OpenAI stellt Atlas ein und verlegt seinen KI-Browserkampf direkt in Chrome

OpenAI stellt Atlas ein und verlegt seinen KI-Browserkampf direkt in Chrome

OpenAI stellt seinen Browser Atlas zum 9. August ein – nur neun Monate nach dem Start. Die Funktionen wandern in eine neue Desktop-App ChatGPT Work sowie in eine Chrome-Erweiterung.

Wichtigste Punkte:

  • Atlas wird zum 9. August abgeschaltet, also weniger als ein Jahr nach dem Debüt im Oktober 2025.
  • Die Agentenfunktionen des Browsers fließen in eine überarbeitete ChatGPT-Desktop-App und eine neue Chrome-Erweiterung.
  • Die Ankündigung fiel auf denselben Tag, an dem OpenAI GPT‑5.6 und den Produktivitätsagenten ChatGPT Work vorstellte.

OpenAI bestätigt Aus für Atlas

James Sun aus dem Produktteam von OpenAI verkündete die Entscheidung am Donnerstag zum Abschluss einer größeren Produktvorstellung. Im selben Update wurden die Modellreihe GPT‑5.6 und ChatGPT Work eingeführt – ein Desktop-Agent, der im Hintergrund und nach Zeitplan Dokumente, Dateien und Webaufgaben bearbeitet. Atlas, im Oktober 2025 gestartet, läuft nur noch bis zum 9. August.

Sun erklärte, die neuen Produkte basierten auf Erfahrungen mit Atlas-Nutzern, die „mit einem neuen Browser ins kalte Wasser gesprungen“ seien. OpenAI bestätigte, in den kommenden Tagen über die ChatGPT-App und per E-Mail Details zum Übergang zu verschicken. Nutzer sollen unter anderem ihre Lesezeichen nach Chrome umziehen können.

Der Browser erlebt damit nicht einmal seinen ersten Geburtstag.

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ChatGPT Work übernimmt Browser-Funktionen

Die neu gestaltete ChatGPT-Desktop-App, seit März als Super-App-Projekt berichtet, bündelt den Chatbot, den Codex-Coding-Agenten und einen integrierten Browser in einer einzigen Lösung. Sie unterstützt mehrere Tabs, einen Passwortmanager, Autofill und Downloads. Ein separater Cloud-Browser erledigt Agentenaufgaben parallel auf OpenAI-Servern.

Eine neue Chrome-Erweiterung, die direkt konkurriert mit dem Gemini-Seitenpanel von Google, ermöglicht es Nutzern, Webseiten zu hinterfragen und längere Aufgaben direkt aus der Eingabeleiste anzustoßen.

Ein Feature namens Sites erlaubt es dem Chatbot zudem, persönliche Web-Apps zu erstellen – etwa Live-Dashboards, Projekt-Tracker oder interne Portale. Die Desktop-App läuft unter Windows und Mac und bindet über Plug-ins Dienste wie Slack, Google Drive, Microsoft Teams und weitere Workplace-Plattformen an. ChatGPT Work wird in den kommenden Tagen im Web und auf Mobilgeräten ausgerollt.

Reporterin Rebecca Bellan argumentierte, OpenAI sei zu dem Schluss gekommen, „der Browser ist eine Funktion, nicht das Ziel“. Kommentator Igor Bonifacic schloss sich dem an und wertete das Aus für Atlas eher als strategische Neuausrichtung denn als Rückzug.

Die Entscheidung fügt sich in eine breitere Aufräumaktion bei OpenAI ein. Die frühere Anwendungen-Chefin Fidji Simo soll Mitarbeiter bereits Anfang des Jahres aufgefordert haben, Nebenprojekte einzustellen – kurz bevor die Videoplattform Sora geschlossen wurde.

Atlas hatte zudem von Beginn an zu kämpfen. Schon wenige Tage nach dem Start im Oktober 2025 demonstrierten Sicherheitsforscher Prompt-Injection-Angriffe. Ein späterer Fehler legte Details zu besuchten Websites offen. Der Browser trat in einem dicht besetzten Markt an, unter anderem gegen Comet von Perplexity und Dia von The Browser Company, während Google und Microsoft KI-Funktionen direkt in Chrome und Edge einbauten.

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