionierung im Derivatemarkt schrumpfte deutlich, da das Open Interest auf rund 61 % des Niveaus von Ende Dezember fiel.

Jake Kennis, Research-Analyst bei Nansen, sagte, der Rückgang von Ethereum unter 2.000 $ spiegele einen anhaltenden Verkaufsdruck wider, der durch Leverage-Abbau und Liquiditätsengpässe verstärkt werde.

Er merkte an, dass beim Bruch psychologisch wichtiger Kursmarken größere Halter und strukturierte Produkte Abwärtsbewegungen beschleunigen und die Preise stärker drücken können, als es die Fundamentaldaten allein nahelegen würden.

Ethereum wird derzeit rund 60 % unter seinem Allzeithoch gehandelt, das vor nur fünf Monaten erreicht wurde, während Bitcoin nahe einer langfristigen technischen Unterstützungszone notiert, die seit vor dem Ausbruch 2023 nicht mehr getestet wurde.

Kennis sagte, die Märkte beobachteten nun genau, ob sich insbesondere bei Bitcoin ein lokales Tief ausbildet, nachdem die Kryptowährung ihren 200‑Wochen‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt getestet hat.

Makrokräfte übernehmen die Führung

Analysten sind sich einig, dass der Ausverkauf weniger durch krypto-spezifischen Stress als vielmehr durch ein breiteres Risk-off-Umfeld getrieben wird.

Höhere Realzinsen, geringere Liquidität und der erneute Fokus auf die Bilanzreduzierung der US-Notenbank belasten hochvolatile Risikoanlagen in allen Märkten.

Laut Nexo Dispatch-Analystin Dessislava Ianeva fiel der Rückgang von Bitcoin zeitlich mit einer Umschichtung von Kapital in sicherere und liquidere Anlagen wie US-Staatsanleihen und Kasse zusammen.

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Sie stellte fest, dass US-Spot-Bitcoin-ETFs am 5. Februar Nettoabflüsse von 43,4 Mio. $ verzeichneten – ein Zeichen für kurzfristige defensive Positionierung, nicht für einen strukturellen Rückzug institutioneller Investoren.

Trotz der Abflüsse machen ETF-Bestände weiterhin rund 6,3 % der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin aus, was darauf hindeutet, dass das institutionelle Engagement nach wie vor erheblich ist, auch wenn die kurzfristigen Flüsse schwanken.

Ethereum und große Altcoins bewegen sich zunehmend im Gleichklang mit Bitcoin, wobei die Korrelationen über große Large-Cap-Token deutlich über die Durchschnitte von 2025 gestiegen sind.

Ianeva sagte, dies deute auf einen makro- und liquiditätsgetriebenen Markt hin, in dem individuelle Narrative weniger zählen als die übergeordneten finanziellen Rahmenbedingungen.

Anzeichen von Stabilisierung unter der Oberfläche

Obwohl die Kurse volatil bleiben, deuten einige Indikatoren darauf hin, dass sich die Marktstruktur verbessern könnte.

Die Funding-Raten bei Ethereum sind leicht positiv geworden, das Open Interest hat sich stabilisiert und die Positionierung im Derivatemarkt wirkt nach dem jüngsten Flush geordneter.

Die implizite Volatilität von Bitcoin hat sich von ihren jüngsten Höchstständen zurückgebildet, auch wenn die Unsicherheit hoch bleibt.

Put-Call-Ratios und Funding-Raten beginnen sich zu normalisieren, was darauf hindeutet, dass die aggressivsten spekulativen Positionen bereits bereinigt sein könnten.

Abra-Gründer und CEO Bill Barhydt beschrieb das aktuelle Umfeld als einen „Anti-Alles-Trade“, getrieben von politischer Unsicherheit, verzögerter Kryptoregulierung und fehlender staatlicher Liquiditätsunterstützung.

Er sagte jedoch, die aktuellen Bedingungen ähnelten einem der überverkauftesten Bitcoin-Setups seit Jahren.

„Wir glauben, dass das meiste davon inzwischen ausgespielt ist“, sagte Barhydt und fügte hinzu, dass ein letzter Kapitulationsschub unter 60.000 $ zwar nicht ausgeschlossen werden könne, „der Boden aber wahrscheinlich erreicht oder sehr nahe daran ist.“

Vom zyklischen Trade zum Makro-Asset

Analysten warnen, dass eine nachhaltige Erholung wahrscheinlich eher von makroökonomischen Katalysatoren als von rein technischen Gegenbewegungen abhängen wird.

Anstehende US-Inflationsdaten, Arbeitsmarktzahlen und Leitlinien der Zentralbanken dürften in den kommenden Wochen die Risikobereitschaft über alle Anlageklassen hinweg prägen.

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