Die Digitalbank Revolut wird Tether USDt (USDT) für betroffene Kunden nach dem 31. August delisten und dabei verbleibende Guthaben automatisch in die jeweilige Basis-Fiatwährung der Nutzer zum Marktpreis des Tages umwandeln.
Wichtige Punkte:
- Revolut wird USDT ab dem 31. August 2026 nicht mehr unterstützen; Käufe enden am 6. Juli.
- Verbleibende USDT-Guthaben werden automatisch in die Basis-Fiatwährung der Nutzer umgewandelt.
- Der Schritt folgt auf die MiCA-Regeln der EU, denen Tether nicht entsprechen wollte.
Revolut-USDT-Delisting-Zeitplan
Das in London ansässige Unternehmen, Europas größtes Fintech mit etwa 65 Millionen Nutzern, hat einige Kunden diese Woche benachrichtigt. Der gestaffelte Rückzug entzieht der weltweit größten Stablecoin nach und nach die Unterstützung in der europäischen Revolut-App in den kommenden Wochen. Revolut hat nicht klargestellt, ob die Entfernung weltweit oder nur in bestimmten Jurisdiktionen gilt.
Kunden können USDT bis zum 6. Juli weiter kaufen, und Revolut wird neue Einzahlungen ab dem 30. Juli nicht mehr annehmen – vorausgehend zum endgültigen Stichtag am 31. August. Jedes Guthaben, das nach dieser Frist auf betroffenen Konten verbleibt, wird zum dann gültigen Wechselkurs in die Basiswährung des Kontos umgewandelt, wie das Unternehmen mitteilte.
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Ardoino lehnt MiCA-Reserven ab
Der Schritt ergibt sich direkt aus dem EU-Regelwerk „Markets in Crypto-Assets“, bekannt als MiCA, dessen Übergangsphase in die vollständige Durchsetzung am 1. Juli endete. Nach diesen Regeln darf ein vollständig lizenzierter Anbieter keine Stablecoin mehr anbieten, deren Emittent selbst die Zulassungsvorgaben der Regulierung nicht erfüllt hat. Revolut hat sich im November 2025 seine eigene MiCA-Lizenz bei der zyprischen Wertpapieraufsicht CySEC gesichert und kann damit als zugelassener Anbieter regulierte Kryptodienste in rund 30 europäischen Ländern betreiben.
Genau diese Zulassung erzwingt das Delisting, da Tether nie dieselbe MiCA-E-Geld-Genehmigung für seinen dollar-gebundenen USDT beantragt hat. Geschäftsführer Paolo Ardoino verteidigt diese Position seit Monaten.
Er hat die MiCA-Reservevorschriften kritisiert, die große Emittenten zwingen würden, einen Großteil ihrer Deckung als Einlagen bei EU-Banken zu parken, und gewarnt, dass diese Anforderung ihrerseits systemische Risiken erzeugen könnte. Circles USDC (USDC) und der euro-gestützte EURC (EURC) gehören im Gegensatz dazu zu den wenigen großen Stablecoins, die standardmäßig darauf ausgerichtet sind, regulierte europäische Nachfrage aufzufangen. Einzelpersonen können USDT weiterhin halten und in Self-Custody-Wallets transferieren, da MiCA das Listing durch regulierte Handelsplätze einschränkt, nicht aber den privaten Besitz des Tokens.
Der USDT-Exodus aus Europa weitet sich aus
USDT hat seit Beginn der Durchsetzung der Stablecoin-Regeln des Blocks Ende 2024 auf regulierten europäischen Plattformen stetig an Boden verloren. Coinbase nahm den Token im Dezember aus dem Angebot, und Binance, Kraken, Crypto.com und OKX folgten Anfang 2025.
Dennoch bleibt USDT mit einem Marktwert von rund 184 Mrd. US-Dollar der drittgrößte Krypto-Asset. Diese Zahl überragt Circles 73 Mrd. US-Dollar USDC im Gesamtmarkt immer noch deutlich. Innerhalb der Europäischen Union entscheiden jedoch inzwischen Compliance-Anforderungen statt reiner Marktgröße darüber, welche Stablecoins eine lizenzierte Plattform listen darf.
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