Zwei der bekanntesten Stimmen der Kryptowährungsbranche haben am Mittwoch Binance öffentlich gerügt und das größte Liquidationsereignis in der Geschichte des Kryptohandels mit strukturellen Schwächen der weltweit größten Börse sowie mit weiteren Marktfolgen in Verbindung gebracht.
Kurzfristige Taktiken untergraben das Vertrauen in die Branche
In einem Beitrag auf X erklärte OKX-Gründer und CEO Star Xu said, dass der „10/10-Vorfall“ in Bezug auf seine langfristigen Auswirkungen weithin unterschätzt worden sei, und bezeichnete ihn als einen Moment, der dem Krypto-Ökosystem „echten und dauerhaften Schaden“ zugefügt habe.
Ohne Binance direkt zu nennen, kritisierte Xu, was er als ein branchenführendes Unternehmen beschrieb, das kurzfristigen Traffic und Aufmerksamkeit über die Stärkung der Kerninfrastruktur, den Schutz der Nutzer und den Aufbau von Vertrauen bei Regulierungsbehörden gestellt habe.
Xu warf Wettbewerbern vor, wiederholt „Ponzi-ähnliche Systeme“ zu bewerben, „Schnell-reich-werden“-Narrative zu verstärken und minderwertige Token zu manipulieren oder sich eng mit ihnen zu verbinden, um Nutzer anzuziehen.
Er fügte hinzu, dass berechtigte Kritik oft nicht durch Transparenz oder Rechenschaftspflicht unterdrückt werde, sondern durch aggressive Narrativkontrolle und koordinierte Influencer-Kampagnen – ein Muster, das seiner Meinung nach letztlich die gesamte Branche schwäche, anstatt sie zu stärken.
Cathie Wood verbindet Crash mit Binance-Softwarefehler
Xus Kommentare fielen zeitlich zusammen mit ungewöhnlich direkten Äußerungen von ARK Invest-Chefin Cathie Wood in einem Fox-Business-interview, in dem sie die jüngsten Marktturbulenzen ausdrücklich mit einer Softwarepanne bei Binance verknüpfte.
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Wood sagte, das Krypto-Ökosystem habe in den vergangenen zwei bis drei Monaten mit den Nachwirkungen des Flash-Crashs vom 10. Oktober zu kämpfen gehabt, den sie als erzwungene Enthebelungsphase beschrieb, die rund 28 Milliarden Dollar aus dem System ausgelöscht habe.
Wood erklärte, viele Marktteilnehmer seien durch das Abwickeln der Positionen geschädigt worden, und wies darauf hin, dass Bitcoin (BTC) den Großteil des Ausverkaufs getragen habe – aufgrund seiner überlegenen Liquidität.
Sie stellte die Episode als systemischen Schock und nicht als gewöhnliche Volatilität dar und argumentierte, dass solche Ereignisse für institutionelle Anleger, die Krypto als neue Anlageklasse bewerten, von entscheidender Bedeutung seien.
Während Wood sagte, sie glaube, dass die Enthebelungsphase weitgehend abgeschlossen sei, betonte sie, dass die Zuverlässigkeit der Infrastruktur eine zentrale Sorge für professionelle Anleger bleibe, die ein langfristiges Engagement prüfen – einschließlich über ARKs Spot-Bitcoin-ETF ARKB.
Was geschah am 10. Oktober?
Am 10. Oktober erlebten die Kryptomärkte eines der größten je verzeichneten Liquidationsereignisse: Rund 19 Milliarden Dollar an gehebelten Positionen wurden innerhalb weniger Stunden zwangsweise geschlossen, als die Kurse stark fielen.
Bitcoin fiel innerhalb eines Tages um mehr als 14 %, während Ether (ETH) und zahlreiche Altcoins noch stärkere Rückgänge verzeichneten.
Nach dem Ereignis dokumentierten Analysen erhebliche Preisdiskrepanzen auf Binance, wo einige Token im Vergleich zu anderen Börsen kurzzeitig zu nahezu Null gehandelt wurden, was die mit internen Preismechanismen verbundenen Liquidationen verstärkte.
Binance führte den Vorfall später auf technische Probleme während extremer Volatilität zurück und kündigte Erstattungsprogramme an, die Hunderte von Millionen Dollar an Nutzungsverlusten abdecken sollten.
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